Die Magie der Mandalas – Geschichte, Einführung und Anleitung zum DIY

Mandalas und insbesondere Mandalas zum Ausmalen haben in den letzten Jahren deutlich an Beliebtheit gewonnen. Doch woher kommen Mandalas eigentlich? Und warum sind sie plötzlich so in aller Munde?

Historische Entwicklung

Der Begriff „Mandalas“ kommt aus dem Sankrit und bedeutet „Kreis, um dessen Zentrum sich alles dreht“.

Es gibt allerdings auch Mandalas in Form von Quadraten, Dreiecken oder Polygonen. Allen Mandalas gemein ist jedoch ihr strukturierter und symmetrischer Aufbau. Ein Mandala ist immer auf sein Zentrum ausgerichtet. Das ist der Startpunkt – ob das Mandala gemalt oder gezeichnet wird oder mit Blättern, Blüten, Gräsern und Sand geschaffen wird. Um das Zentrum herum wird dann Ring um Ring ergänzt, bis das Mandala seine finale Größe erreicht hat.

Im Buddhismus und Hinduismus hatten Mandalas eine magische oder religiöse Bedeutung. Ein Mandala symbolisiert das gesamte Universum bzw. die Einheit von Erde, Himmel und Unterwelt. Aus dem Hinduismus kennt man vor allem die Darstellungen der verschiedenen Götter in der Anordnung eines Mandals. Buddhistische Mönche gestalten wundervolle Mandalas aus buntem Sand. Oftmals benötigen sie dafür nicht nur Stunden sondern Tage. Und wenn das Mandala fertig ist, wird der Sand weggekehrt. Das Mandala wird quasi wieder zerstört. Auf die Art und Weise praktizieren die buddhistischen Mönche die Kunst des Loslassens. Ziel ist, frei von jeglicher Anhaftung an irdische Gegenstände zu leben.

Obwohl die Herkunft der Mandalas zumeist den asiatischen Kulturen zugerechnet wird (in Japan und Chinas werden Mandalas oft mit Schriftzeichen geschmückt), waren sie auch in einigen indianischen Kulturen bekannt. Und auch in Europa kann man Darstellungen von Mandalas finden, wenn man genauer auf die Gestaltung von Kirchenfenstern achtet.

Vorteile des „Meditativen Mandala malens“

Der Malprozess – ob es sich dabei um das Gestalten eines eigenen neuen Mandalas von Grund auf handelt oder um das Ausmalen eines vorgezeichneten Mandalas – hat eine meditative Wirkung. Der Geist beruhigt sich. Das Gedankenkarussel, das einen vielleicht sonst durch den Tag begleitet, kommt zum Stillstand. Der Atem wird tiefer und gleichmäßiger. Man kann sich auch so im Malprozess verlieren, dass man von der Außenwelt gar nicht mehr viel mitbekommt. Mandalas werden heute auch ganz bewusst zum Stressabbau eingesetzt. Gemäß dem Motto „wie das Außen, so das Innen“ kann man durch das Gestalten eines Mandalas eine innere Ordnung herstellen – auch wenn im Leben vielleicht gerade absolutes Chaos herrscht. Aufgrund des symmetrischen und strukturierten Aufbaus eines Mandalas schafft sich der Malende sozusagen seine eigene neue Ordnung.

Insofern besinnt man sich zunehmend wieder auf die heilende und magische Wirkung, die ihnen auch schon vor Jahrtausenden bescheinigt wurde.

In gewisser Weise ist das Malen eines Mandalas eine Reise in sich selbst – zur Seele und zur Quelle der Kreativität, die jedem Menschen innewohnt. Das Malen eines Mandalas ist ein wunderbarer Weg, seine eigene Intuition zu stärken und sich auf das Abenteuer einzulassen, einfach mal zu schauen, was da so in einem selbst schlummert. Oftmals wird man verblüfft sein, wie viel Phantasie und Kreativität in einem stecken.

Wie malt man denn nun ein Mandala?

Es gibt verschiedene Methoden, ein Mandala zu malen. Wenn man sich dafür entscheidet, es frei Hand zu versuchen, startet man am besten damit, in der Mitte eines Blattes einen Punkt oder einen Kreis zu machen. Dann kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen und um den Mittelpunkt herum Ring um Ring mit verschiedenen Motiven und Mustern aufzubauen. Beginner sollten sich auf Mandalas mit einem Durchmesser von maximal 15 cm begrenzen. Alles, was größer ist, kann unter Umständen Stress verursachen, weil die Anforderung zu groß ist – und das Mandala-Malen soll ja den gegenteiligen Effekt haben!

Wenn man auf Symmetrie und Struktur Wert legt, nutzt man am besten Zirkel, Bleistift und Lineal bzw. idealerweise sogar ein großes Geodreieck, um erst einmal ein Gerüst zu erstellen. Ein Radiergummi sollte natürlich auch nicht fehlen!

Mandala_pic1

Die weiteren Malmittel und Farben hängen von der eigenen Präferenz ab. Für einfache Mandalas in Schwarz-Weiß eignen sich besonders gut die Faber Castell PITT Artist Pens. Ausgemalt werden kann dann entweder mit Bunt- oder Filzstiften, Wasser-, Aquarell- oder Acrylfarben.

Ich verwende für meine Mandalas Din A4-Papier mit einem Gewicht von mindestens 160 g pro Blatt. Je dicker das Papier ist, desto eher kann man insbesondere bei Verwendung von Filzstiften und Ink Pens vermeiden, dass diese durchdrücken.

Als erstes zeichne ich mit dem Zirkel einen großen Kreis, der den Platz auf dem Papier bestmöglich ausnutzt. Dann werden in den großen Kreis mehrere kleinere Kreise gezeichnet. Die Abstände zwischen den einzelnen Kreisen wählt man am besten intuitiv.

Mandala_Kreise

Dann wird mit dem Lineal eine Linie durch den Mittelpunkt der Kreisfigur gezogen. Mit dem Geodreieck kann man den Kreis ideal in weitere Sektoren aufteilen. Um ein einigermaßen symmetrisches Mandala zu erstellen, empfehle ich mindestens 8 Sektoren. Je mehr Sektoren man vorzeichnet, desto leichter tut man sich beim Malen, vor allem, wenn man sehr filigrane Formen zeichnen möchte.

Mandala_Sektoren

Und jetzt wird’s interessant! Nun kann man seiner Intuition und seinen gestalterischen Ideen freien Lauf lassen. Idealerweise beginnt man im Zentrum mit dem ersten Element:

Mandala_Beginn

Dann malt man einfach Kreis um Kreis weiter. Man kann erst größere Formen malen, bis das Mandala komplett damit gefüllt ist oder man zeichnet einen Kreis inklusive Füllung komplett, bevor man mit dem nächsten Kreis beginnt. Die zweite Vorgehensweise nenne ich „Überraschungsmethode“, da sich das Mandala dann oftmals noch mehr intuitiv entwickelt.

Sollte einem zu Beginn doch etwas Fantasie fehlen, kann man diese mit folgender Übung anregen:

Man nehme ein leeres Blatt oder ein Skizzenbuch und zeichne erst einmal verschiedene Formen, z.B. Ovale, Rauten, Halbkreise, Schnörkel, Dreiecke.
Dann überlegt man sich verschiedene Muster, um diese Formen zu füllen:

Mandala_Formen

Frisch inspiriert kann es nun munter weitergehen mit der Mandala-Malerei!

So entwickelt sich ein Mandala:

Mandala_Aufbau

Das hier ist das fertige Mandala:

Mandala_final

Und hier sind noch ein paar weitere Anregungen zur Inspiration:

Mandala_Beispiele

Natürlich können die Mandalas auch bunt oder ausgemalt werden:

Mandala_bunt

Ich hoffe, dass Ihr durch diesen Artikel ein paar Anregungen und Inspiration gefunden habt, um der Mandala-Malerei eine Chance zu geben. Ganz wichtig ist natürlich auch der Spaß beim Malen! Falls Ihr nach Euren Mandalas leichte Suchttendenzen feststellt, braucht Ihr Euch nicht beunruhigen. Das ist nur Eure Intuition und Kreativität, die sich darüber freut, endlich ein Ventil gefunden zu haben.

Ganz viel Spaß beim Malen!

Eure Alex’S

Nicht ohne mein Gel-Medium – Die wunderbare Welt der Art Journale, Teil 5

Hallo allerseits!

In meinem letzten Beitrag zum Thema Gelatos von Faber Castell hatte ich erwähnt, dass die Gelmalstifte zwar trocknen, aber trotzdem wasserlöslich bleiben und auch nicht immun gegen Abrieb sind. Deshalb und aus anderen Gründen mehr, versiegele ich meine Hintergründe mit Gel-Medium von Faber Castell. Welche Vor- und Nachteile das hat, davon möchte ich heute berichten.

 

Gel-Medium von Faber Castell

Gel-Medium von Faber Castell

 

Das Gel-Medium von Faber Castell ist ein dickflüssiger Klebstoff, der sich sehr gut mit einem Pinsel auftragen lässt. Aber auch ein Spatel funktioniert, und mit den Fingern lässt er sich ebenfalls verwenden, z.B. um ein kleines gestempeltes Motiv aufzukleben. Das flüssige Gel-Medium ist milchig-weiß und trocknet farblos, sofern es glatt aufgetragen wird. Es hinterlässt einen hauchdünnen Film auf der Oberfläche.

Dieser glatte, nicht-poröse Film hat für mich mehrere Vorteile. Ist das Gel-Medium erst einmal aufgetragen, bleibt mein Hintergrund mit all seinen Farben und Farbverläufen geschützt. In der Computerwelt wäre dies der letzte gespeicherte Stand, zu dem ich einigermaßen gut zurückkehren kann, und das beruhigt mich ungemein. Das Gel-Medium reagiert ganz leicht mit dem Farbauftrag der Gelatos; die Farbflächen werden geglättet und der „Wachsmal-Effekt“ verschwindet (sofern dieser überhaupt entstanden ist). Die Farben können ineinander verschmieren, weshalb die Seite immer richtig getrocknet sein muss. Und ich arbeite immer sehr zügig, damit ich fertig bin, bevor die Gelatos mit der Feuchtigkeit des Gel-Mediums reagieren können.

Das flächig aufgetragene Gel-Medium braucht ein bisschen Zeit, bis es getrocknet ist, aber es lässt sich sehr gut mit dem Heißluftgerät trocknen. Dann ist es im Nu trocken, ohne Blasen zu werfen, und ich kann weiterarbeiten. Kleine Flächen wie Papierstücke oder Schmucksteinchen benötigen einen Moment, bis sie haften; so lässt sich die Anordnung noch etwas korrigieren, vor allem, wenn ich Zierrat auf den schon versiegelten Hintergrund aufklebe.

Das Paillettenkleid sitzt, passt und wackelt nicht

Das Paillettenkleid sitzt, passt und wackelt nicht

 

Die Pailletten auf dem Kleid sind mit Gel-Medium aufgeklebt. Beim Arbeiten hatte ich noch relativ lange die Möglichkeit, die Pailletten hin- und herzuschieben, so dass am Schluss alles auf die Vorlage passt.

Nachdem ich die Seiten versiegelt habe, klebe ich weitere Elemente mit Gel-Medium auf, z.B. ausgeschnittene und ausgemalte Stempelmotive, Schmucksteinchen und dünne, leichte Metall-Akzente. Für schwere Metallstücke verwende ich speziellen Bastelkleber, damit diese auch richtig fest sitzen. Ich klebe die Rückseiten meiner Art Journal Seiten immer zusammen, damit die Blätter mehr Stabilität bekommen, und auch dafür verwende ich Gel-Medium. Außerdem ist es wunderbar zum Arbeiten mit Stoff und Papier bzw. Pappe geeignet; der Klebstoff macht den Stoff nicht hart und fest, sondern trocknet spurlos. Den neuen Stoff-Einband meines Art Journals habe ich mit Gel-Medium festgeklebt, und das Buch fühlt sich wunderbar weich an, eben wie richtiger Stoff.

Stoff bleibt geschmeidig

Stoff bleibt geschmeidig

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Ich kann auch direkt auf die glatte Oberfläche stempeln oder malen. Für die Schriftzüge benutze ich z.B. Archival Ink von Ranger, die hält wunderbar, trocknet schnell und sieht gut aus. Die Distress Ink von Tim Holtz braucht etwas länger zum Trocknen, lässt sich jedoch ebenfalls problemlos verwenden. Die Pitt Artist Pens von Faber Castell nehme ich gerne zum Schattieren; auf der glatten Oberfläche lässt sich die Farbe in den ersten Sekunden mit dem Finger verwischen, ehe sie permanent trocknet. (Deshalb bestreiche ich aufgeklebte Papierstücke auch auf der Oberseite mit Gel-Medium, damit das Motiv komplett versiegelt ist.) Weiterhin kann ich die Oberfläche mit einfachen oder besseren Gelstiften bemalen. Die Farbe braucht ein bisschen Zeit zum Trocknen und bleibt mit Feuchtigkeit abwischbar.

Nicht so gut geht das Stempeln mit StazOn: Ein Stempel mit StazOn-Tinte bleibt auf dem Gel-Medium haften; beim Abziehen wird das Stempelbild unsauber, Tinte und winzige Stücke vom Gel-Medium können am Stempel haften bleiben. Daher verzichte ich meistens auf diese Stempeltinte, es sei denn, ich möchte gerade diesen Vintage-Look erzielen.

Mein Stempelkissen Frost White von Color Box ist supersaftig. Selbst auf normalem Papier verwende ich lieber den zweiten Abdruck, weil der Stempel zu viel Farbe aufnimmt. Auf dem Gel-Medium braucht die Farbe dann zwei, drei Tage, bis sie einigermaßen trocken ist. Und selbst später noch ist mir schon passiert, dass Stellen wieder verwischt sind. Die Stempeltinte Frost White ist also für diese Technik nur sehr eingeschränkt verwendbar.

Die weißen Flügel: erst gestempelt, dann embosst

Die weißen Flügel: erst gestempelt, dann embosst

 

Wenn ich weiße Motive aufstempeln möchte, embosse ich diese lieber. Auf Gel-Medium zu embossen, geht wunderbar; ich muss nur den Stempel ruhig halten und darf nicht zu fest drücken. Unsaubere Abdrücke, Embossingpulver, das überall glitzert, außer, wo es hingehört – das sind Folgen, wenn ich unsauber arbeite. Mit dem Gel-Medium hat das nichts zu tun.

Ich rate jedoch davon ab, schon fertig embosste Motive mit Gel-Medium zu versiegeln. Das Gel-Medium bleibt auf embossten Teilen als milchiger Film liegen; das sieht weniger schön aus.

Mir ist schon mehrfach passiert, dass ich mit der gestempelten Schrift, der Anordnung der aufgeklebten Motive oder dem Zierrat nicht zufrieden war. Dann lässt sich vieles wieder abreißen und abwischen, z.B. mit dem StazOn Stempelreiniger. Dabei kann der Gel-Medium-Film beschädigt werden, und ich rupfe kleine Stückchen mit ab. Der Hintergrund wird dadurch ein wenig in Mitleidenschaft gezogen, aber ich sage dazu Vintage-Look und finde, es ergibt nur noch mehr Struktur und Leben im Bild.

Vorher – Nachher

Vorher – Nachher

 

Außer Gel-Medium gibt es noch weitere Produkte, mit denen ich meine Arbeiten fixieren kann: Dorland’s Wax Medium, Distress Micro Glaze, Marabu Fixativ, auch Haarspray soll funktionieren. Ich habe einiges ausprobiert und bin doch wieder beim Gel-Medium angekommen. Ich kenne inzwischen die Vor- und Nachteile, und ich arbeite gerne damit. Es ist für mich sehr hilfreich zu wissen, mit welchen Schritten ich meine Art Journal beginne: Grundierung mit Gesso, Farbgestaltung mit Gelatos und anschließende Versiegelung mit Gel-Medium. Und dann beginnt die eigentliche Arbeit…

Liebe Grüße,

Eure Charlie

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe weder kostenlose Produktproben erhalten noch sonstige Vorteile aus meinem Bericht gezogen. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wieder. Charlotte Engmann

Schablonen – 10 Techniken für Projekte mit Stencils

Hier habe ich eine kleine Sammlung von Techniken zusammengestellt, die Ihr mit Euren Schablonen (Stencils) ausprobieren könnt. Es gibt vielleicht ein paar Varianten darunter, an die Ihr noch gar nicht gedacht habt. Mittlerweile sind Stencils ja sehr verbreitet und bereits von vielen Herstellern im Handel zu bekommen. Qualitätsmäßig hab ich bisher noch keine Unterschiede feststellen können. Dazu muss ich sagen, dass ich sicher nicht von jeder Firma welche in der Hand hatte.

Beim Arbeiten mit Schablonen versuche ich sie nach dem Gebrauch so gut es geht zu reinigen, um die Lebensdauer möglichst lang zu halten.

Hier sind meine liebsten Techniken:

Strukturpasten

Sehr häufig werden Schablonen zum Auftragen von Strukturpaste verwendet. Diese gibt es in verschiedenen Körnungen, Farben und natürlich Preisklassen. Aufgetragen wird sie in der Regel mit einem Malmesser. Mein Favorit ist hier die Strukturpaste „Fine“ von Pigment. Sie lässt sich wunderbar auftragen und trocknet unheimlich schnell. Der Preis ist auch sehr gut.

Um zu verhindern, dass die Paste unter Eure Schablone läuft müsst Ihr darauf achten, dass die Schablone möglichst plan auf der Oberfläche liegt. Bei mir klappt es, die Schablone mit Hilfe von Masking Tape auf der Unterlage zu fixieren. Wichtig ist auch, nicht x-mal mit dem Spachtel auf und ab zu „schmieren“. Lieber immer nur in eine Richtung und so wenig wie möglich über dieselbe Stelle streichen.

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Hier habe ich noch einen Tipp: Um einen besonderen Effekt zu erzielen, könnt Ihr gleich nach dem Auftragen der Paste Embossingpulver darauf streuen. Dieses wird dann wie üblich mit dem Heißluftfön geschmolzen. Das könnt Ihr sofort machen, dann wirft die Strukturpaste durch die Hitze jedoch Bläschen. Möchtet Ihr die Bläschen vermeiden, erhitzt Ihr das ganz erst nach dem Trocknen.

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Fran-tage Embossing Enamel

Anmerkung: Heavy Gel (pastöses Gel Medium) lässt sich ebenso gut mit dem Malmesser auftragen. Es trocknet transparent.

Farbe

Selbstverständlich kann man die Stencils auch nutzen, um Farbe aufzutragen. Verwendet wird hier meistens Sprühfarbe, Stempelfarbe, Acrylfarbe oder auch PanPastels. Für die Acrylfarbe eignen sich Make-Up-Schwämmchen am besten. Um ein Unterlaufen der Schablone zu vermeiden gilt hier: Weniger ist mehr! Nehmt nicht zu viel Farbe. Macht lieber einen Zweiten oder Dritten Farbauftrag nach dem Trocknen! Für Stempelfarbe nehme ich sehr gern das runde Ink Blending Tool von Tim Holtz.

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Sprühfarbe

Gesso / Acrylfarbe

Gesso / Acrylfarbe

Mein Tipp hier: Natürlich könnt Ihr ebenso Embossing-Tinte auftragen (dies mache ich direkt mit dem Kissen) und das Motiv mit dem gewünschten Pülverchen prägen.

Stencilmotiv embossed

Stencilmotiv embossed

Gelmalstifte/ Gelatos

Diese cremigen Farben kann man auf zwei Arten mit Schablonen verwenden. Zum einen könnt Ihr sie auf die Schablone malen und mit dem Finger einarbeiten, zum anderen könnt Ihr die Farbe mit Hilfe der Schablone und einem Babyfeuchttuch wieder entfernen. Letzteres funktioniert jedoch nur, wenn Ihr einen nicht porösen Untergrund habt. Das wäre z.B. Gesso. Von Gesso lassen sich übrigens auch andere wasservermalbaren Kreiden (z.B. Neocolor II) wieder lösen.

Gelatos durch Schablone

Gelatos durch Schablone

Gelatos auf Gesso, Farbe mit Schablone und Babytuch entfernt

Gelatos auf Gesso, Farbe mit Schablone und Babytuch entfernt

Verwendung mit Brushos

Ja, auch das funktioniert! Für diese sagenhaften Pülverchen verwendet Ihr am besten ein schweres Aquarellpapier (300g/m²). Um zu vermeiden, dass sich das Papier zu stark biegt, könnt Ihr es entweder mit Tape auf Eurer Unterlage fixieren, oder vorher die Rückseite anfeuchten. Für die Verwendung von Brushos mit Schablonen gibt es mehrere Möglichkeiten.

  1. Sprüht Wasser durch die Schablone und streut unverzüglich die Pigmente drauf. Nachdem Trocknen könnt Ihr nicht gelöstes Pulver „abstauben“
  2. Sprüht Wasser auf die Schablone, stempelt damit auf Euer Papier und streut sofort die Brushos drüber. Auch hier werden nach dem Trocknen die Pigmente entfernt, die daneben gelandet sind. Für diese Technik braucht man eine geeignete Schablone und die „richtige“ Menge Wasser. Das muss man einfach ausprobieren.

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  1. Brushos reagieren nach dem Trocknen ähnlich wie Distress Inks, wenn man Wasser hinzu gibt. Man kann die angefeuchtete Farbe zum Teil wieder wegnehmen. Sprüht also Wasser durch die Schablone auf Euren getrockneten Hintergrund, wartet ein wenig und nehmt dann die Farbe mit einem Küchentuch wieder ab. Natürlich könnt Ihr hier ebenso die Stempeltechnik verwenden.

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Kontur nachfahren

Ein Schablonen-Motiv könnt Ihr natürlich einfach auf den Hintergrund übertragen indem Ihr die Kontur mit einem Stift nachfahrt. Achtet dabei darauf die Schablone mit dem Finger immer nah am Stift zu fixieren, damit er Euch nicht darunter rutscht.

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Mono Printing

Sehr viel Spaß macht auch das Arbeiten mit einer Gel-Druck-Platte! Hier ist die Gelli Plate am bekanntesten. Auf die weiche Gelplatte wird Acrylfarbe aufgetragen. Anschließend presst man Papier darauf und erhält so einen Farbdruck. Um tolle Muster zu erhalten, kann man u.a. die Schablonen einfach zwischen Farbe und Papier legen. Hier gibt es jedoch soooo viele verschiedene Varianten, das würde den Rahmen sprengen.

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Durchstempeln

Eine sehr nette Idee ist auch das „Durchstempeln“ durch die Schablone. Um einen möglichst guten Abdruck zu erhalten, müsst Ihr an den Rändern der Schablone etwas mehr Druck ausüben.

Hintergrundstempel durch Schablone

Hintergrundstempel durch Schablone

Stempeln mit der Schablone

Um interessante Muster zu erhalten, könnt Ihr einfach mal mit der Schablone selbst „stempeln“. Hierzu eignen sich sehr gut Distress Inks.

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Prägen mit der Stanzmaschine

Eine weitere Variante ist das Prägen mit Hilfe der Schablone in der Big Shot. Das funktioniert mit den Stanzmaschinen anderer Hersteller natürlich auch. Da ich jedoch nur die Big Shot besitze, kann ich Euch nur dafür das richtige Sandwich zeigen.

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So muss Euer Paket durchgenudelt werden: Base Plate (Tab 1) + Clearplate (im Foto türkis) + Stencil + Papier + Silicone Rubber (schwarze Siliconmatte) + Impression Pad (schwarze harte Platte

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Maskieren

Die meisten Schablonen stehen nur als Negativ zur Verfügung. Hin und wieder sind aber die Ausschnitte, d.h. das Positiv der Schablone, mit dabei. Mit diesen könnt Ihr maskieren. Das bedeutet Ihr legt die Maske auf den Hintergrund und bearbeitet das was übrig ist. Hier gibt es z.B. die Möglichkeit zu Stempeln, oder einen fertigen Hintergrund zu übermalen.

Um ein unterlaufen der Maske zu vermeiden, kann man auf Leinwänden, wie unten im Bild, die Maske temporär mit Gel Medium befestigen. D.h. Ihr streicht die Kontur der Maske mit Gel Medium ein, lasst das trocknen, bemalt den Rest des Bildes mit Gesso (oder einer anderen Farbe) und entfernt die Maske wieder.

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In meinem nächsten Artikel zeige ich Euch, wie Ihr Euch Schablonen selber herstellen könnt.

Eure Susanne

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe weder kostenlose Produktproben erhalten noch sonstige wirtschaftliche Vorteile aus meinem Bericht gezogen. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wieder.

 

Venezia Stein Effekt zum selbermachen – Neuvorstellung und Anleitung

Alles Stein….oder was?

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Ich habe das große Glück, zu einem tollen Team von Kreativen zu gehören, die für die Firma Viva Decor tätig sein dürfen. Wir als Firma entwickeln, testen und produzieren innovative Produkte und alles made in Germany.

Jedes Jahr stellen wir dem Fachhandel auf der Creative World in Frankfurt unsere Neuheiten vor und ich bin ganz stolz, dass ich euch schon einmal vorab einen Blick durch das Schlüsselloch auf ein neues Highlight erlauben darf.

Stellt Euch vor, ich nehme euch mit zu einem Trip nach Venedig. Kennt Ihr die wunderschönen Hausfassaden dort? Diese verwitterten Optiken sind ja schwer im Trend. Wie klasse muss es sein, so etwas einmal selbst gestalten zu können.

Sandra_DSC_0240Ok, ihr denkt jetzt bestimmt: Steinfarben gibt es ja schon reichlich auf dem Markt….aber eine, die die Oberfläche aussehen lassen kann wie alte Venezianische Fassaden? Venezia Stein Effekt von Viva Decor hat sofort mein Herz erobert und macht mächtig viel Spaß. Streichen, spachteln, schleifen, lasieren….kann es etwas Schöneres geben?

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Ob auf Glas, Ton, Pappe, Holz, Kunststoff, Metall, Leinwand oder als Wandgestaltung….Venezia Stein-Look sind fast keine Grenzen gesetzt und das auch noch für den Innen- sowie Außenbereich. Mit 2 farblich unterschiedlichen Pasten – sowie den abgestimmten Lasuren – schafft ihr täuschend echte Steinoptiken à la Venedig.

Damit nichts vergessen wird, haben wir Komplettsets zusammengestellt, die den Start erleichtern.

Die 3 unterschiedlichen Sets wurden farblich aufeinander abgestimmt und haben folgenden Inhalt:

  • 2 Dosen á 90 ml Venezia Stein-Look in unterschiedlichen Farbtönen
  • 2 Lasuren á 28ml in unterschiedlichen Farbtönen
  • 1 Schleifschwamm
  • 2 Kreativschwämme
  • 1 Step-by-step Flyer

Sandra_V-Setinhalt-RossoaAls Varianten könnt Ihr bekommen:

Set Bianco (für helle, sandige Steinoptik)

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Set D‘oro (für kräftig warme Ockertöne)

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Set Rosso (für rötlichen Stein)

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Solltet Ihr noch Nachschub an Pasten und Lasuren brauchen, gibt es die Pasten auch in großen 250 ml Dosen und die Lasur Pens mit 28 ml nachzukaufen.

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Und wie geht das Ganze???

Sandra_DSC_0289a1) Nichtsaugende Untergründe sollten auf jeden Fall dünn vorgestrichen werden, damit die Haftung besser ist.

Sandra_DSC_00212) Die verschiedenen Pasten danach – nass in nass – ineinander arbeiten.

Die Farbtöne können sich somit vermischen.

Sandra_DSC_00283) Gut durchtrocknen lassen und anschließend schleifen.

Sandra_DSC_0002a4) Über die geschliffene Oberfläche werden anschließend die beiden Lasuren gewischt.

Gebt die Lasur auf den Schwamm und verreibt sie fest, partiell oder über das gesamte Objekt, sodass die Lasur in den Vertiefungen hängen bleibt.

Je nachdem, ob Ihr es lieber heller oder dunkler mögt, verwendet Ihr mehr oder weniger von der hellen oder dunklen Lasur.

Sandra_DSC_0294a5) Es gibt auch die Möglichkeit, die erste Pastenfarbe flächig aufzutragen und trocknen zu lassen und mit der anderen anschließend darüber zu spachteln. Somit vermischen sich die Farben nicht und es entsteht eine andere Optik. Auch diese Variante sollte anschließend geschliffen werden und kann je nach Geschmack wieder lasiert werden.

Also streift mal durch die Wohnung und schnappt euch ein paar alte Schätzchen, die einen „alten“ Anstrich verdient haben und ich wünsche euch genau so viel Spaß, wie ich ihn beim Gestalten habe.

Auf die Steine…fertig…los….

Sandra Palm

Dieser Artikel spiegelt die persönliche Meinung und Erfahrungen des Autors wider. Die Kreativtester haben dafür weder kostenlose Produktproben, noch eine monetäre Vergütung erhalten. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Kreativtester

Ich liebe Gelatos – Die wunderbare Welt der Art Journale, Teil 4

Hallo allerseits!

Ich habe die Gelatos von Faber Castell durch Testerschwester Linda Budinger kennen gelernt. Da ich immer gerne mit Wachsmalern gemalt habe, war es nur logisch, den nächsten Schritt zu tun und mir die wasserlösliche ‚Neuauflage‘ zuzulegen, vor allem, da es die Stifte nun auch in Deutschland zu kaufen gibt. Dementsprechend habe ich die Hintergründe meiner allerersten Art Journal-Seiten mit Gelatos gemalt, mit den Sets „Blau“ (für Meer/Wasser) und „Gelb“ (für Sand/Wüste).

Erstellt mit dem Set "Mix&Match Gelatos Blue

Erstellt mit dem Set „Mix&Match Gelatos Blue

Für Autorinnen gibt es nicht schlimmeres als eine leere Seite, und ich denke, für Bastlerinnen gilt das gleiche. Ich finde es immens schwierig, aus dem Nichts Etwas zu erschaffen. Manchmal habe ich für meine Art Journale schon konkrete Vorstellungen, welche Stempelbilder und Sinnsprüche auf welche Seite kommen sollen. Aber manchmal stehe ich auch vor einem weißen, leeren Blatt, und mir fällt nichts ein.

Dann greife ich zurück auf meine Standard-Prozedur: Die Seite mit Gesso grundieren und mich dann für ein Farbschema entscheiden, das ich aus den 4er Sets der Gelatos-Stifte auswähle. Mit dem hellsten bzw. zweithellsten Farbton färbe ich die ganze Seite ein und verwische die Striche mit einem Feuchttuch. Dann nehme ich den nächst-dunkleren Stift und färbe den Rand und einige Stellen in der Mitte dunkler. Inzwischen reicht die Feuchtigkeit an meinen Fingern und auf dem Blatt, um die Farben übergangslos zu verwischen. Zuletzt nehme ich einen noch dunkleren Stift und male den Rand nach.

Wenn ich vorher daran denke, stemple ich zwischen dem Gesso und den Gelatos ein Hintergrund-Motiv, z.B. einige Textzeilen oder Musiknoten. Wenn ich es vergesse, füge ich die Stempel nach dem Farbauftrag hinzu. Wichtig dabei ist, dass die Stempelfarbe nicht wasserlöslich ist. Und voilà, schon ist die Seite nicht mehr leer und beängstigend, sondern voller Strukturen, die ich weiter ausbauen kann.

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Erstellt mit dem Set „Mix&Match Gelatos Yellow“

Wie schon im Testvergleich zwischen Gelatos, Gelmalstiften und Art Crayons erwähnt, sind die Gelatos in 2er, 4er, 12er oder 28er Sets erhältlich, d.h. so viele Stifte sind enthalten. Die mittleren Sets werden z.B. als 15teilig ausgezeichnet, es sind jedoch 3 Werkzeuge enthalten. Bei den 33teiligen großen Sets sind es 5 Werkzeuge (Pinsel und Stempel).

Letztes Jahr waren die Stifthüllen noch undurchsichtig, aber inzwischen hat Faber Castell neue Farbtöne und Sets herausgegeben, bei denen die Stifthüllen durchsichtig sind. Das hat den Vorteil, dass wir sehen können, wie viel Farbe uns noch bleibt.

Was die Zusammenstellung der Sets anbetrifft, herrscht inzwischen ein buntes Durcheinander. Im letzten Jahr war es noch einfach. Das Color Gift Set (28 Stifte) enthielt die kleineren Packungen Black&White, Blue, Red, Yellow, Green, Neutral, Gold&Silver und Metallic (4er Set). Die Sets Steampunk, Tropical und 50s Diner boten zusätzliche Farbtöne an.

Inzwischen sind weitere vier 4er, drei 12er und ein großes Set (Dolce 2) erschienen. Das Set Dolce 2 enthält alle neue Farben plus Steampunk, Tropical und 50s Diner. Die einzige Überschneidung mit dem ersten großen Set sind Gold Champagner und Silver Ice. Wer mehr darüber wissen möchte oder eine gezielte Frage hat, kann sich gerne direkt an mich wenden.

Zusätzlich zu all diesen Sets werden die Gelatos noch in verschiedenen Mix Media Kits angeboten, in denen neben Pinseln und Stempeln auch Schablonen und andere Stiftarten enthalten sind. Das Gute daran ist, dass die Farben tatsächlich alle zusammen passen und der Name Faber Castell für die Qualität der Produkte steht.

Ich habe mich im letzten Jahr unter anderem auch für die Gelatos entschieden, da diese vielseitig verwendbar sind bzw. sein sollen. Sie lassen sich auf Stempel auftragen, mit Schablonen verwenden, als Wasserfarbe versprühen, mit Gesso und Strukturpaste vermischen, und und und. Jüngst habe ich sogar gesehen, dass wir sie ganz einfach auf Stoff auftragen und verarbeiten können.

Unterschrift: mit Schablone und Gelatos Strukturpaste imitieren (siehe Kreise/Bubbles)

Unterschrift: mit Schablone und Gelatos Strukturpaste imitieren (siehe Kreise/Bubbles)

Im März 2014 hat Linda Budinger die Gelatos mit den Stylex-Stiften (z.B. bei Tedi) verglichen und dabei getestet, wie die beiden Produkte als Stempelfarben funktionieren. Sie hat damit einen besseren Erfolg als ich. Schaut Euch nachher an, wie ihre Ergebnisse mit Gelatos auf Stempeln aussehen!

Testerschwester Bärbel Born zeigt uns in einem Video, wie wir mit den Marabu Art Crayons und einem feuchten bzw. trockenen Tuch sehr schön schattieren und kolorieren können. Ich bin sicher, die gleiche Technik funktioniert mit den Gelatos, da es ebenfalls Gelmalstifte sind, nur ein wenig trockener in der Konsistenz.

In meinem Artikel „Gelatos, Art Crayons und Gelmalstifte im Test“ zeige ich erste Ergebnisse mit Gelatos und einer Schablone. Inzwischen habe ich wieder etwas hinzugelernt. Ein Ergebnis ohne dicke Kanten an den Schablonenrändern erhalten wir, wenn wir die Gelatos erst auf die Schablone auftragen und dann mit einem Dabber verteilen.

"Die Rechnung wird mit Blut bezahlt"

„Die Rechnung wird mit Blut bezahlt“

Weitere Werkzeuge, die Faber Castell u.a. in separaten Tool Kits anbietet, sind:

– Palettenmesser (um z.B. Farbstücke abzuschneiden)

– Pinsel mit Silikonborsten

– Wassertankpinsel

– Sprühfläschchen

– Tropfpipette

– Pinsel mit langen, harten Borsten

– Dabber

– Papierwischer (Stift)

– Keilschwamm

Die Gelatos-Farbe lässt sich in Wasser auflösen und kann dann in Sprühfläschchen gefüllt und gesprüht werden. Ich habe es noch nicht selbst ausprobiert, aber ich denke, dass die Farbe schnell die winzigen Düsen verklebt und die Sprühflasche daher gründlich gereinigt werden sollte. Die Gelatos können auch verwendet werden, um Gesso oder die Strukturpaste Whipped Spackle zu färben.

Mit dem Papierwischer lässt sich die Gelatos-Farbe auf glatten Flächen sehr gut „in Form schieben“, um Ecken auszufüllen oder Linien zu korrigieren, wo ich über den Rand hinaus gemalt habe. Ich habe diese Technik bei meiner zweiten Art Journal Seite erfolgreich angewendet, obwohl ich damals kaum Bastelerfahrung besaß.

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Erstellt mit dem Set „Mix&Match Gelatos Red“ (mit Rot, Rosa, Violett-Töne)

Wie wir sehen, gibt es sehr viele Möglichkeiten, wasserlösliche Wachsmalstifte wie die Gelatos zu verwenden. Die Farben trocknen rasch – doch sie bleiben weiterhin wasserlöslich. Wenn ich über die bemalten Stellen feste reibe, bleibt Farbe an meinen Fingern hängen. Es gibt jedoch mehrere Möglichkeiten, die Farbe zu fixieren, entweder ‚zwischendurch‘ oder am Ende, wenn das Kunstwerk für vollendet erklärt wurde. Welche Produkte das sind, berichte ich Euch in meinem nächsten Teil der Wunderbaren Welt der Art Journale.

Liebe Grüße,

Eure Charlie

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe weder kostenlose Produktproben erhalten noch sonstige Vorteile aus meinem Bericht gezogen. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wieder. Charlotte Engmann

 

Grundieren mit Gesso – Die wunderbare Welt der Art Journale, Teil 3 und der ultimative Gesso-Test

Hallo allerseits!

Wie das letzte Mal schon angekündigt, wollen wir uns heute mit verschiedenen Sorten von Gesso beschäftigen. Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass ich am besten damit beginne, die Seiten meiner Art Journale mit Gesso zu grundieren, sofern ich kein Musterpapier oder ähnliches als Untergrund verwende. Das hat drei Vorteile: Ich benötige weniger Farbe, um die Seiten zu kolorieren, ich erhalte eine erste Struktur, und wenn ich Farbe wegwische oder Zierrat wieder abreiße, wird das Journal-Papier geschont.

5 Sorten Gesso im Test

5 Sorten Gesso im Test

„Gesso. Gesso. Yeso“ von Faber Castell

Zumeist verwende ich das feine weiße Gesso von Faber Castell. Ich sage ‚fein‘, weil es dünnflüssig ist und auch etwas teurer in der Anschaffung. Ich bin jedoch sehr zufrieden mit dem Produkt. Das Gesso kommt in einer praktischen Dose mit Schraubverschluss und lässt sich gut verarbeiten. Schon beim Auftragen ziehe ich mit dem Pinsel Muster in das feuchte Gesso: senkrechte oder waagerechte Linien, schwach oder stark gewellte Wellenlinien, oder ich tupfte mit den Borsten auf die Farbe.

Das Gesso von Faber Castell besitzt keine allzu große Deckkraft, lässt sich dafür aber verwenden, um Bilder abzutönen, wenn sie zu farbig und zu kontrastreich sind („Whitewash“-Technik). Ich kann das Gesso entweder direkt auftragen oder mit Wasser verdünnen, je nachdem, wie stark das Weiß abdecken soll.

Zu bunt – zu weiß

Zu bunt – zu weiß

Da dieses Gesso sehr dünnflüssig ist, lässt es sich nicht mit Schablonen verwenden; die Farbe quillt unter die Schablone und verändert den Abdruck. Es eignet sich jedoch gut, um weiße Farbspritzer auf den Seiten zu verteilen. Mit ein bisschen Wasser verdünnt und mit einem dicken oder dünnen Pinsel verspritzt, zaubert das Gesso wunderbare Sternenpunkte oder Luftblasen ins Bild.

Noch mal ein leichter Farbauftrag, und fertig.

Noch mal ein leichter Farbauftrag, und fertig.

„Studio acrylic medium Gesso“ von Creall

Die zweite Sorte von Gesso, die ich regelmäßig verwende, ist das „Studio acrylic medium Gesso“ von Creall. Ich hatte es das erste Mal bestellt, weil es spürbar preiswerter als das Faber Castell Produkt ist. Aber es hat auch etwas andere Eigenschaften: Creall Gesso ist dicker und satter im Auftrag. Ich verwende es, wenn ich sichtbare Strukturen erzeugen möchte, wie z.B. auf der Seite „King of my Castle“ (siehe letzter Beitrag) oder eine Art Höhlenwand (siehe „c wie cursum perficio“). Für letzteres habe ich einen Spatel verwendet und bewusst dicke Ränder stehen gelassen.

Dickflüssiges Gesso ergibt sichtbare Strukturen.

Dickflüssiges Gesso ergibt sichtbare Strukturen.

Wird das feuchte Gesso mit Hitze behandelt, z.B. mit dem Heattool, wirft es Blasen, die die Seite noch interessanter gestalten. Ich habe noch nicht ausprobiert, ob sich das Gesso mit einer Schablone verwenden lässt, glaube aber nicht, dass es gut funktionieren wird. Es sei denn, ich möchte bewusst einen verschwommen, verwischten Effekt erreichen.

"C wie Cursum perficio"

„C wie Cursum perficio“

„Acryl Gesso“ von Marabu

Für die Kreativtester habe ich drei weitere Sorten Gesso getestet, die ich noch nicht im Art Journal verwendet habe. Das erste ist „Acryl Gesso“ von Marabu. Von der Konsistenz her liegt es zwischen den Produkten von Faber Castell und Creall. Es lässt sich leicht aus der Tube drücken und gut auftragen. Mit dem Pinsel habe ich Wellenlinien gezogen und mit einem blauen Gelato-Stift sichtbar gemacht (2). Im unteren Drittel der linken Seite (3) habe ich Distress Ink mit dem Blending Tool aufgetragen. Rechts oben (4a) habe ich das Gesso mit einer Bienenwaben-Schablone verwendet und daneben (4b) einen Ghostprint gedruckt (also die Schablone umgedreht und auf das Papier gepresst). Im unteren Teil habe ich das gleiche mit der Schablone „Chickenwire“ gemacht, die ja quasi die Umkehrung der Bienenwaben ist. Da ich – superklug wie ich bin – weißes Gesso auf weißem Papier verwendet habe, habe ich die schablonierten Stellen mit Distress Ink eingefärbt. Die Stempeltinte ist in das unbehandelte Papier eingezogen und ließ sich mit einem feuchten Tuch vom Gesso gut wieder abwischen.

Testseite mit "Acryl Gesso" von Marabu

Testseite mit „Acryl Gesso“ von Marabu

Ob sich das Marabu Gesso gut mit Schablonen verwenden lässt, darf jetzt jede/r selbst entscheiden. Ich finde, der Ghostprint vom Chickenwire (5b) ist toll geworden, aber ich weiß nicht, ob ich den Effekt reproduzieren könnte.

Die beiden roten Flecke rechts in der Mitte sind rote Acryl-Farbe (6a) und die gleiche Farbe mit Gesso vermischt (6b). Ich wollte wissen, wie sich das Gesso auswirkt, und ja, es färbt das Rot in Richtung Pink/Rosa.

„Heavy Gesso Black“ von art basics

Auf die gleiche Art habe ich auch zwei Sorten schwarzes Gesso getestet. Das erste ist das „Heavy Gesso Black“ von art basics. Und ja, es ist sehr ’schwer‘. Die Dose wiegt schon schwer in der Hand, und das Gesso kommt als dicker, satter „Platsch“ aus der Dose. Da ist der Pinsel gleich voll zähflüssiger Farbe, deren Konsistenz mich an Handcreme erinnert. Das Gesso lässt sich gut verteilen, deckt zufrieden stellend und erzeugt sichtbare Strukturen.

Da die Gelato-Stifte Pigmentfarben sind, sind sie auf dem schwarzen Untergrund sichtbar (2), während Distress Ink (3) naturgemäß ‚verschwindet‘. Das Schablonieren geht recht gut (4/5), und mit dem Gesso lässt sich Acryl-Farbe auch abtönen.

Testseite mit "Heavy Gesso Black" von art basic

Testseite mit „Heavy Gesso Black“ von art basic

Ich glaube, das Wichtigste bei der Verwendung von Heavy Gesso ist, nur wenig Farbe auf den Pinsel aufzunehmen oder sie mit einem Spatel für die entsprechenden Effekte zu verwenden.

„Studio Black Gesso“ von Claudine Hellmuth, aus dem Hause Ranger

Als letztes möchte ich Euch das „Studio Black Gesso“ von Claudine Hellmuth aus dem Hause Ranger vorstellen. Die Farbe ist flüssig, hat aber irgendwie eine ‚trockene‘ Konsistenz. Sie lässt sich glatt verstreichen, so dass nur sehr feine, nahezu unsichtbare Strukturen entstehen. Und sie trocknet sehr, sehr schnell. Daher eignet sie sich am besten für das Arbeiten mit einer Schablone.

Testseite mit "Studio Black Gesso" von Claudine Hellmuth / Ranger

Testseite mit „Studio Black Gesso“ von Claudine Hellmuth / Ranger

Da aus dem Probefläschchen nur ein dünner Streifen Farbe kommt, fand ich das Einfärben der ganzen Seite sehr mühsam. Vermutlich geht es besser, wenn man die große Dose kauft und mit einem Pinsel arbeiten kann. Egal ob große oder kleine Tube, die Deckkraft ist auf alle Fälle überzeugend.

Fazit

Jedes Produkt hat seine Vor- und Nachteile. Ich bin glücklich mit meinen beiden Sorten von Faber Castell und Creall, aber auch die anderen Gesso-Sorten haben den Test bestanden. Letztlich hängt die Verwendung ja davon ab, was ich damit erreichen möchte, wobei auch hier gilt: Es gibt kein Falsch, alles wird schön und gut.

Liebe Grüße,

Eure Testerschwester Charlie

P.S.: Grundierungsfarbe aus dem Baumarkt wäre zwar die billigste Lösung, aber die Farbe ist zu grob für Papier und Pappe und von daher nicht zu empfehlen.

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe weder kostenlose Produktproben erhalten noch sonstige Vorteile aus meinem Bericht gezogen. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wider. Charlotte Engmann