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Was ist Embossingpulver und wie wird es verwendet?

 

Embossingpulver wird meist in kleinen Döschen verkauft. Es gibt feineres und gröberes Pulver.  Damit kann man erhabene, reliefartige Strukturen erzeugen.  Es gibt zwei grundsätzliche Vorgehensweisen für das embossen mit Pulver:

  1.  Man stempelt mit farbloser Tinte (Embossing-Stempelkissen wie Versamark, TopBoss oder von Rayher). Darüber streut man ein farbiges Embossingpulver. Überflüssiges Pulver abklopfen und erhitzen.
  2.  Man stempelt mit farbiger Tinte. Darüber streut man ein farbloses Embossingpulver. Überflüssiges Pulver abklopfen und erhitzen.

Durch das erhitzen verbindet sich das Pulver mit der Farbe und es entsteht in lackartiges Relief. Erhitzen kann man mit einem speziellen Embossing-Gerät oder z.B. über dem Toaster. Ein normaler Fön wird meist nicht heiß genug oder pustet das Pulver weg, bevor es eine Verbindung mit dem Untergrund eingehen kann. In jedem Fall muss man sich vor der Hitze in Acht nehmen!

Aber welche Methode ist die Bessere?

Wenn man schon viele verschiedenfarbige Stempelkissen hat oder sich diese mit der Zeit zulegen möchte, so ist die 2.Methode die Günstigere. Mit nur einem Pulver, nämlich klaren, farblosen Embossingpulver, lässt sich so jeder beliebigfarbige Stempelabdruck embossen. Probleme könnte es geben, wenn die Stempeltinte zu schnell einzieht oder abtrocknet, so dass nicht mehr genug Embossingpulver daran hängen bleibt. Das ist abhängig vom Stempeluntergrund, der Sättigung des Stempelkissens und der Geschwindigkeit, mit der man arbeitet.

Hier liegt der Vorteil bei der Embossingtinte der 1.Methode. Sie ist meistens satter und trocknet langsamer ab, ist also entwickelt um möglichst viel Pulver festzuhalten. Diese Tinte gibt es auch in einer Art Kugelschreiber, so dass man eigene Kreationen damit embossen kann. Man braucht für jede gewünschte Farbe ein eigenes Pulver, und das ist idR teurer als ein Stempelkissen. Glitzereffekte, metallische Farben, Weiß, Gold oder Silber kommen jedoch am allerschönsten mit dieser Methode zur Geltung! Auch die Embossing-Stempelkissen haben einen weiteren Vorteil: auf jeder beliebigen Kartonfabe kann man damit einen Ton-in-Ton-Stempelabdruck erzeuen. Der Abdruck ist dann eine Nuance dunkler als die Kartonfarbe und passt farblich immer perfekt. Damit kann man sehr schöne Hintergründe kreieren.

Mein Tipp

Da bei den meisten Kartenbastler(innen) in der Regel schon farbige Stempelkissen vorhanden sind, würde ich für den Anfang ein einzelnes, klares Embossingpulver empfehlen. Zur Weihnachtszeit wächst dann vielleicht der Bedarf an Gold- oder Silberfarben embossten Werken, oder man plant ein Großprojekt (z.B. 50 Einladungskarten), das die maximale Wirkung erreichen soll. Dann kann man sich die entsprechenden Embossingpulver zulegen, die in der Regel einen Tick teurer sind als Stempelkissen. Dafür hält so ein Pulver dann auch eine halbe Ewigkeit! (Es sei denn: man kippt das Döschen um, niest hinein, lässt es vom Tisch fallen, kippt die Reste nicht ins- sondern neben das Döschen, hat einen schlechten Tag, lacht prustend ins Pulver…alles schon passiert).

 

Ein Wort zum Erhitzungsgerät

Meine gesamte Hochzeitspapeterie habe ich über unserem alten Toaster embosst. Ein paarmal ging es schief und das Pulver brannte sich ins Papier, ein paarmal wurden meine Fingerkuppen etwas sehr heiss… Für die nächste Großproduktion habe ich mir dann einen richtiges Embossing-Erhitzungsgerät zugelegt. Auch über der Herdplatte soll es funktionieren, das auszuprobieren habe ich mich jedoch nie getraut.

 

Endlich Fotos: die Tests und ihre Ergebnisse in Wort und Bild

Mit folgndem Material wurde die Testreihe durchgeführt:

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  • 3 verschiedenfarbige Kartons: Weiß, Savanne, Aquamarin
  • 5 Stempelkissen: Craft-Kissen in Weiß von Stampin Up!, klares Embossing-Stempelkissen von Versamark, normale wasserbasierte Stempelkissen in Aquamarin und Savanne von Stampin Up, Embossing-Stempelkissen von Top Boss
  • 2 verschiedenfarbige Embossingpulver: Klares Zing! von American Crafts , Aquamarin von Stampin Up!

Damit habe ich 18 verschiedene Varianten gestempelt und teilweise embosst. So kann man sich einen Eindruck darüber verschaffen, wie die einzelnen Techniken genau aussehen und wirken. Aber seht und vergleicht die Ergebnisse selbst:

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Weiß, Savanne und Aquamarin ganz Links aussen sind nur mit klarer Embossingtinte gestempelt, direkt Rechts daneben sieht man das Ergebnis der Stempelabdrücke mit der zum jeweiligen Papier farblich genau passenden Tinte (für Savanne und Aquamarin). Die Unterschiede sind gering.

 

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Die Vögel in der obersten Reiche von Links nach Rechts: 1. Klar gestempelt und klar embosst, 2. Craft-Weiß gestempelt und klar embosst, 3. nur in Farbe gestempelt.

Die Schmetterlinge und die Blumen von Links nach Rechts: 1. Nur Klar gestempelt, 2. Nur in passender Farbe Gestempelt, 3. Klar gestempelt und Klar embosst, 4. Nur Craft-Weiß gestempelt, 5. Craft-Weiß gestempelt und klar embosst (wird schlecht sichtbar!) 6. Klar gestempelt und mit weißem Pulver embosst.

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In der obersten Zeile sieht man drei aquamarinfarbene Vögel neben einander. Der Linke ist nur in Aquamarin auf Weiß gestempelt, der Mittlere zusätzlich mit Klar embosst. Der Rechte ist mit Embossingtinte gestempelt und mit Pulver in Aquamarin embosst. Hier sieht man einen farblichen Unterschied zwischen den Embossingtechniken!

 

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Craft-Weiß Gestempeltes lässt sich mit klarem Pulver nicht schön embossen. Die Farbe verschwindet irgendwie. Nur der aquamarinfarbene Vogel sieht Klar embosst gut aus.

 

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Nur gestempelt ohne Embossing. Es muss also nicht immer sein.

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Weiß auf Weiß sieht immer edel aus.

 

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Zum Schluss habe ich aus all den schönen Embossing-Test-Inchies eine Karte gewerkelt – ich kann halt nicht anders

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Fußnote: Diesen Artikel wurde von mir nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe keine kostenlosen Produktproben erhalten oder sonstige Vorteile aus meinem Beitrag gezogen. Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt meine persönliche Meinung wieder. Heike Linnek