Buchvorstellung „Zen Jewels“

Als ich im Frühjahr eines der neuen Bücher aus dem frechverlag in Händen hielt, war ich doppelt begeistert: Zum Einen wurde der Trend der Ausmalbücher auf ein neues Level gehoben, zum Zweiten kam ein Material zum Einsatz, welches Stempelfans schon lange kennen und lieben: Schrumpffolie.

Inhaltsangabe und Angaben des Verlags:

Autorin: Gudrun Schmitt

Titel: ZenJewels

Untertitel: Auf magischer Shrinky-Folie tangeln und ausmalen

TOPP 4219 | ISBN 9783772442193 kreativ.kompakt., Softcover, 32 Seiten, 17 x 22 cm, mit Folie zum Ausprobieren

Inhalt: Individuellen Schmuck im Zen-Design gestalten und selber machen.

Nehmen Sie sich eine Auszeit vom Alltag und bemalen Sie ganz entspannt Schrumffolie entweder mit Tangles oder Sie malen liebevoll gestaltete Design aus. Dann ausschneiden oder ausstanzen und einfach im Backofen schrumpfen. So wird das Material um ein Vielfaches kleiner und dicker. Die so entstandenen Elemente können Sie dann zu individuellen Schmuckstücken weiter verarbeiten.

Wer die Bücher des Verlages kennt, dem ist das Format vertraut: Die „kreativ kompakt“ Reihe kommt immer im Format 17×22 cm, und passt somit in jede Handtasche. Vorne und hinten kann man den Einband ausklappen, und findet weitere Informationen welche man während der Lektüre öfter nachschlagen möchte.

In der Mitte findet man die Vorlagenbögen eingeheftet, sowie zwei Klarsichthüllen, in denen herausgetrennte Vorlagen sowie Material-Reste praktisch aufbewahrt werden können, und immer zur Stelle sind, wenn man das Buch wieder zur Hand nimmt. Der Preis von 8,99 Euro ist für Umfang und Ausführung angemessen.

zen jewels

Im Buch ist ein Bogen Shrinky-Folie enthalten, mit dem man gleich loslegen kann. Dieser ist auf einer Seite leicht angeraut, damit Farben und Stifte besser haften. Eine Bezugsquelle konnte ich im Buch nicht finden, auf Nachfrage wurde mir die Firma Rayher genannt, welche diese Folien im Sortiment hat (Bezugsquellen am Ende des Artikels).

zenjewels

Ebenso konnte ich keine exakten Verarbeitungsanweisungen für die Folie finden, diese befinden sich jedoch auf der Verpackung der Schrumpffolien. Wir haben uns einige zusenden lassen, und so können wir euch die Temperatur nennen, mit der man die Folie schrumpfen muss: Mit 175 Grad Celsius wird der Backofen vorgeheizt, die Folie auf ein mit Alufolie ausgelegtes Backblech gelegt (wie im Buch beschrieben) und geschrumpft.

Im Buch finden sich zahlreiche Anwendungsbeispiele mit verschiedenen Folien. Alle Vorlagen sind im Buch in Originalgröße enthalten. Um euch einen Eindruck zu geben, habe ich eines der Motive ausgewählt und nachgearbeitet. Zum Übertragen der Motive muss man permanente Stifte benutzen. Ich habe meine PITT Stifte von Faber Castell verwendet, die zwar permanent werden, jedoch nicht ausreichend schnell trocknen auf dem nicht saugenden Untergrund, hier würde ich das nächste Mal andere Stifte verwenden. Achtet auf eine permanente Qualität für Folien.

zenjewels

Nach dem Trocknen kann man die Motive colorieren. Hier bieten sich viele Farben und Stifte an, ich habe meine Polychromos ausgepackt und es hat sehr gut geklappt. Für das Foto habe ich ein weißes Blatt untergelegt, um die Farben zu zeigen. Mit einer kleinen, scharfen Schere werden die Motive dann VOR dem Schrumpfen ausgeschnitten.

zenjewels

Wer noch nie mit Schrumpffolie gearbeitet hat, der wird über die Intensität der Farben erfreut sein, die nach dem Schrumpfen entstehen. Wie das Motiv werden auch die Farben auf der Folie „zusammengezogen“ und verstärkt. So werden auch Anfängern schöne Colorierungen gelingen.

Nach dem Erhitzen im Backofen werden die Motive um ca 40-50 % kleiner. Die Fotos im Buch veranschaulichen sehr gut die Größen der Motive vom Vorlagenbogen, nachdem sie geschrumpft wurden, eine große Hilfe für jeden, der sich unsicher ist, wie groß sein Motiv nach dem Schrumpfen wird.

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Mein Eindruck von dem Buch ist sehr positiv. Mir gefällt besonders, dass auch Einsteiger in das Hobby Projekte finden, welche auf Anhieb gelingen werden. Mit Tipps zur Anwendung sowie Pannenhilfe kann man auch aufwändigere Projekte wie mehrteilige Ketten und sogar Ringe angehen.

Ich würde mir wünschen, zum Thema Schrumpffolie noch weitere Buchtitel zu sehen.

Eure Testerschwester Bärbel

 

Bezugsquellen:

https://www.topp-kreativ.de/zenjewels-4219.html

Schrumpffolie bei Rayher (aktuell fand ich nur schwarz, habe aber auch andere Farben dort bekommen, bitte nachfragen)

 

 

Disclaimer:

Wir haben das Buch „ZenJewels“ vom frechverlag kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Ebenso einige der Folien zum Testen, von der Firma Rayher. Dies hat unsere Meinung in keinster Weise beeinflusst, der Artikel stellt unsere eigene Meinung dar.

 

 

In eigener Sache: Wir legen eine Sommerpause im Blog ein.

Vom 15. Juli – 31.August könnt ihr uns weiterhin auf Facebook verfolgen, neue Blogartikel gibt es dann nach der Sommerpause.

Einen traumhaften Sommer wünscht euch das Team der Kreativtester

https://www.facebook.com/kreativtester/

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Kreativität zu vermieten

Wann immer unsere Testerschwestern interessante Kreativläden finden, wollen wir euch diese vorstellen. In lockerer Folge haben wir bisher über einige Geschäfte berichtet, alle Artikel dieser Serie findet ihr hier: http://www.kreativtester.de/bezugsquellen/homestory/ Da wir nicht überall sein können, freuen wir uns auch über EURE Berichte! Wenn ihr einen schönen Laden kennt, nehmt Kontakt zu uns auf! Wir würden uns freuen, wenn ihr Euer Lieblingsgeschäft aus eurer Sicht für unsere Leser beschreiben würdet.

Der letzten Bericht über eine Ladeneröffnung liegt schon ein Weilchen zurück. Auch diesmal möchten wir für euch über ein mutiges Paar berichten, welches am vergangenen Wochenende den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat, und erstmals seine Türen für geneigte Kunden öffnete. Wie in unseren letzten Bericht geht es um das Konzept der Mietregale. In Wuppertal (Bericht HIER) wird neben den Regalen auch eine Auswahl an Bastelmaterial angeboten. Ganz anders in Leichlingen: Hier gibt es zu 100% Selbstgemachtes, Kunst und DIY.

Das Schöne an dem neuen Geschäft „Flick-Schnack“: Es liegt quasi vor unserer Haustür, und somit in unmittelbarer Nähe von 80% der Kreativtester. Also werden wir nicht nur die Eröffnung begleiten, sondern auch den Werdegang erleben.

Das Konzept an sich ist nicht neu: Fragt man Google nach „Mietregale“, fanden wir den ältesten Artikel darüber um ca 2013, gewiss gab es in den großen Metropolen schon früher solche Konzepte. Ein Mietregal ist ein Regal, das man mieten kann. Logisch. In den Kreativläden werden diese meist mit Selbstgemachtem gefüllt, der „Mieter“ bucht nur eines der Regale, verkauft darin seine Ware und zahlt seine Miete für diesen kleinen Teil des Ladens. So wird das Risiko minimiert, und es entsteht eine dynamische Vielfalt durch immer neue Produkte in den Regalen von vielen verschiedenen Anbietern und unterschiedlichen Stilrichtungen.

Dieses simple wie geniale Konzept bietet gleich zwei Gruppen ganz neue Chancen: Den Herstellern schöner Dinge, und den Käufern dieser Dinge. Die Ersten finden hier eine Verkaufsplattform, die weniger Aufwand und Kosten bedeutet als ein eigenes Geschäft, Verkaufsstand oder Internetshop. Die Käufer der Produkte können sicher sein, dass die Herstellung gewissenhaft geschieht, fair bezahlt wird und die Krönung des Ganzen: Kauft man solch ein DIY Objekt, kann man sich ziemlich sicher sein, dass es kein Zweites davon gibt, welches dem Fund aus dem Mietregal genau gleicht. Immer wieder sind Details verschieden, bei manchen Anbietern kann man sogar individuelle Wünsche äußern, was Material und Ausführung angeht.

Neben der Erfüllung des Wunsches das ganz Besondere zu finden, bietet ein Geschäft mit Mietregalen auch Inspiration und Kommunikation. Man kommt ins Gespräch über die Künstler und die Kreativen hinter den Produkten. Die „Ware“ ist nicht anonym und wird von namenlosen Wesen meist für Billiglöhne hergestellt, hier hat jedes Teil, welches über den Ladentisch wandert, eine Seele und „Eltern“, die bei der Gestaltung Energie und Herzblut vergossen haben.

Wir gratulieren Nicole und Oliver Dams zu ihrem zuckersüßen Lädchen, und wünschen viel Erfolg für die Zukunft.

Die Facebookseite findet ihr hier: https://www.facebook.com/diehandmadeboutique

Wer nicht auf Facebook aktiv ist, der findet das Geschäft hier: www.flick-schnack-boutique.de

Die genaue Adresse: Gartenstrasse 4-6, 42799 Leichlingen

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Wie ihr auf den Bildern ahnen könnt, findet man im Flick-Schnack wirklich alles, was kreative Hände werkeln können, in hoher Qualität. Nicole selbst bietet eigene Kreationen aus alten Kaffeesäcken an, sowie einige ausgesuchte Handarbeiten in alten Techniken wie zum Beispiel Naalbinding. Wer sich für Naalbinding interessiert, kann auch demnächst Kurse im Laden besuchen.

Einen umfassenden Rundgang hat Testerschwester Bärbel für euch gefilmt, am Tag der Eröffnung, dort sieht man am Ende auch einige Naalbinding-Werke aus der Nähe.

Wir hoffen, ihr schaut einmal in unserem schönen Städtchen vorbei. Dabei könnt ihr auch Flick-Schnack besuchen.

Ihr habt eigene Geschäfte im Ort, deren Konzept oder Angebote interessant für unsere Leser sind? Schreibt uns, und wir besprechen mit euch, wie wir darüber berichten können.

Eure Testerschwester Bärbel

 

Disclaimer: Ich habe für die Erstellung dieses Textes keinerlei Zuwendung oder Produkte erhalten, nur ein paar Kekse und einen Kaffee bei der Eröffnung. Der Bericht spiegelt meine eigene Meinung wieder.

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Wasserfarben Teil 1 – Einführung

Wenn Du das Wort Wasserfarben hörst, was fällt Dir dann als erstes ein?

Mir kommt als erstes der Tuschkasten in den Sinn. Der Tuschkasten ist die erste Berührung mit Wasserfarben und kommt über viele Jahre im Kunstunterricht in der Schule zum Einsatz, damals wie auch heute. Es ist in der Regel eine preisgünstige, ergiebige Farbe und macht Spaß.

Neugierig, ob andere auch an den Tuschkasten denken, wenn der Begriff Wasserfarbe fällt, habe ich den Begriff gegoogelt. Sofort sind mir hauptsächlich Tuschkästen entgegen gesprungen. Zwischendrin triffst Du aber auch auf andere Malkästen, wie z. B. Aquarellfarbkästen. Versuche es mal, war interessant.

Wasserfarben scheinen demnach für Tuschkästen zu stehen, aber im Grunde sind Wasserfarben viel mehr.

Was sind Wasserfarben?

Der Begriff verrät es uns, Wasserfarben sind Pigmente, die in Wasser löslich sind und je nach Beschaffenheit der Zusatzstoffe transparent oder deckend sein können.

Wikipedia schlüsselt Wasserfarben als

wasserlösliche, nicht deckende Aquarellfarbe

wasserlösliche Deckfarbe, insbesondere in der Kunsterziehung

wasserlösliche, sehr deckende Gouache

auf.

Wasserfarbe kann nicht deckend, also transparent oder halbtransparent, sowie deckend sein. Eigenschaften, die auf eine ganze Reihe von Farben zu trifft.

Was ist ein Deckfarbkasten?

Die einfachste Ausführung ist der Tuschkasten, auch Deckfarbkasten genannt. Er enthält in der Regel, egal welcher Hersteller gewählt wird, die gleiche Farbpalette, da es hierfür zumindest in Deutschland eine DIN-Norm gibt. Der Tuschkasten findet in der Kunsterziehung seinen festen Platz, und jeder unser Generation hat mit Sicherheit schon einmal einen Malkasten dieser Art besessen und besitzt ihn vielleicht auch noch heute. Die eigenen Kinder oder Enkelkinder haben mit Sicherheit einen, denn ohne geht es in der Schule nicht.

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Welche Farben nach der DIN-Norm in einen Deckmalfarbkasten/Tuschkasten kommen, kannst Du in der Wikipedia nach lesen.

Tuschfarben können sowohl als Deckfarbe als auch als Lasur eingesetzt werden. Die gute Wasserlöslichkeit erlaubt ein starkes verdünnen, so dass viele Abstufungen aus einem Farbton gewonnen werden können.

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Da wir mit dem Tuschkasten angefangen haben, bleiben wir bei den deckenden Farben und werfen einen Blick auf Gouache.

Gouache, eine Wasserfarbe?

Gouache ist ein deckendes Farbmittel, dass für verschiedene Maltechniken eingesetzt werden kann. Auch hier steht die gute Wasserlöslichkeit im Vordergrund. Auf Grund dieser Eigenschaft kann diese Wasserfarbe für Aquarelltechniken, also auch lasierend sowie für pastöse Maltechniken verwendet werden.

Gouache besteht meist aus hochwertigen, lichtechten Farbpigmenten. Sie verblassen daher nicht, hinterlassen einen samtmatten Eindruck und sind auch nach Trocknen löslich.

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 Aquarellfarben, transparent und ausdrucksstark!

Nun haben wir noch die Aquarellfarben, wohl mit die bekannteste Wasserfarbe neben dem Tuschkasten. Aquarellfarben sind nicht deckende, transparente Farben. Sie bestehen aus feinen Pigmenten, die mit einem Bindemittel, wie. z. B. Gummi arabicum, versehen sind. Die Farben werden zum Malen mit Wasser aufgerührt oder verdünnt und lasierend auf den Malgrund aufgebracht. Der Malgrund schimmert immer durch den Farbauftrag, so bleibt z. B. die Struktur des Malgrunds erhalten und gibt dem Bild zusätzlichen Ausdruck.

Aquarellfarben können in mehrerer Schichten übereinandergelegt werden und so den darunterliegenden Farbauftrag intensivieren oder durchscheinen lassen.

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Es gibt viele Maltechniken, neben der Lasur, die auf ganz unterschiedliche Weise mit Wasserfarben umgesetzt werden können. Die Maltechnik kann intuitiv gewählt werden. Sie kann gezielt und kontrolliert oder spielerisch, experimentell und unkontrolliert auf den Malgrund gebracht werden.

Wasserfarbe wird auch unterwegs eingesetzt, Urban-Art-Künstler geben ihren Skizzen mit Wasserfarben Tiefe, hauchen ihnen Leben ein und auch im Bereich Kalligrafie hat sie einen Platz.

Wasserfarben, nur im Malkasten erhältlich?

Ein Malkasten ist praktisch, gerade auch, wenn unterwegs gemalt wird, aber das ist nicht die einzige Art Wasserfarben abzufüllen. Es gibt ganz unterschiedliche Verpackungen und so finden wir Wasserfarben in Tube, Flaschen, Dosen, Gläsern, ja sogar in Stiftform. Hier hat sich auf dem Markt in den letzten Jahren einiges getan und so zählen z. B. auch die Gelatos, die aussehen wie kleine Lippenstifte zu den Wasserfarben.

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Ich hoffe ein bisschen Licht in das Dunkel der Wasserfarben gebracht zu haben und würde mich freuen, wenn Du wieder vorbeischaust, wenn es um Maltechniken mit Wasserfarben geht. Merke Dir schon einmal den Donnerstag am 08.09.2016 vor.

Gerne beantworte ich Dir auch Fragen und gehe auch auf Deine Wunschtechnik mit Wasserfarben intensiver ein. Lasse es mich wissen 🙂

Liebe Grüße und vielen Dank fürs Vorbeischauen

Deine Dani

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt meine persönliche Meinung und Erfahrungen wieder.

Die Magie der Mandalas – Geschichte, Einführung und Anleitung zum DIY

Mandalas und insbesondere Mandalas zum Ausmalen haben in den letzten Jahren deutlich an Beliebtheit gewonnen. Doch woher kommen Mandalas eigentlich? Und warum sind sie plötzlich so in aller Munde?

Historische Entwicklung

Der Begriff „Mandalas“ kommt aus dem Sankrit und bedeutet „Kreis, um dessen Zentrum sich alles dreht“.

Es gibt allerdings auch Mandalas in Form von Quadraten, Dreiecken oder Polygonen. Allen Mandalas gemein ist jedoch ihr strukturierter und symmetrischer Aufbau. Ein Mandala ist immer auf sein Zentrum ausgerichtet. Das ist der Startpunkt – ob das Mandala gemalt oder gezeichnet wird oder mit Blättern, Blüten, Gräsern und Sand geschaffen wird. Um das Zentrum herum wird dann Ring um Ring ergänzt, bis das Mandala seine finale Größe erreicht hat.

Im Buddhismus und Hinduismus hatten Mandalas eine magische oder religiöse Bedeutung. Ein Mandala symbolisiert das gesamte Universum bzw. die Einheit von Erde, Himmel und Unterwelt. Aus dem Hinduismus kennt man vor allem die Darstellungen der verschiedenen Götter in der Anordnung eines Mandals. Buddhistische Mönche gestalten wundervolle Mandalas aus buntem Sand. Oftmals benötigen sie dafür nicht nur Stunden sondern Tage. Und wenn das Mandala fertig ist, wird der Sand weggekehrt. Das Mandala wird quasi wieder zerstört. Auf die Art und Weise praktizieren die buddhistischen Mönche die Kunst des Loslassens. Ziel ist, frei von jeglicher Anhaftung an irdische Gegenstände zu leben.

Obwohl die Herkunft der Mandalas zumeist den asiatischen Kulturen zugerechnet wird (in Japan und Chinas werden Mandalas oft mit Schriftzeichen geschmückt), waren sie auch in einigen indianischen Kulturen bekannt. Und auch in Europa kann man Darstellungen von Mandalas finden, wenn man genauer auf die Gestaltung von Kirchenfenstern achtet.

Vorteile des „Meditativen Mandala malens“

Der Malprozess – ob es sich dabei um das Gestalten eines eigenen neuen Mandalas von Grund auf handelt oder um das Ausmalen eines vorgezeichneten Mandalas – hat eine meditative Wirkung. Der Geist beruhigt sich. Das Gedankenkarussel, das einen vielleicht sonst durch den Tag begleitet, kommt zum Stillstand. Der Atem wird tiefer und gleichmäßiger. Man kann sich auch so im Malprozess verlieren, dass man von der Außenwelt gar nicht mehr viel mitbekommt. Mandalas werden heute auch ganz bewusst zum Stressabbau eingesetzt. Gemäß dem Motto „wie das Außen, so das Innen“ kann man durch das Gestalten eines Mandalas eine innere Ordnung herstellen – auch wenn im Leben vielleicht gerade absolutes Chaos herrscht. Aufgrund des symmetrischen und strukturierten Aufbaus eines Mandalas schafft sich der Malende sozusagen seine eigene neue Ordnung.

Insofern besinnt man sich zunehmend wieder auf die heilende und magische Wirkung, die ihnen auch schon vor Jahrtausenden bescheinigt wurde.

In gewisser Weise ist das Malen eines Mandalas eine Reise in sich selbst – zur Seele und zur Quelle der Kreativität, die jedem Menschen innewohnt. Das Malen eines Mandalas ist ein wunderbarer Weg, seine eigene Intuition zu stärken und sich auf das Abenteuer einzulassen, einfach mal zu schauen, was da so in einem selbst schlummert. Oftmals wird man verblüfft sein, wie viel Phantasie und Kreativität in einem stecken.

Wie malt man denn nun ein Mandala?

Es gibt verschiedene Methoden, ein Mandala zu malen. Wenn man sich dafür entscheidet, es frei Hand zu versuchen, startet man am besten damit, in der Mitte eines Blattes einen Punkt oder einen Kreis zu machen. Dann kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen und um den Mittelpunkt herum Ring um Ring mit verschiedenen Motiven und Mustern aufzubauen. Beginner sollten sich auf Mandalas mit einem Durchmesser von maximal 15 cm begrenzen. Alles, was größer ist, kann unter Umständen Stress verursachen, weil die Anforderung zu groß ist – und das Mandala-Malen soll ja den gegenteiligen Effekt haben!

Wenn man auf Symmetrie und Struktur Wert legt, nutzt man am besten Zirkel, Bleistift und Lineal bzw. idealerweise sogar ein großes Geodreieck, um erst einmal ein Gerüst zu erstellen. Ein Radiergummi sollte natürlich auch nicht fehlen!

Mandala_pic1

Die weiteren Malmittel und Farben hängen von der eigenen Präferenz ab. Für einfache Mandalas in Schwarz-Weiß eignen sich besonders gut die Faber Castell PITT Artist Pens. Ausgemalt werden kann dann entweder mit Bunt- oder Filzstiften, Wasser-, Aquarell- oder Acrylfarben.

Ich verwende für meine Mandalas Din A4-Papier mit einem Gewicht von mindestens 160 g pro Blatt. Je dicker das Papier ist, desto eher kann man insbesondere bei Verwendung von Filzstiften und Ink Pens vermeiden, dass diese durchdrücken.

Als erstes zeichne ich mit dem Zirkel einen großen Kreis, der den Platz auf dem Papier bestmöglich ausnutzt. Dann werden in den großen Kreis mehrere kleinere Kreise gezeichnet. Die Abstände zwischen den einzelnen Kreisen wählt man am besten intuitiv.

Mandala_Kreise

Dann wird mit dem Lineal eine Linie durch den Mittelpunkt der Kreisfigur gezogen. Mit dem Geodreieck kann man den Kreis ideal in weitere Sektoren aufteilen. Um ein einigermaßen symmetrisches Mandala zu erstellen, empfehle ich mindestens 8 Sektoren. Je mehr Sektoren man vorzeichnet, desto leichter tut man sich beim Malen, vor allem, wenn man sehr filigrane Formen zeichnen möchte.

Mandala_Sektoren

Und jetzt wird’s interessant! Nun kann man seiner Intuition und seinen gestalterischen Ideen freien Lauf lassen. Idealerweise beginnt man im Zentrum mit dem ersten Element:

Mandala_Beginn

Dann malt man einfach Kreis um Kreis weiter. Man kann erst größere Formen malen, bis das Mandala komplett damit gefüllt ist oder man zeichnet einen Kreis inklusive Füllung komplett, bevor man mit dem nächsten Kreis beginnt. Die zweite Vorgehensweise nenne ich „Überraschungsmethode“, da sich das Mandala dann oftmals noch mehr intuitiv entwickelt.

Sollte einem zu Beginn doch etwas Fantasie fehlen, kann man diese mit folgender Übung anregen:

Man nehme ein leeres Blatt oder ein Skizzenbuch und zeichne erst einmal verschiedene Formen, z.B. Ovale, Rauten, Halbkreise, Schnörkel, Dreiecke.
Dann überlegt man sich verschiedene Muster, um diese Formen zu füllen:

Mandala_Formen

Frisch inspiriert kann es nun munter weitergehen mit der Mandala-Malerei!

So entwickelt sich ein Mandala:

Mandala_Aufbau

Das hier ist das fertige Mandala:

Mandala_final

Und hier sind noch ein paar weitere Anregungen zur Inspiration:

Mandala_Beispiele

Natürlich können die Mandalas auch bunt oder ausgemalt werden:

Mandala_bunt

Ich hoffe, dass Ihr durch diesen Artikel ein paar Anregungen und Inspiration gefunden habt, um der Mandala-Malerei eine Chance zu geben. Ganz wichtig ist natürlich auch der Spaß beim Malen! Falls Ihr nach Euren Mandalas leichte Suchttendenzen feststellt, braucht Ihr Euch nicht beunruhigen. Das ist nur Eure Intuition und Kreativität, die sich darüber freut, endlich ein Ventil gefunden zu haben.

Ganz viel Spaß beim Malen!

Eure Alex’S

Zweiter Crop in Bonn

Jetzt ist auch der zweite Crop in Bonn vorbei…

Ihr Lieben, ich freue mich total, dass ich auch dieses Mal für die Testerschwestern vom „Crop in Bonn“ berichten darf. Da der erste Crop im vergangenen Oktober mit so großer Begeisterung aufgenommen wurde, haben wir, das heißt Bettina Poller, Iris und Dirk Strelow sowie ich uns überlegt, dass eigentlich eine Fortsetzung stattfinden muss, dieses Mal unter dem Motto „Flower Power“.

In einer Vorbereitungszeit von ca. 4 Monaten haben wir 46 bastelwütige Frauen zusammengetrommelt, die sich am vergangenen Wochenende in meiner persönlichen Lieblings-Bonn-Location, dem „Bonngarten“ um 10.00 Uhr zum gemeinsamen Werkeln, Klönen, Essen und Lachen eingefunden haben.

Zugegeben, die letzten Tage und Nächte vor dem Event waren ganz schön aufregend, hatte ich mir doch vorgenommen, für jede Teilnehmerin ein Goodie-Bag zu nähen. Ich habe es aber geschafft, dass am Freitagabend alle fertig waren, inklusive Öse und Band. Bettina hat sich um die wunderschöne Tisch- und Wanddeko und außerdem um die Namenschildchen gekümmert. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, wie und vor allem wann sie das alles rechtzeitig hinbekommen hat…

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Nach der schönen und großen Begrüßungsrunde fanden wir alle schnell unsere Plätze, für 16 Teilnehmerinnen war das schicke Kaminzimmer vorbereitet, denn dort hatte nicht nur Iris‘ Shop „Irishteddys“ aus Bad Godesberg Platz, dieses Mal gab es auch einen Workshop von und mit Heike Paulus, in dem es galt ein sehr schickes Minialbum zu werkeln.

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Gegen 13.00 Uhr wurde das Buffet im kleinen Clubraum der Location eröffnet. Alle Teilnehmerinnen haben sich wieder mal mächtig ins Zeug gelegt und ein wunderschönes und sehr leckeres Buffet aus warmen und kalten, süßen und pikanten Speisen zusammengetragen. Das war sooo lecker! Für den süßen Zahn stand auch gestern eine Candy-Bar zur Verfügung, bestückt natürlich mit HARIBO Gummibärchen, wie es sich für einen Bonner Crop nämlich gehört.

Testerschwester Charlie

Oben: Testerschwester Charlie testet die Candybar.

Unten: Das tolle Buffet, Workstation und Irishteddy mit ihrem Team.

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Da sich das Wetter am Nachmittag weiterhin hielt, fanden wir uns nach dem Essen zum Gruppenfoto zusammen. Bettina hat es direkt ausgedruckt und zusammen mit einem schicken Kit, dass Iris erstellt hat, an alle verteilt. Im Kit sind natürlich wieder selbst erstellte Stempel und Holz-Embellies, passend zu unserem Motto „Flower Power“ enthalten.

Crop in Bonn 2016

Bis in den Abend wurde an allen Tischen fleißig weitergearbeitet, gewerkelt, gegessen und gelacht. Es sind tolle Werke entstanden, ob Karten, Layouts, Kochbücher oder Minialben. Wenn es nicht ein Sonntagabend gewesen wäre, hätten wir glaube ich noch spät in den Abend weitergemacht, aber am nächsten Tag war Montag und viele mussten noch weit fahren und außerdem wieder arbeiten.

Gottseidank war es genauso, wie ich es mir vorgestellt habe, denn am Ende waren alle begeistert und zufrieden mit dem Tag. Jetzt warten alle sehnlichst auf den Termin des 3. Crops in Bonn…

Alles in Allem war es wieder einmal ein tolles Event und ich bin sehr froh, dass alle Teilnehmerinnen sich so gefreut haben, dabei sein zu können und dass die vielen helfenden Hände – Dirk am Grill und an der Kaffeebar, Sabrina überall wo man sie brauchte – immer bereit waren.

Vielen Dank auch für die vielen, liebevollen Mitbringsel an das Organisationsteam.

Ich freue mich auch schon heute auf den 3. Crop in Bonn.

Viele liebe Grüße,

bis nächstes Mal

Testerschwester Elvan

elvan_cropp15


 

Auf youtube haben wir sogar ein Video für euch:

 

Bettinas Blog findet ihr hier: https://stampdreams.wordpress.com/

Iris und Dirk sind hier zu finden: http://shop.irishteddy.com

Bettina und Elvan werden weitere Berichte dazu schreiben, die wir euch dann hier verlinken.

Elvans Blogartikel: http://hier-werkelt-elvan.blogspot.de/2016/06/das-war-der-2-crop-in-bonn.html

 

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Was Autofahren mit Stempelkunst zu tun hat

Es gibt Hobbies, die scheinen auf den ersten Blick belanglos. Wenn potentielle Hobbystempler ihren ersten Stempel sehen, haben sie fast alle den gleichen Gedanken: Ganz nett, aber was mache ich damit, wenn ich Tante Elfriedes Briefumschlag verschönert habe? So habe ich damals gedacht, so denken viele. Anders sieht es aus, wenn Bastler fertige Ergebnisse zu sehen bekommen, bevor man ihnen das Werkzeug zeigt. DAS ist mit einem Stempel gemacht?

Nun, wir alle wissen, es kommt nur darauf an, was man damit macht. Doch habt ihr euch einmal gefragt, wo eure geliebten Motivstempel herkommen, wie sie gemacht werden? Als ich 1996 mit dem Stempelhobby anfing, war die Antwort einfach: Aus der Gummipresse. Erste Versuche mit Polymerstempeln, auch Clear Stamps genannt, gab es bereits. Diese Dinger waren schnell kaputt und druckten schlecht.

Heutige Clear Stamps sind von deutlich besserer Qualität, ebenso deren jüngere Brüder, Stempel aus Silikonmasse. Beide sind durchsichtig, nehmen meist die Farbe gut an und leben länger als ihre Vorläufer. Hier gilt es, die Hersteller eurer Wahl zu testen und eure Lieblinge zu finden. Als Faustregel gilt wie so oft: Besonders günstige Clear Stamps stammen mit geringer Wahrscheinlichkeit aus einer hochwertigen Produktion. Hier entscheiden Geschmack und Geldbeutel.

Stempelpuristen lieben aber immer noch ihr Gummi über alles. Es lebt quasi ewig, ist hitzefest und sehr belastbar. Einziger Nachteil: Man kann nicht durchsehen. Und es ist teurer. Warum ist das so? Um zu verstehen, was den höheren Preis und Qualität von Stempelgummi ausmacht, möchte ich euch erklären, wie Gummi hergestellt wird:

Ich hatte das Glück, 1998 bei einem Hersteller von Gummistempeln arbeiten zu dürfen. Dort habe ich gelernt, wie Gummi vulkanisiert wird. Ohne diesen wunderbaren Prozess gäbe es keine Stempel, denn die Kautschukmasse, welche als Ausgangsmaterial dient, ist nicht „dauerelastisch“. Ich habe es getestet: Zieht man die Kautschukmischung in die Länge, verhält sie sich wie Plätzchenteig. Oder Knete. Die Masse wird lang und länger und bleibt auch so. Um die Masse elastisch zu machen, wird sie erhitzt.

Diese tolle Erfindung machte im Jahre 1839 ein Herr namens Charles Goodyear. Wie der Name schon vermuten lässt, hat er diesen Prozess nicht für Drucktechniken erfunden. Seine Idee benutzen wir alle heute im täglichen Autoverkehr. Ob Autoreifen oder kunstvolles Stempelmotiv, das Prinzip der Herstellung ist sehr ähnlich. Auf die Idee, aus Gummi auch Stempel zu machen, kam man erst, als die Farben dafür erfunden wurden. Man kann nicht mit jeder Farbe gut stempeln. Besondere Rezepturen werden in Form von Stempelkissen angeboten, und hier entstehen auch heute noch immer wieder neue Farben für neue Techniken mit interessanten Eigenschaften. Doch zurück zur Stempelherstellung….

Bei der Vulkanisation wird die Kautschukmischung unter hohem Druck auf bis zu 160°C erhitzt. Darum hatte jeder Stempelhersteller eine oder mehrere Gummipressen. Der deutsche Hersteller Heindesign aus Hagen hat seinen wohnzimmerschrankgroßen Pressen sogar liebevolle Namen gegeben. In meinem Betrieb standen kleinere Modelle, etwa so groß wie unser Kühlschrank, aber beide waren in der Lage, Din A4 große Gummiplatten zu erzeugen.

Bis zur fertigen Gummiplatte ist es ein weiter Weg: Am Anfang steht natürlich die Vorlage. Jeder hatte schon einmal einen Adressstempel in der Hand: Hier wurden für die Stempelvorlage Buchstaben gesetzt. Ob ein Stempel aber einen Buchstaben, oder eine Zeichnung druckt, das ist dem Gummi egal. Darum werden Motivstempel auf die gleiche Weise wie Textstempel hergestellt. Die optimale Vorlage ist eine schwarzweiß Zeichnung. Text, Bild, gerastertes Foto- egal, Hauptsache neben schwarz und weiß findet sich kein anderer Farbwert. Aus dieser Vorlage wird ein Film erstellt, hier ist unser Text oder Motiv im Negativ zu sehen und spiegelbildlich (wie das beim Drucken halt so ist).

Mit dem Film wird eine Polymerplatte belichtet, die dort aushärtet, wo Licht einfällt. Das ist dann wieder ein Positiv unseres zukünftigen Stempels. Mit dieser Platte wird eine sogenannte Mater (lat.: Mutter) erstellt, die bereits mit Druck und Hitze in der Gummipresse aus einer anderen Mischung gehärtet wird. Das klingt kompliziert? Ist es auch. Ich sagte ja, Gummistempel sind aufwändig hergestellt, was auch deren Preis erklärt.

Diese Mater ist dann die Form- wieder ein Negativ- in der endlich das Gummi in Form gebracht wird. Druck, Hitze und jede Menge Vorarbeit. Kommt das vulkanisierte Gummi aus der Presse ist es sehr heiß, ich muss dann immer an Plätzchenbacken denken. Das Gummi ist nach dem Abkühlen dauerelastisch, dass heißt es dehnt sich zwar, springt aber immer wieder in die gegebene Form zurück.

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Oben seht ihr solch eine Gummiplatte, bevor sie in die einzelnen Motive zerschnitten wird, hier in A5 Größe, mit verschiedenen Motiven.

Nun können wir damit stempeln…. fast. Genau, die ganze Platte ist ja riesig, A5 oder A4 groß. Darauf befinden sich viele einzelne Stempelmotive, diese werden dann entweder manuell ausgeschnitten oder gestanzt. Sie brauchen nun einen Griff, um den Stempel beim Drucken halten zu können. In der Anfangszeit der Motivstempel waren Stempel im Handel bereits vormontiert. Mit einer selbstklebenden, schwammähnlichen Zwischenschicht wurden diese auf einen mit dem Motiv bedruckten Holzgriff aufgebracht. Heute benutzen Stempler Polsterschichten mit Adhäsionsfolie (EZ Mount) , damit sie den Stempel wieder vom meist durchsichtigen Griff ablösen und besser lagern können, oder benutzen Griffe mit klebriger Oberfläche (Tack’n’Peel), um den Gummi ohne weitere Schichten am Griff zu befestigen. Dabei gibt das Tack’n’Peel etwas nach, denn ein Stempel druckt besser, wenn er leicht federnd aufgebracht ist.

Bereits um die Jahrtausendwende wurde ein weiteres Verfahren entwickelt, um Stempel aus Gummi herzustellen. Hierzu wird das Gummi wie oben beschrieben vulkanisiert, ohne jedoch ein Motiv darin einzuprägen. Diese glatte Gummiplatte wird nun gelasert, dabei wird mit einem Laser alles weggebrannt, was nicht drucken soll. Ausgangsbasis ist auch hier wieder das schwarzweiße Motiv, jedoch liegt ein Vorteil der Herstellung klar auf der Hand: Man benötigt keinen Film, Polymerplatte und Mater. Drei Schritte sowie eine Menge Material werden unnötig. Das freut den Hersteller und die Umwelt.

Doch die frühen Lasermaschinen waren sehr grob, und feine Motivstempel damit von sehr schlechter Qualität. Das hat sich heute sehr verbessert, ein Lasergummi muss einem vulkanisierten Gummi in nichts nachstehen. Allerdings ist nicht garantiert, ob bei einem sehr preiswerten Laserstempel auch das uns bekannte Gummi verwendet wird. Mit der Lasertechnik lassen sich viele weitere Materialien bearbeiten, hier ist Vorsicht geboten. Ich empfehle nur Laserstempel aus bekannten und verlässlichen Quellen zu kaufen.

Im Bild unten könnt ihr gut die Rillen erkennen, die der Laser in das Gummi gebrannt hat. Der Vordergrund ist leider etwas unscharf, da stieß meine Kamera an ihre (Makro)Grenzen. Mit bloßen Auge oder eine Lupe könnt ihr also ein Lasergummi von einem vulkanisierten unterscheiden. Die Zwischenräume bei vulkanisiertem Gummi sind immer ganz glatt.

lasergummi_baerbelborn

Ob Stempel nun gelasert oder gepresst werden sollten, kann nur mit Blick auf die Menge der benötigten Ware beantwortet werden: Die Herstellung einer Mater lohnt sich nur, wenn das Motiv mehrfach verwendet wird. Vulkanierte Einzelanfertigungen sind sehr teuer, da hier der ganze Aufwand für eine einmalige Anwendung nötig ist. Anders beim Lasern: Individuelle Motive sind materialschonender und zeitsparend herzustellen. Dieses Verhältnis wird bei der Massenproduktion auf den Kopf gestellt: Es geht deutlich schneller, ein Motiv zum Beispiel 10 Mal auf eine Mater zu setzen (welche nur ein einziges Mal hergestellt werden muss) und dann mehrfach zu pressen, als das gleiche Motiv mit einem Laser viele Male einzeln auszuschneiden. Je höher die gewünschte Stückzahl eines Motivs, um so mehr lohnt sich die „alte“ Verfahrensweise. Dies ist der Grund, warum ihr nach wie vor vulkanisierte Stempelgummis von großen Firmen mit hoher Auflage der Motive kaufen könnt, während kleine Anbieter ausgefallene Motive und Texte gerne gelasert anbieten.

Zum Abschluss möchte ich euch den Tipp geben, euch nach Gummi auch mal an anderen Orten umzuschauen. Ein guter Gummistempel ist immer aus vulkanisiertem und eventuell gelaserten Gummi, aber nicht jedes Gummi wird zu einem Stempel. Jeder kennt Wärmflaschen: Tolles Gummi mit tollen Mustern. Traut euch einmal, eine solche zu zerschneiden, tauscht die Muster untereinander. Schuhsohlen geben tolle Stempel ab, hier ist Experimentieren angesagt. Denke wir an die Ursprünge der Gummiherstellung zurück, dann kann man theoretisch auch mit Autoreifen drucken. Die kleinen Reifen von Lego-Autos sind perfekte Rollstempel, die endlose Muster erzeugen!

Was ist noch aus Gummi? Habt ihr weitere Ideen?

 

Diesen Artikel schrieb nach bestem Wissen eure Testerschwester Bärbel