Let it snow!

G-holz

Holz

Heute beginnt die heiße Adventzeit, und damit fällt spätestens der Startschuss zur Weihnachtsbastelei und für selbst gemachte Weihnachtskarten. Da Mutter Natur nicht immer mitspielt, muss der stimmungsvolle Schnee zumindest auf Kartengrüßen zu sehen sein.
Heute teste ich drei stiftartige Produkte, die den Schnee schon im Namen tragen. Sie basieren auf wasserbasierter Pigmenttinte.
Es handelt sich um den weißen Plusterstift Snow Marker (Marvy, Urchida), den 3D-Schnee (Viva Decor) und den Glimmer Snow-Pen (Rayher). Die letzten beiden Produkte sind Strukturpasten, die in einer schmalen Tube mit feiner Spitze geliefert werden.

schneetube1

die drei Produkte

Auf folgenden Untergründen habe ich problemlos die drei Produkte aufgetragen:
Schwarzes Tonpapier / bzw. Tonkarton (Bild A)
silberner Metallic-Karton (Bild B)
brauner Karton (Bild C)
weißer Postkartenkarton (Bild D)
graues Tonpapier, Recycling (Bild E)
braunes Moosgummi (Bild F)
Holz (Bild G)

F-moosgummi

Moosgummi

Die Schneefarben haften auf allen Materialien gleich gut. Einzige Ausnahme stellt das graue Tonpapier dar, das sich unter den beiden Strukturpasten, vor allem dem Glimmer Snow Pen, stark gewellt hat. Während der Trockenzeit konnte man auch beobachten, dass der Letztgenannte deutlich ausgenässt hat (vermutlich war die Verleimung des Papiers nicht gut). Da die Pasten aber im Grenzen flexibel sind, kann man gewellte Oberflächen durch erneutes Aufkleben wieder plan bekommen.

E-Pappe

Graues Recycling-Tonpapier

Die beiden Pasten sind in Deutschland problemlos im Handel zu bekommen. Den Snow Marker gibt es zumindest online. Als Ausweichprodukt in Stiftform bieten sich aber auch alternativ weiße Pluster Pens (z.B. von Marabu) für Papier oder Stoff an.

C-Kraftkarton

brauner Karton

Snow Marker
Der Snow Marker hat eine Strichbreite von 3 mm. Er eignet sich gut, um feine Punkte zu betonen oder größere Flächen auszumalen. Die Tusche ist sehr flüssig, und man muss beim Nachpumpen  darauf achten, nicht zu kleckern. Mitunter erzielt man auch einige unwillkommene Bläschen.
Der Marker ist ziemlich deckend, auch auf dunklen Papieren.
Doch der heikle Punkt ist ganz klar das Aufpoppen. Wie angegeben, habe ich das Produkt zuerst trocknen lassen und dann mit dem Heißluftgerät erhitzt. Bei dicken Tropfen oder feinen Blops funktionierte das Aufplustern gut. Die Farbe wölbt sich von innen nach außen und bekommt so einen 3-D-Effekt. Wenn man großzügig aufträgt, macht es auch keinen Unterschied, ob die Farbe schon getrocknet ist oder nicht. Im feuchten Zustand hat es bei mir sogar meistens besser funktioniert.
Leider war das Erhitzen ein bisschen Glückssache, und manchmal, vor allem bei eher dünnem Auftrag, tat sich überhaupt nichts. Keiner oder kaum 3-D Effekt, und auf größeren Flächen (z.B. 1,5 x 5 cm brauner Karton) war der Effekt recht unregelmäßig. Ich fühlte mich eher an eine Strukturtapete erinnert als an Schnee.
Meine Versuche, das Aufpoppen durch höhere oder geringere Wärmezufuhr zu regulieren, scheiterten. Entweder es klappt relativ gut oder gar nicht, und einmal habe ich den Schnee aus Versehen auch gebräunt (weiße Postkartenpappe Bild D).
Die fertig dekorierten Stellen fassen sich weich an, geben leicht nach, wenn man dagegen drückt, und formen sich sogar mehrfach wieder zurück. Starken Druck sollte man jedoch nicht ausüben.

Fazit: Gut zum Betonen kleinerer und am besten, gerundeter Flächen.

B-metallic

silberner Metallic-Karton

 

3D- Schnee

A-schwarz

schwarzes Tonpapier

Der 3D- Schnee kam in einer großen Tube (82 ml), so viel Schnee brauche ich definitiv nicht. Doch die weiße Strukturpaste ist recht vielseitig und kann durch Besprühen mit Tinte oder Einstreuen von Glitter oder Farbpigmenten einfach abgewandelt werden. Sie soll auf Pappe, Papier, Keramik, Terrakotta, Holz und Stein haften. Laut Angaben soll das Produkt nicht für Kinder unter 14 Jahren geeignet sein. Ich sehe aber keinen Hinderungsgrund für die Benutzung ab ca. 10 Jahren. Es ist nur etwas Kraft und Fingerfertigkeit nötig.

Die Spitze ist sehr fein, konnte aber leider nicht abgeschraubt werden, so dass die Entnahme der Paste direkt mit einem Spatel etc. nicht möglich war. Für diesen Zweck müsste man auf den 250 ml großen Tiegel zurückgreifen, den Viva Decor auch anbietet. Die Konsistenz ist sehr pastös und erinnert in aufgetragener Form und nach dem Trocknen an Zuckerguss. Ideal also für dekorative Lebkuchenhäuschen.
Durch die feine Spitze lässt sich der Schnee auch punktgenau auftragen. Allerdings muss man schon kräftig und gleichmäßig drücken, wenn man zum Beispiel saubere Linien erzielen will. Dafür lassen sich abrissfrei auch prima Muster und kontrollierte Schwünge erzielen (Bild 2).
Auf mittelbraunem Kraftkarton verstrichen, deckte der 3D-Schnee zuerst nicht so stark, wird aber mit zunehmendem Trocknen kräftiger. In verstrichener Form ist er auch gegen leichte Knicke unempfindlich, in der dünnen Linienform (1-2 mm ist mit der feinen Spitze erreichbar) allerdings sollte man etwas vorsichtig sein.
Die Trockenzeit liegt in Linien und Pünktchen-Form bei etwa 1,5 h, dünn gestrichen ist der Schnee nach annähernd 15 min schon trocken.

Zum Schluss noch Varianten: Bild1
Bild 1 Hier habe ich den etwas stärker aufgetragenen 3D-Schnee vor dem Trocknen mit der braunen Tinte »Espresso« (Adirondack Color Wash) besprüht. Links im Naturzustand, rechts habe ich das ganze noch vermischt. Durch das Besprühen mit der zusätzlichen Feuchtigkeit erhöht sich die Trockenzeit um einiges. Fest wird die Paste trotzdem.

Bild2
Bild 2 Die Schlange aus 3D-Schnee wurde mit rotem Glitter bestäubt. Gute Haftung.

Fazit: Universell einsetzbar. Für breite Linien einfach die Spitze etwas kappen.

D-weißepappe

Postkartenkarton

Glimmer Snow- Pen
Rayher hat eine ganze Palette an Winter-Dekoprodukten in schmalen Tuben und Dosen. Neben dem Snow-Pen (30ml) und einem Ice-Pen (mit glasklarem Gel), sowie abziehbarer Schneedekopaste für Fensterglas, bietet Rayher auch einen Snow-Pen mit Glitter an. Geeignet soll er sein für Papier, Pappe, MDF, Metall, Kunststoff etc.
Die Tubenspitze ist etwas weiter als die des 3D-Schnees. Die Konsistenz der Strukturpaste ist  weicher und lässt sich leichter ausdrücken, ist jedoch auch nach dem Trocknen ein bisschen weniger formstabil und sackt stärker in sich zusammen.
In der Schlangenform ist der Glitzer sehr dezent, verstreicht man die Paste aber, so erinnert sie tatsächlich an ein verharrschtes Schneefeld, das in der Sonne glitzert. Im Vergleich zu den beiden anderen Produkten wirkt der Strich des Snow Pen wirklich extrem Weiß, während das Weiß der weiter oben erwähnten Stifte leicht gebrochen ist. Das fällt allerdings nur im direkten Vergleich auf weißem Postkartenkarton (Bild D) auf und liegt möglicherweise an der leicht durchscheinenden Paste.
Nach dem Trocknen ist der Glimmer Snow-Pen etwas flexibler als der 3D-Schnee, man kann also das Papier etwas biegen, ohne dass die Paste bricht. Die Trockenzeit liegt bei etwa 1 h, die Deckkraft befindet sich zwischen der des Snow Markers und der des 3D-Schnees.
Nachtrag:  mit der Paste kann man hervorragend schablonieren. Ich hebele den Deckel ab, gehe mit dem Palettenmesser direkt in die Masse und streiche sie über die Schablone. Noch feuchte Reste kann man abkratzen und wiederverwenden.

Fazit: punktet am besten auf Flächen.

Also, ich hoffe, bei dieser Auswahl es ist für jeden Bastler und jeden Bedarf etwas dabei!

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe weder kostenlose Produktproben erhalten noch sonstige Vorteile aus meinem Bericht gezogen. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wider.

Linda Budinger