Hier habe ich eine kleine Sammlung von Techniken zusammengestellt, die Ihr mit Euren Schablonen (Stencils) ausprobieren könnt. Es gibt vielleicht ein paar Varianten darunter, an die Ihr noch gar nicht gedacht habt. Mittlerweile sind Stencils ja sehr verbreitet und bereits von vielen Herstellern im Handel zu bekommen. Qualitätsmäßig hab ich bisher noch keine Unterschiede feststellen können. Dazu muss ich sagen, dass ich sicher nicht von jeder Firma welche in der Hand hatte.

Beim Arbeiten mit Schablonen versuche ich sie nach dem Gebrauch so gut es geht zu reinigen, um die Lebensdauer möglichst lang zu halten.

Hier sind meine liebsten Techniken:

Strukturpasten

Sehr häufig werden Schablonen zum Auftragen von Strukturpaste verwendet. Diese gibt es in verschiedenen Körnungen, Farben und natürlich Preisklassen. Aufgetragen wird sie in der Regel mit einem Malmesser. Mein Favorit ist hier die Strukturpaste „Fine“ von Pigment. Sie lässt sich wunderbar auftragen und trocknet unheimlich schnell. Der Preis ist auch sehr gut.

Um zu verhindern, dass die Paste unter Eure Schablone läuft müsst Ihr darauf achten, dass die Schablone möglichst plan auf der Oberfläche liegt. Bei mir klappt es, die Schablone mit Hilfe von Masking Tape auf der Unterlage zu fixieren. Wichtig ist auch, nicht x-mal mit dem Spachtel auf und ab zu „schmieren“. Lieber immer nur in eine Richtung und so wenig wie möglich über dieselbe Stelle streichen.

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Hier habe ich noch einen Tipp: Um einen besonderen Effekt zu erzielen, könnt Ihr gleich nach dem Auftragen der Paste Embossingpulver darauf streuen. Dieses wird dann wie üblich mit dem Heißluftfön geschmolzen. Das könnt Ihr sofort machen, dann wirft die Strukturpaste durch die Hitze jedoch Bläschen. Möchtet Ihr die Bläschen vermeiden, erhitzt Ihr das ganz erst nach dem Trocknen.

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Fran-tage Embossing Enamel

Anmerkung: Heavy Gel (pastöses Gel Medium) lässt sich ebenso gut mit dem Malmesser auftragen. Es trocknet transparent.

Farbe

Selbstverständlich kann man die Stencils auch nutzen, um Farbe aufzutragen. Verwendet wird hier meistens Sprühfarbe, Stempelfarbe, Acrylfarbe oder auch PanPastels. Für die Acrylfarbe eignen sich Make-Up-Schwämmchen am besten. Um ein Unterlaufen der Schablone zu vermeiden gilt hier: Weniger ist mehr! Nehmt nicht zu viel Farbe. Macht lieber einen Zweiten oder Dritten Farbauftrag nach dem Trocknen! Für Stempelfarbe nehme ich sehr gern das runde Ink Blending Tool von Tim Holtz.

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Sprühfarbe

Gesso / Acrylfarbe

Gesso / Acrylfarbe

Mein Tipp hier: Natürlich könnt Ihr ebenso Embossing-Tinte auftragen (dies mache ich direkt mit dem Kissen) und das Motiv mit dem gewünschten Pülverchen prägen.

Stencilmotiv embossed

Stencilmotiv embossed

Gelmalstifte/ Gelatos

Diese cremigen Farben kann man auf zwei Arten mit Schablonen verwenden. Zum einen könnt Ihr sie auf die Schablone malen und mit dem Finger einarbeiten, zum anderen könnt Ihr die Farbe mit Hilfe der Schablone und einem Babyfeuchttuch wieder entfernen. Letzteres funktioniert jedoch nur, wenn Ihr einen nicht porösen Untergrund habt. Das wäre z.B. Gesso. Von Gesso lassen sich übrigens auch andere wasservermalbaren Kreiden (z.B. Neocolor II) wieder lösen.

Gelatos durch Schablone

Gelatos durch Schablone

Gelatos auf Gesso, Farbe mit Schablone und Babytuch entfernt

Gelatos auf Gesso, Farbe mit Schablone und Babytuch entfernt

Verwendung mit Brushos

Ja, auch das funktioniert! Für diese sagenhaften Pülverchen verwendet Ihr am besten ein schweres Aquarellpapier (300g/m²). Um zu vermeiden, dass sich das Papier zu stark biegt, könnt Ihr es entweder mit Tape auf Eurer Unterlage fixieren, oder vorher die Rückseite anfeuchten. Für die Verwendung von Brushos mit Schablonen gibt es mehrere Möglichkeiten.

  1. Sprüht Wasser durch die Schablone und streut unverzüglich die Pigmente drauf. Nachdem Trocknen könnt Ihr nicht gelöstes Pulver „abstauben“
  2. Sprüht Wasser auf die Schablone, stempelt damit auf Euer Papier und streut sofort die Brushos drüber. Auch hier werden nach dem Trocknen die Pigmente entfernt, die daneben gelandet sind. Für diese Technik braucht man eine geeignete Schablone und die „richtige“ Menge Wasser. Das muss man einfach ausprobieren.

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  1. Brushos reagieren nach dem Trocknen ähnlich wie Distress Inks, wenn man Wasser hinzu gibt. Man kann die angefeuchtete Farbe zum Teil wieder wegnehmen. Sprüht also Wasser durch die Schablone auf Euren getrockneten Hintergrund, wartet ein wenig und nehmt dann die Farbe mit einem Küchentuch wieder ab. Natürlich könnt Ihr hier ebenso die Stempeltechnik verwenden.

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Kontur nachfahren

Ein Schablonen-Motiv könnt Ihr natürlich einfach auf den Hintergrund übertragen indem Ihr die Kontur mit einem Stift nachfahrt. Achtet dabei darauf die Schablone mit dem Finger immer nah am Stift zu fixieren, damit er Euch nicht darunter rutscht.

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Mono Printing

Sehr viel Spaß macht auch das Arbeiten mit einer Gel-Druck-Platte! Hier ist die Gelli Plate am bekanntesten. Auf die weiche Gelplatte wird Acrylfarbe aufgetragen. Anschließend presst man Papier darauf und erhält so einen Farbdruck. Um tolle Muster zu erhalten, kann man u.a. die Schablonen einfach zwischen Farbe und Papier legen. Hier gibt es jedoch soooo viele verschiedene Varianten, das würde den Rahmen sprengen.

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Durchstempeln

Eine sehr nette Idee ist auch das „Durchstempeln“ durch die Schablone. Um einen möglichst guten Abdruck zu erhalten, müsst Ihr an den Rändern der Schablone etwas mehr Druck ausüben.

Hintergrundstempel durch Schablone

Hintergrundstempel durch Schablone

Stempeln mit der Schablone

Um interessante Muster zu erhalten, könnt Ihr einfach mal mit der Schablone selbst „stempeln“. Hierzu eignen sich sehr gut Distress Inks.

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Prägen mit der Stanzmaschine

Eine weitere Variante ist das Prägen mit Hilfe der Schablone in der Big Shot. Das funktioniert mit den Stanzmaschinen anderer Hersteller natürlich auch. Da ich jedoch nur die Big Shot besitze, kann ich Euch nur dafür das richtige Sandwich zeigen.

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So muss Euer Paket durchgenudelt werden: Base Plate (Tab 1) + Clearplate (im Foto türkis) + Stencil + Papier + Silicone Rubber (schwarze Siliconmatte) + Impression Pad (schwarze harte Platte

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Maskieren

Die meisten Schablonen stehen nur als Negativ zur Verfügung. Hin und wieder sind aber die Ausschnitte, d.h. das Positiv der Schablone, mit dabei. Mit diesen könnt Ihr maskieren. Das bedeutet Ihr legt die Maske auf den Hintergrund und bearbeitet das was übrig ist. Hier gibt es z.B. die Möglichkeit zu Stempeln, oder einen fertigen Hintergrund zu übermalen.

Um ein unterlaufen der Maske zu vermeiden, kann man auf Leinwänden, wie unten im Bild, die Maske temporär mit Gel Medium befestigen. D.h. Ihr streicht die Kontur der Maske mit Gel Medium ein, lasst das trocknen, bemalt den Rest des Bildes mit Gesso (oder einer anderen Farbe) und entfernt die Maske wieder.

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In meinem nächsten Artikel zeige ich Euch, wie Ihr Euch Schablonen selber herstellen könnt.

Eure Susanne

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe weder kostenlose Produktproben erhalten noch sonstige wirtschaftliche Vorteile aus meinem Bericht gezogen. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wieder.