Wer scrapt, Artjournals oder Karten werkelt, arbeitet mit einer hohen Wahrscheinlichkeit früher oder später mit weißer Farbe, um bestimmte Partien auf den Werken hervorzuheben und den Motiven mehr Tiefe und Plastizität zu verleihen, sie zu „highlighten“. Viele suchen dazu das perfekte Produkt. Hier ein Beispiel für den Einsatzzweck:

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Das seitliche Geäst, die Pflanzen im Vordergrund und das Haus sind mit weißem Gelstift betont.

Man kann mit normalem Deckweiß aus dem Farbkasten arbeiten. Das deckt super, ist aber manchmal etwas umständlich und nicht ganz so einfach handhabbar, weil man mit einem feinen Pinsel arbeiten muss.

Bestimmt haben Viele es auch mit weißem Nagellack versucht, das ging bei mir vollkommen in die Hose, da der Nagellack sich nicht exakt auftragen ließ.

Von Copic gibt es ein weißes Fluid für diese Zwecke, Testerschwester Bärbel hatte es hier schon vorgestellt *klick*

Dann gibt es noch die Riege der weißen Gelstifte.  Vier davon sind hier im Test:

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Von oben nach unten:

  • Pentel Hybrid Gel Grip DX white medium, 1mm – Japan
  • Signo uni-ball UM-153 white von Mitsubishi Pencil, 0,6mm – Japan / in Deutschland über Faber Castell
  • Sakura GellyRoll Med white, 0,4 mm – Japan
  • Sharpie Posterpaint, water-based-Paint-Marker white, 1mm – USA

Leider nicht im Test, aber könnte auch interessant sein: der Edding -049 in Weiß, 0,8mm – das wäre auch mal ein Produkt aus deutschen Landen.

Der Test ist nicht sonderlich kompliziert, hier sind alle Stifte auf schwarzem Karton:

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Die große Gemeinsamkeit: Alle getesteten Stifte trocknen in der Regel ein und müssen vor dem nächsten Gebrauch reaktiviert werden. Aber auch da gibt es Unterschiede.

Signo:

Der Signo Stift liegt gut in der Hand und hat eine gummierte Griffzone. Seine Kugel gleitet gut über die Oberfläche. Seine Deckkraft und seine Farbbrillianz bieten das zweitbeste Ergebnis im Test!

Er trocknet nach dem Gebrauch ein, ist aber meistens mit Geduld, schütteln und gekritzel wieder reaktivierbar. Danach ist das Schriftbild zunächst etwas krümelig, das gibt sich aber wieder.

Sein größter Nachteil ist eine Rille im Schriftbild, die durch die Farbkugel entsteht. Bei Punkten ist diese nicht auffällig und auch ganz feine Linien sehen nicht immer zerkratzt aus. Sie stört jedoch sehr, sobald auch nur kleine Flächen ausgemalt werden soll.

Preisrecherchen ergaben einen Preis von ca. 3€, somit ist er einer der günstigeren Gelpens. Immer von Vorteil: es gibt auch Ersatzminen zu kaufen.

Sharpie:

Der Stift mutet zunächst etwas plump an, denn er ist sehr breit und erinnert damit eher an einen Textmarker. Die Spitze ist jedoch erstaunlich fein und gibt ein wohl dosiertes, stark deckendes, brilliantes und gleichmäßiges Schriftbild ab – das Beste im Test!

Auch er trocknet ein, aber langsamer als alle anderen Stifte. Zwei Wochen nach dem letzten Gebrauch ließ er sich innerhalb kürzester Zeit wieder reaktivieren. Dazu trägt bestimmt auch die enthaltene Mischkugel bei, außerdem kann man die Spitze zum befeuchten eindrücken.

Der Sharpie ist hierzulande relativ unbekannt, das liegt aber, und dieses ist auch sein großer Nachteil, daran, dass man ihn bisher hierzulande nicht kaufen kann – ich konnte jedenfalls keine inländische Quelle finden und habe meinen Stift für 3,95€  in einem niederländischen Onlineshop bestellt.

Sakura:

Der Sakura hat die feinste Spitze aller getesteten Stifte. Damit eignet er sich gut für sehr präzise Arbeiten. Sein Schriftbild ist relativ gleichmäßig. Auf dem Karton ist seine Deckkraft schwächer als die des Signo, was jedoch auch der feinen Spitze geschuldet sein kann.

Von den getesteten Stiften trocknet dieser am schnellsten ein und die Reaktivierung kostet ein wenig Geduld.

Im Einzelpreis ist der Sakura relativ hoch (gefunden für 4,99€),  jedoch bekommt man ihn auch sehr, sehr günstig im Set mit weiteren Farben als Aktionsware im Discounter. Da heisst es „Augen auf“, wenn Aldi und Co. Bastel- und Schreibwarenwoche haben.

Pentel:

Dieser Stift wirkt von allen am hochwertigsten, liegt super in der Hand und hat, wie der Signo, eine gummierte Griffzone. Seine Kugel schwebt förmlich über das Papier und hinterlässt auch keine Kratzrille in der Schrift. Leider bietet er die geringste Deckkraft und das ungleichmäßigste Schriftbild im Test.

Er trocknet nicht so schnell ein wie der Sakura und ist wieder reaktivierbar.

Mein Pentel hat 4,50€ gekostet, man kann ihn aber auch im 12er-Pack für dann 3.33€/Stück erwerben. Positiv ist auch, dass es Ersatzminen zu kaufen gibt.

Fazit:

Ich habe meinen Lieblings-Gelstift gefunden, es ist der Sharpie! Das Schriftbild, die Handhabung, die Deckkraft… es hat mich komplett überzeugt. Auch brauchte ich die wenigsten Nerven, um ihn zu reaktivieren.

Wenn es ihn doch bloß hierzulande zu kaufen gäbe … 🙁

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Hat jemand den o.g. Edding in Gebrauch und würde uns davon berichten?

Oder weiß jemand, wo ich hierzulande meinen nächsten Sharpie kaufen kann?

Wenn es etwas Neues gibt, werde ich den Artikel updaten!

 

Liebe Grüße eure Kreativschwester Heike

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe weder kostenlose Produktproben erhalten noch sonstige Vorteile aus meinem Bericht gezogen. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wider. Heike Linnek