Buchvorstellung „Zen Jewels“

Als ich im Frühjahr eines der neuen Bücher aus dem frechverlag in Händen hielt, war ich doppelt begeistert: Zum Einen wurde der Trend der Ausmalbücher auf ein neues Level gehoben, zum Zweiten kam ein Material zum Einsatz, welches Stempelfans schon lange kennen und lieben: Schrumpffolie.

Inhaltsangabe und Angaben des Verlags:

Autorin: Gudrun Schmitt

Titel: ZenJewels

Untertitel: Auf magischer Shrinky-Folie tangeln und ausmalen

TOPP 4219 | ISBN 9783772442193 kreativ.kompakt., Softcover, 32 Seiten, 17 x 22 cm, mit Folie zum Ausprobieren

Inhalt: Individuellen Schmuck im Zen-Design gestalten und selber machen.

Nehmen Sie sich eine Auszeit vom Alltag und bemalen Sie ganz entspannt Schrumffolie entweder mit Tangles oder Sie malen liebevoll gestaltete Design aus. Dann ausschneiden oder ausstanzen und einfach im Backofen schrumpfen. So wird das Material um ein Vielfaches kleiner und dicker. Die so entstandenen Elemente können Sie dann zu individuellen Schmuckstücken weiter verarbeiten.

Wer die Bücher des Verlages kennt, dem ist das Format vertraut: Die „kreativ kompakt“ Reihe kommt immer im Format 17×22 cm, und passt somit in jede Handtasche. Vorne und hinten kann man den Einband ausklappen, und findet weitere Informationen welche man während der Lektüre öfter nachschlagen möchte.

In der Mitte findet man die Vorlagenbögen eingeheftet, sowie zwei Klarsichthüllen, in denen herausgetrennte Vorlagen sowie Material-Reste praktisch aufbewahrt werden können, und immer zur Stelle sind, wenn man das Buch wieder zur Hand nimmt. Der Preis von 8,99 Euro ist für Umfang und Ausführung angemessen.

zen jewels

Im Buch ist ein Bogen Shrinky-Folie enthalten, mit dem man gleich loslegen kann. Dieser ist auf einer Seite leicht angeraut, damit Farben und Stifte besser haften. Eine Bezugsquelle konnte ich im Buch nicht finden, auf Nachfrage wurde mir die Firma Rayher genannt, welche diese Folien im Sortiment hat (Bezugsquellen am Ende des Artikels).

zenjewels

Ebenso konnte ich keine exakten Verarbeitungsanweisungen für die Folie finden, diese befinden sich jedoch auf der Verpackung der Schrumpffolien. Wir haben uns einige zusenden lassen, und so können wir euch die Temperatur nennen, mit der man die Folie schrumpfen muss: Mit 175 Grad Celsius wird der Backofen vorgeheizt, die Folie auf ein mit Alufolie ausgelegtes Backblech gelegt (wie im Buch beschrieben) und geschrumpft.

Im Buch finden sich zahlreiche Anwendungsbeispiele mit verschiedenen Folien. Alle Vorlagen sind im Buch in Originalgröße enthalten. Um euch einen Eindruck zu geben, habe ich eines der Motive ausgewählt und nachgearbeitet. Zum Übertragen der Motive muss man permanente Stifte benutzen. Ich habe meine PITT Stifte von Faber Castell verwendet, die zwar permanent werden, jedoch nicht ausreichend schnell trocknen auf dem nicht saugenden Untergrund, hier würde ich das nächste Mal andere Stifte verwenden. Achtet auf eine permanente Qualität für Folien.

zenjewels

Nach dem Trocknen kann man die Motive colorieren. Hier bieten sich viele Farben und Stifte an, ich habe meine Polychromos ausgepackt und es hat sehr gut geklappt. Für das Foto habe ich ein weißes Blatt untergelegt, um die Farben zu zeigen. Mit einer kleinen, scharfen Schere werden die Motive dann VOR dem Schrumpfen ausgeschnitten.

zenjewels

Wer noch nie mit Schrumpffolie gearbeitet hat, der wird über die Intensität der Farben erfreut sein, die nach dem Schrumpfen entstehen. Wie das Motiv werden auch die Farben auf der Folie „zusammengezogen“ und verstärkt. So werden auch Anfängern schöne Colorierungen gelingen.

Nach dem Erhitzen im Backofen werden die Motive um ca 40-50 % kleiner. Die Fotos im Buch veranschaulichen sehr gut die Größen der Motive vom Vorlagenbogen, nachdem sie geschrumpft wurden, eine große Hilfe für jeden, der sich unsicher ist, wie groß sein Motiv nach dem Schrumpfen wird.

zenjewels

Mein Eindruck von dem Buch ist sehr positiv. Mir gefällt besonders, dass auch Einsteiger in das Hobby Projekte finden, welche auf Anhieb gelingen werden. Mit Tipps zur Anwendung sowie Pannenhilfe kann man auch aufwändigere Projekte wie mehrteilige Ketten und sogar Ringe angehen.

Ich würde mir wünschen, zum Thema Schrumpffolie noch weitere Buchtitel zu sehen.

Eure Testerschwester Bärbel

 

Bezugsquellen:

https://www.topp-kreativ.de/zenjewels-4219.html

Schrumpffolie bei Rayher (aktuell fand ich nur schwarz, habe aber auch andere Farben dort bekommen, bitte nachfragen)

 

 

Disclaimer:

Wir haben das Buch „ZenJewels“ vom frechverlag kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Ebenso einige der Folien zum Testen, von der Firma Rayher. Dies hat unsere Meinung in keinster Weise beeinflusst, der Artikel stellt unsere eigene Meinung dar.

 

 

In eigener Sache: Wir legen eine Sommerpause im Blog ein.

Vom 15. Juli – 31.August könnt ihr uns weiterhin auf Facebook verfolgen, neue Blogartikel gibt es dann nach der Sommerpause.

Einen traumhaften Sommer wünscht euch das Team der Kreativtester

https://www.facebook.com/kreativtester/

Merken

Merken

Merken

Merken

Kreativität zu vermieten

Wann immer unsere Testerschwestern interessante Kreativläden finden, wollen wir euch diese vorstellen. In lockerer Folge haben wir bisher über einige Geschäfte berichtet, alle Artikel dieser Serie findet ihr hier: http://www.kreativtester.de/bezugsquellen/homestory/ Da wir nicht überall sein können, freuen wir uns auch über EURE Berichte! Wenn ihr einen schönen Laden kennt, nehmt Kontakt zu uns auf! Wir würden uns freuen, wenn ihr Euer Lieblingsgeschäft aus eurer Sicht für unsere Leser beschreiben würdet.

Der letzten Bericht über eine Ladeneröffnung liegt schon ein Weilchen zurück. Auch diesmal möchten wir für euch über ein mutiges Paar berichten, welches am vergangenen Wochenende den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat, und erstmals seine Türen für geneigte Kunden öffnete. Wie in unseren letzten Bericht geht es um das Konzept der Mietregale. In Wuppertal (Bericht HIER) wird neben den Regalen auch eine Auswahl an Bastelmaterial angeboten. Ganz anders in Leichlingen: Hier gibt es zu 100% Selbstgemachtes, Kunst und DIY.

Das Schöne an dem neuen Geschäft „Flick-Schnack“: Es liegt quasi vor unserer Haustür, und somit in unmittelbarer Nähe von 80% der Kreativtester. Also werden wir nicht nur die Eröffnung begleiten, sondern auch den Werdegang erleben.

Das Konzept an sich ist nicht neu: Fragt man Google nach „Mietregale“, fanden wir den ältesten Artikel darüber um ca 2013, gewiss gab es in den großen Metropolen schon früher solche Konzepte. Ein Mietregal ist ein Regal, das man mieten kann. Logisch. In den Kreativläden werden diese meist mit Selbstgemachtem gefüllt, der „Mieter“ bucht nur eines der Regale, verkauft darin seine Ware und zahlt seine Miete für diesen kleinen Teil des Ladens. So wird das Risiko minimiert, und es entsteht eine dynamische Vielfalt durch immer neue Produkte in den Regalen von vielen verschiedenen Anbietern und unterschiedlichen Stilrichtungen.

Dieses simple wie geniale Konzept bietet gleich zwei Gruppen ganz neue Chancen: Den Herstellern schöner Dinge, und den Käufern dieser Dinge. Die Ersten finden hier eine Verkaufsplattform, die weniger Aufwand und Kosten bedeutet als ein eigenes Geschäft, Verkaufsstand oder Internetshop. Die Käufer der Produkte können sicher sein, dass die Herstellung gewissenhaft geschieht, fair bezahlt wird und die Krönung des Ganzen: Kauft man solch ein DIY Objekt, kann man sich ziemlich sicher sein, dass es kein Zweites davon gibt, welches dem Fund aus dem Mietregal genau gleicht. Immer wieder sind Details verschieden, bei manchen Anbietern kann man sogar individuelle Wünsche äußern, was Material und Ausführung angeht.

Neben der Erfüllung des Wunsches das ganz Besondere zu finden, bietet ein Geschäft mit Mietregalen auch Inspiration und Kommunikation. Man kommt ins Gespräch über die Künstler und die Kreativen hinter den Produkten. Die „Ware“ ist nicht anonym und wird von namenlosen Wesen meist für Billiglöhne hergestellt, hier hat jedes Teil, welches über den Ladentisch wandert, eine Seele und „Eltern“, die bei der Gestaltung Energie und Herzblut vergossen haben.

Wir gratulieren Nicole und Oliver Dams zu ihrem zuckersüßen Lädchen, und wünschen viel Erfolg für die Zukunft.

Die Facebookseite findet ihr hier: https://www.facebook.com/diehandmadeboutique

Wer nicht auf Facebook aktiv ist, der findet das Geschäft hier: www.flick-schnack-boutique.de

Die genaue Adresse: Gartenstrasse 4-6, 42799 Leichlingen

mietregal_collage

Wie ihr auf den Bildern ahnen könnt, findet man im Flick-Schnack wirklich alles, was kreative Hände werkeln können, in hoher Qualität. Nicole selbst bietet eigene Kreationen aus alten Kaffeesäcken an, sowie einige ausgesuchte Handarbeiten in alten Techniken wie zum Beispiel Naalbinding. Wer sich für Naalbinding interessiert, kann auch demnächst Kurse im Laden besuchen.

Einen umfassenden Rundgang hat Testerschwester Bärbel für euch gefilmt, am Tag der Eröffnung, dort sieht man am Ende auch einige Naalbinding-Werke aus der Nähe.

Wir hoffen, ihr schaut einmal in unserem schönen Städtchen vorbei. Dabei könnt ihr auch Flick-Schnack besuchen.

Ihr habt eigene Geschäfte im Ort, deren Konzept oder Angebote interessant für unsere Leser sind? Schreibt uns, und wir besprechen mit euch, wie wir darüber berichten können.

Eure Testerschwester Bärbel

 

Disclaimer: Ich habe für die Erstellung dieses Textes keinerlei Zuwendung oder Produkte erhalten, nur ein paar Kekse und einen Kaffee bei der Eröffnung. Der Bericht spiegelt meine eigene Meinung wieder.

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Fanshirt selbermachen

In ein paar Tagen ist es wieder soweit: Mit dem Anpfiff zur Fußball-Europameisterschaft 2016 beginnt wieder das Fußballfieber. Seit wir vor zehn Jahren (ist das schon so lange her?) Ausrichter der WM gewesen waren, ist bei solchen Ereignissen Flaggenpflicht! Hatten wir damals meist noch selbst gebastelte Accessoires in Schwarzrotgold am Start, so wird man heute mit Dekorationen und Kleidung in allen erdenklichen Ausführungen verwöhnt.

Aber mal ehrlich: Ist Selbermachen nicht viel schöner? Ich habe heute eine Anleitung für euch, die ebenso simpel wie schnell gemacht ist. Die Materialien sollte jeder Bastelladen führen: Stoffmalfarben in Deutschlandfarben. Was ihr sonst noch braucht- Silikonunterlage, Spachtel und ein weißes TShirt- werdet ihr ebenfalls überall bekommen, oder von der Nachbarin ausleihen können.

 

Die Anleitung ist Teil eines Buches, welches euch 80 Projekte von Kreativen aus aller Welt zeigt:

Around the World with 80 Artists

Eure lieben Testerschwestern Heike Linnek, Susanne Rose und Bärbel (die hier schreibt) sind in dem Buch vertreten! Allein das ist schon ein Grund es zu kaufen, ein weiterer ist der gute Zweck: 20% der Erlöses werden dem Malala Fund zukommen, der Mädchen zu einer Ausbildung verhilft, denen sonst keine zuteil werden würde. (Die Autoren haben ihre Anleitungen übrigens kostenlos zur Verfügung gestellt.)

 

EM Fanshirt

Material:

  • weißes Shirt oder eine Baumwolltasche
  • Stoffmalfarbe, optional Stoffspray, Stoffmalstift
  • Silikonmatte (Backmatte)
  • Spatel, Buttermesser, Gummipinsel oder ähnliches
  • Gummiwalze
  • Papiertücher
  • evtl. Pailletten, Knöpfe oder ähnliches

 

Monoprint Utensilien

Monoprint Utensilien

 

Anleitung

Den Stoff ohne Weichspüler vorwaschen. Der Stoff sollte mindestens 80% Naturfasern enthalten, beachtet dazu die Angaben der Hersteller eurer gewählten Stoffmalfarbe.

Den Stoff bügeln, eine glatte Unterlage erzielt die besten Resultate.

Legt ein Papiertuch oder Plastiktüte zwischen die Stofflagen, damit die Farbe nicht auf die Rückseite durchsickern kann.

Öffnet die Farbe und legt euer Werkzeug zurecht. Das Drucken sollte recht zügig vor sich gehen, da sonst die Farbe auf eurer Unterlage antrocknet und keine optimalen Drucke erzeugt.

Gebt etwas Farbe auf die Silikonmatte. Für das Fanshirt natürlich einen Streifen schwarz, dann rot und dann gold oder gelb, für unsere Anleitungsfotos hatten wir (es sollte ja für ein internationales Publikum verständlich sein) einen gelb-roten Farbverlauf verwendet. Die Farbe sollte gleichmäßig verteilt werden, wenn ihr keine Gummiwalze (wird auch für Linoldruck verwendet) zur Hand habt, könnt ihr die Farbe mit einer Malerwalze aufbringen oder einem Silikonnudelholz. Bitte übt den Farbauftrag erst einmal, bevor ihr euer Shirt bedruckt.

Mit einem Spachtel, Gummirakel oder- falls dies alles nicht zur Hand ist einem vorne abgerundeten Streichmesser oder Eisstiel- nehmt etwas von der Farbe ab. Dabei malt ihr ein Herz oder schreibt eine Botschaft. Bei Schriften MÜSST ihr natürlich spiegelverkehrt schreiben!

Monoprint Bild1

Wenn ihr Farbe wegnehmt, könnt ihr euer Werkzeug ab und zu mit einem Papiertuch abwischen, damit ihr neue Farbe aufnehmen könnt.

Auch hier ist es hilfreich, das Ganze einmal zum Test auf ein Blatt Papier zu drucken. Hierzu legt ihr das Blatt oder später euer Shirt vorsichtig auf die „Druckplatte“ auf. Vorsichtig von hinten über das Papier/Shirt streichen und die Farbe aufnehmen. Langsam wieder abziehen, ohne die Farbe zu verschmieren. Das ist leichter als es klingt!

Monoprint Bild2

Monoprint Bild2

Nun müsst ihr euer Werk nur noch trocknen lassen und gemäß den Herstellerangaben fixieren, meist geschieht dies durch Bügeln.

Monoprint Bild3

Für das Fanshirt habe ich das Design schlicht gehalten. Andere Projekte in dem Buch habe ich nach dem Drucken und Trocknen weiter verziert. Dazu kann man benutzen, was die Restekiste hergibt: Knöpfe, Pailletten oder Bänder. Man kann auch Farbspray einsetzen oder Farbe mit einem dicken Borstenpinsel als Kleckse ausspritzen. Erlaubt ist, was gefällt.

Als Model für das Deutschland-Shirt musste Testerschwester Heike herhalten. Da wir die Fotos bereits im März machen mussten, könnt ihr euch vorstellen dass sie ein klein wenig leiden musste, aber wenn die EM beginnt, dann stimmen die Temperaturen…. hoffentlich.

monoprint_fanshirt

#ftw heisst übrigens: for the win (Gamersprache), zu deutsch: Für den Sieg! Na wenn das kein perfekter Glückbringer ist!

 

Weitere Fotos findet ihr in dem oben verlinkten Buch. Außerdem noch 79 andere, tolle Ideen aus allen erdenklichen Bereichen des DIY und Selbermachens.

Heike, Susanne und ich werden euch auch noch mehr über unsere Projekte erzählen, in unseren Blogs. Bis dahin heißt es Daumen drücken und holt die Tröte raus. Natürlich eine in schwarz rot gold!

Eue Bärbel

 

PS: Weitere DIY Fußball-Ideen habe ich seit 2006 zusammengetragen: TOOOOOOOR

Was Autofahren mit Stempelkunst zu tun hat

Es gibt Hobbies, die scheinen auf den ersten Blick belanglos. Wenn potentielle Hobbystempler ihren ersten Stempel sehen, haben sie fast alle den gleichen Gedanken: Ganz nett, aber was mache ich damit, wenn ich Tante Elfriedes Briefumschlag verschönert habe? So habe ich damals gedacht, so denken viele. Anders sieht es aus, wenn Bastler fertige Ergebnisse zu sehen bekommen, bevor man ihnen das Werkzeug zeigt. DAS ist mit einem Stempel gemacht?

Nun, wir alle wissen, es kommt nur darauf an, was man damit macht. Doch habt ihr euch einmal gefragt, wo eure geliebten Motivstempel herkommen, wie sie gemacht werden? Als ich 1996 mit dem Stempelhobby anfing, war die Antwort einfach: Aus der Gummipresse. Erste Versuche mit Polymerstempeln, auch Clear Stamps genannt, gab es bereits. Diese Dinger waren schnell kaputt und druckten schlecht.

Heutige Clear Stamps sind von deutlich besserer Qualität, ebenso deren jüngere Brüder, Stempel aus Silikonmasse. Beide sind durchsichtig, nehmen meist die Farbe gut an und leben länger als ihre Vorläufer. Hier gilt es, die Hersteller eurer Wahl zu testen und eure Lieblinge zu finden. Als Faustregel gilt wie so oft: Besonders günstige Clear Stamps stammen mit geringer Wahrscheinlichkeit aus einer hochwertigen Produktion. Hier entscheiden Geschmack und Geldbeutel.

Stempelpuristen lieben aber immer noch ihr Gummi über alles. Es lebt quasi ewig, ist hitzefest und sehr belastbar. Einziger Nachteil: Man kann nicht durchsehen. Und es ist teurer. Warum ist das so? Um zu verstehen, was den höheren Preis und Qualität von Stempelgummi ausmacht, möchte ich euch erklären, wie Gummi hergestellt wird:

Ich hatte das Glück, 1998 bei einem Hersteller von Gummistempeln arbeiten zu dürfen. Dort habe ich gelernt, wie Gummi vulkanisiert wird. Ohne diesen wunderbaren Prozess gäbe es keine Stempel, denn die Kautschukmasse, welche als Ausgangsmaterial dient, ist nicht „dauerelastisch“. Ich habe es getestet: Zieht man die Kautschukmischung in die Länge, verhält sie sich wie Plätzchenteig. Oder Knete. Die Masse wird lang und länger und bleibt auch so. Um die Masse elastisch zu machen, wird sie erhitzt.

Diese tolle Erfindung machte im Jahre 1839 ein Herr namens Charles Goodyear. Wie der Name schon vermuten lässt, hat er diesen Prozess nicht für Drucktechniken erfunden. Seine Idee benutzen wir alle heute im täglichen Autoverkehr. Ob Autoreifen oder kunstvolles Stempelmotiv, das Prinzip der Herstellung ist sehr ähnlich. Auf die Idee, aus Gummi auch Stempel zu machen, kam man erst, als die Farben dafür erfunden wurden. Man kann nicht mit jeder Farbe gut stempeln. Besondere Rezepturen werden in Form von Stempelkissen angeboten, und hier entstehen auch heute noch immer wieder neue Farben für neue Techniken mit interessanten Eigenschaften. Doch zurück zur Stempelherstellung….

Bei der Vulkanisation wird die Kautschukmischung unter hohem Druck auf bis zu 160°C erhitzt. Darum hatte jeder Stempelhersteller eine oder mehrere Gummipressen. Der deutsche Hersteller Heindesign aus Hagen hat seinen wohnzimmerschrankgroßen Pressen sogar liebevolle Namen gegeben. In meinem Betrieb standen kleinere Modelle, etwa so groß wie unser Kühlschrank, aber beide waren in der Lage, Din A4 große Gummiplatten zu erzeugen.

Bis zur fertigen Gummiplatte ist es ein weiter Weg: Am Anfang steht natürlich die Vorlage. Jeder hatte schon einmal einen Adressstempel in der Hand: Hier wurden für die Stempelvorlage Buchstaben gesetzt. Ob ein Stempel aber einen Buchstaben, oder eine Zeichnung druckt, das ist dem Gummi egal. Darum werden Motivstempel auf die gleiche Weise wie Textstempel hergestellt. Die optimale Vorlage ist eine schwarzweiß Zeichnung. Text, Bild, gerastertes Foto- egal, Hauptsache neben schwarz und weiß findet sich kein anderer Farbwert. Aus dieser Vorlage wird ein Film erstellt, hier ist unser Text oder Motiv im Negativ zu sehen und spiegelbildlich (wie das beim Drucken halt so ist).

Mit dem Film wird eine Polymerplatte belichtet, die dort aushärtet, wo Licht einfällt. Das ist dann wieder ein Positiv unseres zukünftigen Stempels. Mit dieser Platte wird eine sogenannte Mater (lat.: Mutter) erstellt, die bereits mit Druck und Hitze in der Gummipresse aus einer anderen Mischung gehärtet wird. Das klingt kompliziert? Ist es auch. Ich sagte ja, Gummistempel sind aufwändig hergestellt, was auch deren Preis erklärt.

Diese Mater ist dann die Form- wieder ein Negativ- in der endlich das Gummi in Form gebracht wird. Druck, Hitze und jede Menge Vorarbeit. Kommt das vulkanisierte Gummi aus der Presse ist es sehr heiß, ich muss dann immer an Plätzchenbacken denken. Das Gummi ist nach dem Abkühlen dauerelastisch, dass heißt es dehnt sich zwar, springt aber immer wieder in die gegebene Form zurück.

gummiplatte_baerbelborn_2

Oben seht ihr solch eine Gummiplatte, bevor sie in die einzelnen Motive zerschnitten wird, hier in A5 Größe, mit verschiedenen Motiven.

Nun können wir damit stempeln…. fast. Genau, die ganze Platte ist ja riesig, A5 oder A4 groß. Darauf befinden sich viele einzelne Stempelmotive, diese werden dann entweder manuell ausgeschnitten oder gestanzt. Sie brauchen nun einen Griff, um den Stempel beim Drucken halten zu können. In der Anfangszeit der Motivstempel waren Stempel im Handel bereits vormontiert. Mit einer selbstklebenden, schwammähnlichen Zwischenschicht wurden diese auf einen mit dem Motiv bedruckten Holzgriff aufgebracht. Heute benutzen Stempler Polsterschichten mit Adhäsionsfolie (EZ Mount) , damit sie den Stempel wieder vom meist durchsichtigen Griff ablösen und besser lagern können, oder benutzen Griffe mit klebriger Oberfläche (Tack’n’Peel), um den Gummi ohne weitere Schichten am Griff zu befestigen. Dabei gibt das Tack’n’Peel etwas nach, denn ein Stempel druckt besser, wenn er leicht federnd aufgebracht ist.

Bereits um die Jahrtausendwende wurde ein weiteres Verfahren entwickelt, um Stempel aus Gummi herzustellen. Hierzu wird das Gummi wie oben beschrieben vulkanisiert, ohne jedoch ein Motiv darin einzuprägen. Diese glatte Gummiplatte wird nun gelasert, dabei wird mit einem Laser alles weggebrannt, was nicht drucken soll. Ausgangsbasis ist auch hier wieder das schwarzweiße Motiv, jedoch liegt ein Vorteil der Herstellung klar auf der Hand: Man benötigt keinen Film, Polymerplatte und Mater. Drei Schritte sowie eine Menge Material werden unnötig. Das freut den Hersteller und die Umwelt.

Doch die frühen Lasermaschinen waren sehr grob, und feine Motivstempel damit von sehr schlechter Qualität. Das hat sich heute sehr verbessert, ein Lasergummi muss einem vulkanisierten Gummi in nichts nachstehen. Allerdings ist nicht garantiert, ob bei einem sehr preiswerten Laserstempel auch das uns bekannte Gummi verwendet wird. Mit der Lasertechnik lassen sich viele weitere Materialien bearbeiten, hier ist Vorsicht geboten. Ich empfehle nur Laserstempel aus bekannten und verlässlichen Quellen zu kaufen.

Im Bild unten könnt ihr gut die Rillen erkennen, die der Laser in das Gummi gebrannt hat. Der Vordergrund ist leider etwas unscharf, da stieß meine Kamera an ihre (Makro)Grenzen. Mit bloßen Auge oder eine Lupe könnt ihr also ein Lasergummi von einem vulkanisierten unterscheiden. Die Zwischenräume bei vulkanisiertem Gummi sind immer ganz glatt.

lasergummi_baerbelborn

Ob Stempel nun gelasert oder gepresst werden sollten, kann nur mit Blick auf die Menge der benötigten Ware beantwortet werden: Die Herstellung einer Mater lohnt sich nur, wenn das Motiv mehrfach verwendet wird. Vulkanierte Einzelanfertigungen sind sehr teuer, da hier der ganze Aufwand für eine einmalige Anwendung nötig ist. Anders beim Lasern: Individuelle Motive sind materialschonender und zeitsparend herzustellen. Dieses Verhältnis wird bei der Massenproduktion auf den Kopf gestellt: Es geht deutlich schneller, ein Motiv zum Beispiel 10 Mal auf eine Mater zu setzen (welche nur ein einziges Mal hergestellt werden muss) und dann mehrfach zu pressen, als das gleiche Motiv mit einem Laser viele Male einzeln auszuschneiden. Je höher die gewünschte Stückzahl eines Motivs, um so mehr lohnt sich die „alte“ Verfahrensweise. Dies ist der Grund, warum ihr nach wie vor vulkanisierte Stempelgummis von großen Firmen mit hoher Auflage der Motive kaufen könnt, während kleine Anbieter ausgefallene Motive und Texte gerne gelasert anbieten.

Zum Abschluss möchte ich euch den Tipp geben, euch nach Gummi auch mal an anderen Orten umzuschauen. Ein guter Gummistempel ist immer aus vulkanisiertem und eventuell gelaserten Gummi, aber nicht jedes Gummi wird zu einem Stempel. Jeder kennt Wärmflaschen: Tolles Gummi mit tollen Mustern. Traut euch einmal, eine solche zu zerschneiden, tauscht die Muster untereinander. Schuhsohlen geben tolle Stempel ab, hier ist Experimentieren angesagt. Denke wir an die Ursprünge der Gummiherstellung zurück, dann kann man theoretisch auch mit Autoreifen drucken. Die kleinen Reifen von Lego-Autos sind perfekte Rollstempel, die endlose Muster erzeugen!

Was ist noch aus Gummi? Habt ihr weitere Ideen?

 

Diesen Artikel schrieb nach bestem Wissen eure Testerschwester Bärbel

Ideen zum Muttertag

Am 8. Mai ist Muttertag!

Wie oft muss man hören, dieser „Feiertag“ sei nur eine Erfindung des Blumenhandels. Ursprünglich gedacht, um den anstregenden und keineswegs selbstverständlichen Job der Mutter zu würdigen, reiben sich in unserer Zeit Parfümerien und Floristen die Hände. Lasst doch andere den Umsatz ankurbeln- wir basteln unsere Muttertagsgeschenke selbst!

Und wie immer kann man jede unserer Bastelideen auch für andere Gelegenheiten verwenden: Hochzeit, Geburtstage, Jubiläen, Gastgeschenke oder Feiertage.

Heute haben wir eine kleine Sammlung für euch erstellt. Mit eigenen Ideen unserer Testerschwestern, außerdem zeigen wir euch unsere Pinnwand auf Pinterest zum Thema. Dort sind neue Ideen immer gern gesehen, wer „herzige“ Ideen hat kann uns gern eine Nachricht schicken, wenn wir seine Bastelidee auf unserer Pinnwand zeigen sollen.


Zentrales Motiv bei vielen Gelegenheiten ist das Herz. Auch für den Muttertag sieht man herzige Bastelideen in allen Ausführungen. Unsere Autorin Elvan hat eine sehr einfach, aber wirkungsvolle Kartenidee für uns aus ihrem Blog herausgesucht:

http://hier-werkelt-elvan.blogspot.de/2013/02/scrapper-virus-schlagt-grippevirus_17.html

muttertag_elvan

Statt „Happy Birthday“ stempelt oder schreibt ihr der Mutter einen Gruß.


Wer eine Mami hat, die noch in den Zeiten der Schwarzweißfotografie geboren wurde, der kann ihr eine riesige Freude machen alte Familienfotos zu plündern und mit unseren heutigen Scrapbookingideen kombiniert. Das wirkt immer!

muttertag_elvan_02


Kreativtester Autorin Daniela ist eine bekannte Kunst- und Mixed Media-Stemplerin. Um so besser wird darum ihre Herz-Idee allen gefallen, die eine Idee für liebevolle Anlässe suchen, ohne das es niedlich wird:

muttertag_DanielaRogall

Wie Daniela die Karte gestaltet hat, das könnt ihr HIER nachlesen.


Die nächste im Muttertagsreigen ist Testerschwester Heike. Ihre Anleitung für ein originelles Geschenk:

Man nehme ein schönes Glas und lege erst das Foto mit dem Motiv nach außen hinein. Dann kann man es füllen, z.B. mit Sand. Dort hinein stellt ihr ein Glas, da könnt ihr dann wiederum Blumen oder Kerzen hineingeben. Zum Schluss noch ein schönes Band oder eine Kordel um das Glasgewinde legen.

fotoglas_heike_linnek_01

fotoglas_heike_linnek_o2


Diesen Reigen möchte ich mit meiner liebsten Eigenproduktion zum Muttertag beschließen. Aus etwas Styropor, Moosgummi und Blümchen wurde ein herziges Gesteck. Ganz ohne Florist. Gebastelt halt. (So geht es—> Link)

muttertag_born


Hiermit möchten wir euch einen schönen, hoffentlich kreativen Muttertag wünschen. Habt ihr interessante Bastelideen zu dem Thema? Wir sammeln sie gern auf unserer Pinnwand, wo ihr schon einige schöne Anregungen finden könnt. Wenn wir eure Bastelidee dort anpinnen sollen, hinterlasst uns einen Kommentar oder eine email.

Eure Testerschwester Bärbel

 

Follow kreativtester’s board Muttertag on Pinterest.

Upcycling – 4 Autoren, 5 Projekte – So vielfältig ist der neue Trend

Heute geht es bei den Kreativtestern um Upcycling. Wir stellen Euch mehrere Projekte vor, die die Testerschwestern und die Gastautoren gebastelt haben.
Upcycling ist unglaublich vielfältig, so ziemlich jedes Material und jede Basteltechnik ist geeignet, um aus alten Dingen Schönes zu erstellen.

Den Anfang macht Testerschwester Heike, die gleich 2 Projekte für diesen Artikel bereit hält.
Beide Fotos zeigen, wie unterschiedlich Upcycling ist. Bei dem Ring aus dem Öffner eines Tetrapacks handelt es sich eigentlich um Müll. Mit wenigen Arbeitsschritten und minimalem Zubehör wird daraus ein Ring, hinter dem niemand Abfall vermuten würde.

upcykling_RingCollage03

Bei dem zweiten Projekt zeigt Heike, wie man ganz einfach alte Dekogegenstände aufwerten kann, die einem nicht mehr gefallen.
Der alte Plastikbilderrahmen wurde mit Mediumpaste und Embossingpulver bearbeitet und bekam ein neues, rustikales Aussehen.

KTupcykling2

Testerschwester Bärbel ist schon seit Ewigkeiten kreativ. Und da jede Mode, jede Basteltechnik und jede Deko alle paar Jahre wiederbelebt wird, ist für sie das Thema Upcycling nichts Neues und das greift sie auch in unserem Gemeinschaftsartikel auf.

Dazu schreibt sie selbst:
Ich möchte in diesem Blogpost gleich doppelt recyclen: Zum einen einen Blogpost, den ich vor gefühlten 100 Jahren geschrieben habe, zum anderen Wurfmaterial aus dem Karneval. „Rohmaterial“ zum Recyclen findet man überall: In der gelben Tonne (oder besser noch kurz bevor man etwas hineinwirft), in vergessenen Schubladen, auf dem Flohmarkt oder halt im Karneval. Im unserer kleinen Stadt zwischen Köln und Düsseldorf kann man davon reichlich fangen.

Wer keinen Karnevalszug vor der Türe hat, wo Teddybären geworfen werden, der kann auch mal das Kinderzimmer der eigenen oder fremden Kinder im Freundeskreis durchsuchen: Ich gehe jede Wette ein, dass da ein vergessenes Kuscheltier in der passenden Größe herumliegt. Haucht ihm neues Leben ein, und macht es euch nützlich: Das Nadelkissen-Recycling:

nadelkissen_recycling_Born

Eine genaue Anleitung findet ihr auch hier: http://selbermachen.guru/2012/04/30/arm-nadelkissen-fast-kostenlos/
Recycling ist eins meiner Lieblingsthemen, ich habe eine eigene Blogrubrik dafür: http://selbermachen.guru/category/diy/topic/recycling/

Mit der Vorstellung der Upcycling-Projekte von Gastautorin Elvan werden wieder andere Materialien verwendet. Ihr seht, es kann wirklich alles verwendet werden, Elvan fand ihre Bastelmaterialien im Keller.
Und was sie daraus gemacht hat, zeigt sie auf den folgenden Bildern:

Im Heizungskeller stieß ich auf diese Kiste, die schon seit vielen Jahrzehnten fast unberührt in diesem Keller steht…

ElvanLehrach-Noyan_Upcycling_1

Da sind Fliesen drin und zwar Original-Fliesen aus dem Baujahr 1960, also richtig fiese Fliesen…

Da hatte ich also mein Thema und wusste sofort, was ich damit anfangen würde.
Zuerst habe ich sie mit Hilfe meiner Tochter ein paar Mal mit weißer Acrylfarbe grundiert. Es hat gedauert, bis die Farbe hielt. Darüber habe ich noch eine Schicht pinkfarbene Acrylfarbe gestrichen

ElvanRohrach-Noyan_Upcycling_3

Die nächsten Arbeitsschritte mussten schnell hintereinander passieren, denn ich habe Krakelierlack aufgetragen und auf diesen Lack schließlich das letzte Mal weiße Acrylfarbe. Als der Krakelierlack getrocknet war, ist die darüber liegende weiße Farbe aufgerissen und hat den schönen „used-look“ auf der Fliese hinterlassen. Schließlich waren alle Farben getrocknet und ich konnte eine schicke Serviette mit dem Muster meiner Lieblingsblume aufkleben. Die Serviette habe ich ganz zum Schluss noch mit Triple Gloss überstrichen, so dass sie jetzt wie ofenglasiert aussieht.

ElvanLohrach-Noyan_Upcycling2

Endlich habe ich einen schönen upgecycleten Blumenuntersetzer. Jetzt muss nur noch die Schachbrettblume in meinem Garten blühen und dann ist die Frühlingsdeko perfekt.

Last but not least habe auch ich, Testerschwester Dagmar, ein kleines Upcycling-Projekt gestartet. Schon vorab kann ich berichten, dass dieses Projekt Nerven kostet, nicht alltagstauglich und auch nicht schön ist. Bilder dazu, die ich in den Weiten des Internets gesehen habe, sahen deutlich besser aus.

Für mein Projekt habe ich eine Doppelseite einer Tageszeitung in 1cm breite Streifen geschnitten, habe alle Papierstreifen aneinander geklebt. Den langen Papierstreifen habe ich verzwirbelt. Mit einer Häkelnadel Größe 4 habe ich dann ein kleines Körbchen gehäkelt.

Ich weiß schon jetzt, dass ich für das nächste Körbchen wieder ein anderes Material verwenden werde, welches auch immer das sein wird.

DagmarJansen_Upcycling_1

Wir hoffen, dass wir Euch mit den verschiedenen Projekten inspirieren konnten. Zeigt uns auch gerne Fotos von Euren Upcycling-Projekten.

Bis nächsten Donnerstag wieder zum nächsten Artikel.

Eure Testerschwestern