Das Ink Pad

oder

 Don´t judge an ink pad by its cover
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Einleitung
Die Firma »Creative Art by Sumico« hat ein neues Produkt auf den Markt gebracht: in Deutschland entwickelte und hergestellte Stempelkissen für Bastler, Scrapper und Stempelbegeisterte.
Das Ink Pad ist in 30 Farben erhältlich. Die Tinte ist farblich genau abgestimmt auf Kuverts, Papiere und Tonkarton sowie auf das Ink Spray, die schon seit einiger Zeit auf der Webseite www.faltkarten.com angeboten werden. Egal, für welche Farbe man sich entscheidet, man kann für sein komplettes Projekt bei diesem Farbton oder innerhalb einer bestimmten Farbfamilie bleiben. Die Kissen sind 6 x 3,5 cm groß und kosten regulär 6, 45 Euro. Im Moment gibt es sie zum Einführungspreis von 4,95 Euro. Empfohlen werden sie für Gummistempel und Photopolymer Clear Stamps, ich habe aber auch mit anderen Clear Stamps gute Ergebnisse erzielt.

Erster Augenschein
Äußerlich kommen die Stempelkissen etwas unscheinbar daher. Durch den Perlmutt-Deckel ist die Farbe nicht immer eindeutig zu erkennen. Der findige Bastler kann sich zur leichteren Orientierung einfach mit einem eingefärbten Aufkleber auf dem Deckel behelfen. Der Deckel ist komplett abnehmbar, so dass er praktischerweise für die Arbeit zur Seite gelegt werden kann.tuerkis
Die Farben haben schon auf dem Kissen eine hohe Leuchtkraft. Der getränkte Schaumstoff ist sehr fest und eignet sich gut zum Einfärben auch großer Stempel und für Wischtechniken. Die Kissen sind ziemlich saftig und müssen daher auch nicht auf der Rückseite liegend aufbewahrt werden. Die Tinte ist flüssig, schlägt aber beim Auftrag keine Bläschen.
Zu eventuellen Nachfüllfarben konnte ich noch nichts herausfinden, aber es ist gut möglich, dass das Sortiment hier noch ausgebaut wird. Die Farbe ist ungiftig, säurefrei und lichtecht, und obwohl ich mich beim Einfärben der Etiketten kräftig eingesaut habe, ließ sie sich problemlos von Fingern und Bastelunterlage abwaschen, selbst das Schwarz.

Im Einsatz
Ich habe die Tinte mit den angegebenen Stempeln auf verschiedenen Papieren ausprobiert. Zum einen auf dem jeweiligen Farbkarton im gleichen Ton, dann auf dem 170 g Keramikpapier, die beide vom Hersteller angeboten werden. Außerdem kam noch eine Reihe anderer Untergründe zum Einsatz. Durch die Abstimmung auf das Papiersortiment sind schöne Ton-in-Ton-Effekte möglich, und man hat immer eine passende Matte oder einen Umschlag in der richtigen Farbe.
Mit Ausnahme der ganz dunklen Töne (zum Beispiel Schwarz oder Dunkelbraun) kann man übrigens prima mit der jeweiligen Farbe direkt auf den passenden Karton stempeln oder wischen, und die Motive sind trotzdem gut erkennbar.

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Stempel (Darcie’s Country Folk)

Auf dem dünnen Keramikpapier lag die Trockenzeit bei ungefähr 5 Minuten, auf dem Tonpapier (Altgold) bei ca. 3 Minuten. Einzelne feuchte Stellen lassen sich gut mit einem Löschblatt abnehmen. Bei Fotopapier und anderen Untergründen ist die Trocknungszeit unterschiedlich.
Einzig das direkte Bestempeln des Recyclingbraun-Tonkartons mit Gummi hat mir etwas Probleme bereitet, ansonsten harmonierten Ink-Pads und Karton gut miteinander. Das Recycling Braun Ink Pad ist bei den gedeckten Farben sogar mein heimlicher Favorit.

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Altgold auf Keramikpapier Stempel (Rubber Stampede)

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Altgold auf Altgold-Tonkarton

Jede Tinte hat fein konturierte Stempel gut abgebildet, bei Schattenstempeln oder großen Flächen sollte man den Stempel sorgfältig betupfen, damit es nicht zur Aussetzern kommt. Und siehe da: die Photopolymer Stempel (hier von Stampin´Up) zeigten dann auf dem Recycling-Braun konturenscharfe und flächige Ergebnisse.

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Photopolymer-Stempel auf Tonkarton und Keramikpapier

Mit einem feuchten Tuch lässt sich die Tinte problemlos vom Gummistempel entfernen. Bei den Photopolymer Stempeln blieb nach Abwaschen noch ein rötlicher Schleier übrig, der sich aber mit entsprechendem Stempelreiniger (Ultra Clean Hero Arts) rückstandslos entfernen ließ.

Andere Papiere
Auf dem Karteikartenpapier von Exacompta ist der Abdruck leider nicht genau konturiert, vor allem Blau- und Grüntöne schwächelten im Gegensatz zu den warmen Farben etwas. Dafür brachte die Palette der Stempelfarbe auf dem flüsterweißen Karton von Stampin Up scharfe Ergebnisse, auch verschiedene Fotopapiere (Sigma, Aldi) bildeten die Stempel gut ab.

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Ink Pad auf Flüsterweiß-Karton Stempel von links nach rechts: Butterer, Kaleidoskop

Techniken
Und natürlich kann man mit Stempelkissen mehr als stempeln.
Obwohl die wasserbasierte Stempelfarbe naturgemäß nicht wasserfest ist, kann man damit sehr schön auch Motive colorieren. Hier der Weihnachtsigel etwa auf dem Keramikpapier, auf dass ich mit dem Farbton »Recyceling braun« das Motiv von einem Clear Stamp (docrafts) gestempelt habe.

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Das Kissen ein bisschen über die Bastel-Unterlage wischen, und die Farbe dann mit einem Wassertankpinsel aufnehmen, funktioniert bei mir am besten. Unten auch noch ein Beispiel von einem Whiff -of-Joy-Gummistempel auf Fotopapier (Sigma).

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Auch bei Techniken mit Wasser lacht das kreative Herz. Mit einem einzigen Farbauftrag habe ich den Schattenstempel mit der Schneeflocken insgesamt viermal abgedrückt. Da nach dem ersten Mal noch so viel Farbe am Stempel war, habe ich die Stempelfläche einfach mit ein, zwei Sprühstößen aus dem Mini-Mister eingenebelt und konnte so wunderbar verwaschene Effekte zaubern.

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Stempel (Reprint)

Die Tinte eignet sich durch den satten Auftrag für Wischtechniken direkt auf Papier. Sie verträgt sich auch gut mit Wasser und kann somit für nette Hintergrund- und Batikeffekte eingesetzt werden. Hier  zwei  Beispiele.
Oben rechts und links: Aufgewischtes Türkis und Pazifikblau nach dem Trocknen jeweils für ca. 30 Sekunden mit einem feucht zusammengeknüllten Küchenpapier abgedeckt. Die Technik habe ich auch bei meinem Deckelaufkleber Türkis angewandt.
Mitte und Unten: Altgold und Weihnacht-Rot aufgewischt und mit etwas Wasser besprüht, was einen leicht körnigen Effekt gibt.

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Die Kreativindustrie blüht zunehmend in Deutschland auf und entwickelt Produkte auch für den heimischen Markt, die viele Möglichkeiten bieten.
Ein bisschen fehlt mir noch zum farblich abgestimmt Designglück. Bleibt zu hoffen, dass Creative Art by Sumico noch eine passende Linie von Farbstiften herausbringt… einen Ink Pen vielleicht.

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mit Tinte und Wasser spielen auf Fotokarton

Fazit
Wer eine Alternative zur Distress Ink sucht, ist hier genau richtig. Die Ink Pads  werden derzeit vertrieben über www.faltkarten.com.
Gezeigte Beispiele und Karten wurden mit den vorgestellten Farben und Papieren von Creative Art by Sumico gefertigt.

Nachtrag: das neue Jahr ist kaum zwei Tage alt, schon sehe ich, dass es auf der Herstellerseite nun auch die Nachfüller für die Ink Pads gibt:  20 ml / 3,75  E. Angebotspreis (sonst 4,45 E.)

Ich habe diesen Artikel nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dafür habe ich kostenlose Produktproben erhalten, dies hat meine Meinung in keinster Weise beeinträchtigt. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wider. Linda Budinger

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Pinguin-Stempel: (Unity Stamp) Schneeflocke (Reprint) Merry Christmas (Art Plus), Let it snow (pp stamps) Wundervolle Weihnachtszeit (Kaleidoskop)