"Dämonen über Luxemburg"

„Dämonen über Luxemburg“

Hallo allerseits!

Gut Ding will Weile haben, und so hat es eine Weile gedauert, bis ich zu den Kreativtestern gestoßen bin. Mein Name ist Charlie Engmann, und in den nächsten Wochen möchte ich Euch etwas über „mein Ding“ erzählen. „Mein Ding“, das sind Mixed Media Art Journale. Ich arbeite sehr gerne daran und darin, und die Testerschwestern finden, ich mache meine Sache sehr gut.

„We don’t make mistakes; we just have happy accidents.“

Art Journale sind sehr persönliche (Kunst-)Werke, und das vielleicht Tollste dabei ist, dass wir absolut nichts falsch machen können. Die Seiten im Art Journal sind Ausdruck unserer Persönlichkeit, sie zeigen, was uns wichtig ist, was uns gefällt und auch was wir können. Wenn mir meine vollendeten Seiten gefallen, ist das wunderbar. Wenn nicht, ist das auch nicht schlimm. Notfalls kann ich den Zierrat wieder abreißen, die Seiten übermalen und habe schon einen halbfertigen Hintergrund für den neuen Versuch. Und wenn es so gar nicht gelingen will, kann ich die Seiten zusammenkleben oder komplett raustrennen.

"J wie Juliet"

„J wie Juliet“

Aber soweit kommt es erst gar nicht. Auch hier gilt der kluge Satz des Malers Bob Ross: „We don’t make mistakes; we just have happy accidents.“ Einige der schönsten Effekte in meinen Art Journalen entstanden eben durch „glückliche Unfälle“.

Ein weiterer Pluspunkt der Art Journale, der für mich sehr wichtig ist, ist die Tatsache, dass sie platzsparende Kunstwerke sind. Ich stelle sie einfach zu meinen anderen Büchern ins Regal. Mein erstes Art Journal hat 22 Seiten. Platz für 22 Leinwände zu finden, selbst wenn sie nur A4 groß sind, ist da schon weitaus aufwendiger. Ein Art Journal ist außerdem transportabel, so dass ich es im Freundes- und Familienkreis herumzeigen kann. Mein Erstling wurde schon von Köln nach Berlin mitgenommen und sollte sogar mit nach England reisen.

Ich verwende das Moleskine Skizzenbuch

Ein neues Leben als Art Journal

Ein neues Leben als Art Journal

Als Art Journal lässt sich (fast) alles verwenden, was gebunden ist oder wird. Ich kann z. B. Graupappe zuschneiden, Aquarellpapier darauf kleben und die Seiten wie beim Scrapbooking in ein Ringbuch einsortieren oder mit Ringen zusammenfügen. Eine andere Möglichkeit ist, normale Bücher zu verwenden, Romane, Sachbücher oder Bilderbücher. Text und Bilder dienen dabei als erste Schicht (layer) vom Hintergrund. Sind die Buchseiten zu dünn, klebe ich mehrere zusammen, damit sie an Festigkeit gewinnen. Um zu vermeiden, dass das Buch zu dick wird, weil ich weitere Lagen aus Designpapier oder Zierrat hinzufüge, kann ich Seiten raustrennen.

Moleskine Skizzenbuch large, 13 x 21 cm

Moleskine Skizzenbuch large, 13 x 21 cm

Ich verwende das Moleskine Skizzenbuch in A5, weil die Seiten etwas fester sind als normale Buchseiten; weil es 104 Seiten hat und weil A4 genau die richtige Größe für meine Collagen ist. Da ich immer zwei Blätter zusammenklebe, komme ich auf 52 Seiten = 26 Doppelseiten. Mein derzeitiges Projekt ist ein ABC-Buch mit meinen Lieblingssongs, für das ich genau diese 26 Seiten benötige. Das Skizzenbuch hat zusätzlich ein Gummiband als Verschluss, ein Lesezeichen und eine Tasche auf der letzten Seite, aber diese Goodies schneide ich spätestens am Schluss ab, wenn ich das Buch neu binde.

Für mich ist der Clou, dass das Skizzenbuch fertig gebunden ist und ich die Seiten nicht beliebig austauschen kann. Was ich gemalt, gestempelt und geklebt habe, muss drin bleiben. Bei einer Ringbindung dagegen kann ich Blätter rausnehmen, dazufügen und die Reihenfolge ändern.

Zitate, Sinnsprüche oder Gedichtzeilen

Im dunklen Meer der Zeit

Im dunklen Meer der Zeit

Während beim Scrapbooking die eigenen Photos im Vordergrund stehen, die entsprechend in Szene gesetzt werden, sind es beim Art Journal meist Zitate, Sinnsprüche oder Gedichtzeilen, die bebildert und geschmückt werden. Aber selbstverständlich ist das nicht verbindlich: Ich kenne ein Art Journal einer Künstlerin, das ausschließlich Porträtzeichnungen enthält; ein anderes dagegen ist ein wildverwegenes Übungsfeld für neue Techniken und Stempel. Sogar mein Erstling ist im Grunde ein Hybrid zwischen Art Journal und Scrapbook, da die meisten Seiten um ein Bild herum entstanden.

Im Sommer 2014 habe ich mit dem Art Journaling angefangen. Ich wollte schon seit einigen Jahren meine Einzelpublikationen anders präsentieren als auf Ministaffeleien und/oder als Bücherstapel im Regal, aber einfach Kopien der Buchcover wie Bilder an die Wand zu hängen, dazu konnte ich mich nicht aufraffen. Mir fehlt dazu der Platz, und außerdem sind Bilderrahmen ja relativ teuer. (Stattdessen habe ich weitaus mehr Geld für Bastelmaterial ausgegeben, aber das Thema kennen wir ja alle.)

Es gibt kein Falsch; alles ist Richtig!

"Den Göttern versprochen"

„Den Göttern versprochen“

Dann entdeckte ich die Kunst des Art Journalings, und der Damm war gebrochen! Ich entschloss mich, meine Einzelveröffentlichungen in einem Art Journal zu verewigen. Da die von mir geschriebenen vierzehn Buchtitel nicht ausreichen, um ein Moleskine zu füllen, habe ich die übrigen Seiten mit allgemeinen Sprüchen, Zitaten und Weisheiten zum Thema Bücher gefüllt. Bevor ich mit dem Malen, Stempeln und Stanzen angefangen habe, habe ich die Seiten im Skizzenbuch nummeriert und aufgeschrieben, welcher Roman und welche Geschichtensammlung auf welcher Seite vorgestellt wird, und zwar in chronologischer Reihenfolge unter Berücksichtigung der Farbgestaltung der Titelbilder. Das ist recht aufwendig, aber für mich ein wichtiger und notwendiger Schritt, der meinem Charakter entspricht. Andere Kreative dagegen nehmen ein allgemeines Thema als Vorgabe, oder nicht einmal das, und gestalten ihre Art Journale spontan und mit großer Vielfalt. Wie eingangs gesagt, es gibt kein Falsch; alles ist Richtig.

"Entführung nach Alhalon"

„Entführung nach Alhalon“

Ich bewundere Menschen, die gut zeichnen und malen können. Da ich das nicht kann, stempel‘ ich halt. Ich verwende Designpapier und Sticker. Ich schneide und stanze aus. Kolorieren muss ich noch üben, aber das Schattieren wird langsam was. Ich liebe Strukturpasten und Schablonen. Und da ich gerade die Abwechslung mag, sind meine Art Journale eben Mixed Media Werke. Das ist mein Ding. Was ist Deins?

Liebe Grüße, Eure Charlie

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe weder kostenlose Produktproben erhalten noch sonstige Vorteile aus meinem Bericht gezogen. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wider. Charlotte Engmann