Viva Decor hat ein neues Produkt der Serie “My Paper World“ auf den Markt gebracht, das Stempelboard. Die Vorrichtung soll das akkurate Stempeln von Rahmen, Bordüren und Ecken (und sogar in drei Farben) erleichtern. Sie besteht aus einem klappbaren klaren Kunststoffrahmen (ca. 11 x 15 cm) mit fliederfarbenem Untergrund und fester Lücke zum Einsetzen der Stempel, sowie einem losen, magnetischen, klaren Handgriff. Zu jedem Muster gehören drei nummerierte Stempelplatten (ca. 3 x 4 cm), die jeweils Teilbereiche des Motivs abbilden. Im Beispiel sind das weihnachtliche Stechpalmen-Blätter mit Beeren und einigen dekorativen Schnörkeln, und zwar einmal in der geraden und einmal in der Eckenvariante. Während man die Stempelplatten mit Einschränkungen auch ohne das Stempelboard verwenden kann, braucht man zur Benutzung des Stempelboards die passenden Tricolor-Stempelplatten der Firma.

Das Stempelboard gibt es für ca. 11,50 Euro und den jeweiligen Satz Tricolorstempel für knapp 8 Euro im Einzelhandel oder beim Hersteller.

Stempelboard
Stempelboard

Wie es geht:

Nacheinander werden die Stempelplatten in den Handgriff eingesetzt und jeweils mit einer Farbe eingefärbt. Dann setzt man den Handgriff einzeln auf das in den Rahmen eingespannte Blatt (durch die Kunststoffführung kann man nicht daneben stempeln), drückt es ab, wechselt dann die Stempelplatte und die Farbe und wiederholt den Vorgang an derselben Stelle, bis das Motiv komplettiert ist. Allerdings muss man darauf achten, die Stempelplatte richtig herum in den Handgriff einzusetzen und das Gummi ggf. auch etwas fester anzudrücken. Die Stempelhöhe ist festgelegt, so dass man nicht zu stark oder schwach abdrücken und evtl. unerwünschte Verfärbungen auf dem Papier erzeugt. Die richtige Führung gelingt mittels einer „Nase“ am Stempelgriff.

Nachdem man drei Schichten übereinander gestempelt hat, bewegt man den Handgriff eine Kerbe weiter. Das Stempelboard ist für zwei Musterfolgen nebeneinander ausgelegt, ehe man das Papier neu ausrichten muss. Auf diese Weise kann man nahtlos mit dem Muster fortfahren, etwa indem man abwechselnd Ecken und gerade Verbindungsstücke nebeneinander setzt. Man kann zwar ebenso gut zuerst eine durchgehende Bordüre mit Teil 1 des Musters stempeln und dann wieder von vorne mit der folgenden Stempelplatte weitermachen, aber dabei muss man das Papier wirklich immer wieder genau anlegen. Soviel zur Technik.

Damit kann man unbegrenzt Formate füllen und ist nicht durch die Größe des Stempelboards beschränkt. Da der Deckel ebenfalls magnetisch auf dem Rahmen befestigt wird, hält er das Papier sehr fest (ohne allerdings Druckspuren zu hinterlassen) und kann nicht leicht durch Unachtsamkeit verschoben werden.

Die Beschriftung des Stempelboards ist in Englisch, aber auf der Rückseite der Verpackung werden die entsprechenden Punkte auch noch einmal aufgeschlüsselt.

Wie es klappt:

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Extremtest mit Wackeln

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Ink Pad (Faltkarten)

Die Handhabung ist relativ einfach, der Rahmen erklärt sich quasi von selbst, aber wie gut das Endergebnis aussieht, hängt auch von der verwendeten Stempelfarbe ab.

Eigentlich kann man nicht daneben stempeln – in der Praxis allerdings hat der Stempelhandgriff doch ein klein wenig Spiel (ca. 1 mm), wie man am Beispiel ganz oben erkennen kann. Mit relativ flüssiger Stempeltusche (hier Ink Pad von Faltkarten) wird die kleinste Unsauberkeit abgebildet. Nach etwas Übung bekommt man auch dort gute Ergebnisse.

 

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Distress Ink

Mit der ähnlich flüssigen Tinte von Distress Ink gibt es auch gute Abdrücke, ebenso wie mit der Stempeltusche von Stampin‘ up.

Hier habe ich, wie fast überall, mit drei Farbtönen gearbeitet, es geht notfalls auch mit zweien, mehr dazu unter Tipps & Tricks ganz unten.

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Stampin‘ up

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Versa Color / Color Box

 Für den zweiten Durchgang habe ich Kreide- bzw. Pigmentkissen verschiedener Hersteller ausprobiert.

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Color Box / Lumico

Da diese Farbe etwas cremiger ist, fällt das Ergebnis gleich besser aus. Die Blattoberflächen sind zwar bisweilen unregelmäßig, doch das könnte auch eine natürliche Schattierung sein, die die Bilder sogar lebendig gemacht, und durch den leichten Versatz der drei Platten oft auch wieder abgedeckt wird.

 

Schließlich bietet Viva Decor auch eigene Farben an, die ich selbstverständlich ebenfalls für euch mit dem Board getestet habe.

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Paper Soft Colors (Viva Decor)

Die Paper-Soft-Colors werden aus dem Farbschwammdöschen mit einem Stupfpinsel aufgenommen und auf die Stempel getupft. Es ist übrigens nicht schlimm, wenn dabei einmal etwas daneben geht: durch die festgelegte Höhe des Stempelboards werden nur die erhabenen Teile des Musters abgestempelt und das Papier bleibt sauber.

Diese Farbe verhält sich wie eine Stempeltusche, allerdings finde ich persönlich den indirekten Auftrag der Farbe (und das dafür nötige Equipment, einen Stupfpinsel für jede Farbe oder das Auswaschen vor dem Farbwechsel) etwas umständlich und arbeite lieber mit Stempelkissen.

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3D-Stempelfarbe (Viva Decor)

Für den etwas festlicheren Effekt kann man auf die 3D- Stempelfarbe der Firma zurückgreifen (die auf gleiche Weise verwendet wird). Es sind glitzernde Farben, die bei der Berührung einen leicht körnigen Eindruck machen. Sie trocknen allerdings quasi sofort, was gut für die Weiterverarbeitung ist, aber etwas weniger gut für die Stempelreinigung. Die Glitzerpünktchen bleiben auch bei schneller Reinigung in einer Schrubbkiste am Stempelgummi zurück. Wenn einen das stört, muss man auf härtere Sachen zurückgreifen. Der Hersteller empfiehlt lauwarmes Seifenwasser.

Tipps & Tricks:

Während man im Idealfall drei verschiedene Farbtöne verwenden sollte, so geht es auch mit zweien. Im beiliegenden Beispiel habe ich einfach zweimal das gleiche Blaugrün für beide Motivplatten mit Blattmuster verwendet. Wie man sieht, treten die Konturen und Blattadern trotzdem deutlicher hervor als beim einfachen Abdruck.

Mit der Bordüren-Variante lässt sich auch ein doppeltes Muster erzielen, ohne das Papier zu bewegen. Der normale Abdruck erscheint vom Rand entfernt etwa auf Höhe von 0,8 Zentimeter. Wenn ich danach die Stempelplatte herausnehme, einmal im Uhrzeigersinn um 180° drehe und wieder einsetze (die Schrift steht dann auf dem Kopf) so kann ich darunter passgenau eine zweite Ilexranke setzen, denn bei dieser Position wird der Stempelmotiv etwa auf Höhe von 2,5 cm vom Rand entfernt abgedrückt. Natürlich kann man auch abwechselnd oben und unten das Muster platzieren. Hier sind nur der Phantasie Grenzen gesetzt.

Die Größe des Stempelmotivs ist nicht nur für Rahmen, sondern auch sehr gut für den Einsatz als mehrfarbiges Einzelmotiv z.B. auf einem Geschenkanhänger geeignet.

Fazit:

Das Stempelboard ist eine Hilfe für Menschen mit eingeschränkter manueller Koordination, Stempler, die Wert auf eine perfekte Ausrichtung eines Rahmens legen oder für die Erstellung von größeren Mengen in gleich bleibender Qualität. Einziges Manko bleibt zur Zeit nur die noch geringe Auswahl an Motiven. Ich konnte auf der Herstellerseite 15 Motive finden, die hauptsächlich zu den Jahreszeiten – und Festen wie Weihnachten oder Ostern passen, allerdings auch neutrale Themen wie Paisley abdecken.

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe weder kostenlose Produktproben erhalten noch sonstige Vorteile aus meinem Bericht gezogen. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wider.

Linda Budinger