Hallo allerseits!

Nach dem Motto „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ wird mein heutiger Artikel relativ wenig Worte, dafür umso mehr Fotos enthalten.

Nachdem wir uns beim letzten Mal angesehen haben, welche Bücher als Art Journal taugen, kommen wir nun zur Frage: Wie beginne ich? Jeder Schreibende kann bestätigen, dass eine leere weiße Seite durchaus einschüchternd ist bzw. sein kann. Folglich ist es recht pfiffig, gleich zu Anfang Strukturen und Muster zu erschaffen, an denen wir uns später orientieren können.

Bei der Seite „H wie Heaven’s open“ in meinem zweiten Art Journal habe ich auf jegliche Vorbehandlung verzichtet und direkt die wasserlösliche Distress Ink mit dem Blending Tool aufgetragen. Das Papier vom Moleskine Skizzenbuch nimmt Farbe gut auf, wodurch ich logischerweise mehr Farbe auftragen musste, als wenn ich vorher z.B. mit Gesso grundiere. Ich habe auch versucht, Fehler mit einem Feuchttuch zu berichtigen. Dabei ist das Papier feucht geworden, und da ich fröhlich weitergerieben habe, wurden die betroffenen Stellen rau. Das Foto ist leider etwas unscharf, aber die aufgeraute Stelle in der Mitte links ist erkennbar.

 

Heaven-Seite halbfertig.

Aufgeraute Stellen durch Feuchttücher

Ohne Grundierung sickert Farbe durch und färbt die Rückseite ein. Mich stört das nicht, da ich immer zwei Blätter zusammenklebe, um die Stabilität zu erhöhen. Wer Sprühfarben verwenden und den Sprüheffekt erhalten möchte, sollte auf eine Grundierung verzichten, da die Farbe so besser einzieht. Mit einer Grundierung verläuft Sprühfarbe zu Rinnsalen – was auch ein schöner Effekt sein kann.

Es war einen Versuch wert, aber nach diesem Experiment habe ich mich entschieden, nicht mehr ohne Grundierung zu arbeiten. Es gibt ja auch viele andere Möglichkeiten. Ich kann Designpapier komplett deckend verwenden, wie auf der Seite „12 Zauberzeichen“ geschehen, oder ich klebe es stückchenweise auf. Für eine andere Seite habe ich Textseiten aus einem Roman zurechtgeschnitten. Andere Materialien wie Servietten, Notenblätter oder Geschenkpapier lassen sich ebenfalls verwenden.

Designpapier "Card Catalog Paper" von October Afternoon

Designpapier „Card Catalog Paper“ von October Afternoon

Besonders viel Freude bereitet mir der Hintergrund zu meinem Buch „Sturmbrecher“. Die Zeichnungen passen zum Inhalt des Buches, als wären sie extra angefertigt worden: da wird gebaut und renoviert, gefochten und gekämpft, gefoltert und hingerichtet – und alle Illustrationen stammen aus „Der praktische Rechtsberater“ aus dem Bertelsmann Verlag von 1958. Das Buch habe ich im Trödel entdeckt und ihm ein neues Leben als Bastelmaterial geschenkt.

Meistens verwende ich jedoch Gesso, eine Grundierung für den Bastelbedarf. Zum einen ist eine Schicht Gesso dünner als eine Lage Designpapier und erhöht dadurch nicht die Dicke meiner Art Journale. Zum anderen kann ich schon die ersten Strukturen mit dem Gesso erzeugen, indem ich mit dem Pinsel senkrecht auf die Farbe tupfe, Wellenlinien male oder mit senkrechten und waagerechten Strichen die Außenwand eines Hochhauses simuliere.

Mit dickflüssigem Gesso ein Hochhaus erschaffen

Erste Strukturen durch ausgeschnittene Textseiten

Dünnflüssiges Gesso erzeugt dezente Strukturen

Für die Kreativtester habe ich Gesso von verschiedenen Herstellern ausprobiert. Von den Ergebnissen berichte ich das nächste Mal.

Liebe Grüße,

Eure Testerschwester Charlie

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe weder kostenlose Produktproben erhalten noch sonstige Vorteile aus meinem Bericht gezogen. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wider. Charlotte Engmann