Wasserfarben Teil 1 – Einführung

Wenn Du das Wort Wasserfarben hörst, was fällt Dir dann als erstes ein?

Mir kommt als erstes der Tuschkasten in den Sinn. Der Tuschkasten ist die erste Berührung mit Wasserfarben und kommt über viele Jahre im Kunstunterricht in der Schule zum Einsatz, damals wie auch heute. Es ist in der Regel eine preisgünstige, ergiebige Farbe und macht Spaß.

Neugierig, ob andere auch an den Tuschkasten denken, wenn der Begriff Wasserfarbe fällt, habe ich den Begriff gegoogelt. Sofort sind mir hauptsächlich Tuschkästen entgegen gesprungen. Zwischendrin triffst Du aber auch auf andere Malkästen, wie z. B. Aquarellfarbkästen. Versuche es mal, war interessant.

Wasserfarben scheinen demnach für Tuschkästen zu stehen, aber im Grunde sind Wasserfarben viel mehr.

Was sind Wasserfarben?

Der Begriff verrät es uns, Wasserfarben sind Pigmente, die in Wasser löslich sind und je nach Beschaffenheit der Zusatzstoffe transparent oder deckend sein können.

Wikipedia schlüsselt Wasserfarben als

wasserlösliche, nicht deckende Aquarellfarbe

wasserlösliche Deckfarbe, insbesondere in der Kunsterziehung

wasserlösliche, sehr deckende Gouache

auf.

Wasserfarbe kann nicht deckend, also transparent oder halbtransparent, sowie deckend sein. Eigenschaften, die auf eine ganze Reihe von Farben zu trifft.

Was ist ein Deckfarbkasten?

Die einfachste Ausführung ist der Tuschkasten, auch Deckfarbkasten genannt. Er enthält in der Regel, egal welcher Hersteller gewählt wird, die gleiche Farbpalette, da es hierfür zumindest in Deutschland eine DIN-Norm gibt. Der Tuschkasten findet in der Kunsterziehung seinen festen Platz, und jeder unser Generation hat mit Sicherheit schon einmal einen Malkasten dieser Art besessen und besitzt ihn vielleicht auch noch heute. Die eigenen Kinder oder Enkelkinder haben mit Sicherheit einen, denn ohne geht es in der Schule nicht.

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Welche Farben nach der DIN-Norm in einen Deckmalfarbkasten/Tuschkasten kommen, kannst Du in der Wikipedia nach lesen.

Tuschfarben können sowohl als Deckfarbe als auch als Lasur eingesetzt werden. Die gute Wasserlöslichkeit erlaubt ein starkes verdünnen, so dass viele Abstufungen aus einem Farbton gewonnen werden können.

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Da wir mit dem Tuschkasten angefangen haben, bleiben wir bei den deckenden Farben und werfen einen Blick auf Gouache.

Gouache, eine Wasserfarbe?

Gouache ist ein deckendes Farbmittel, dass für verschiedene Maltechniken eingesetzt werden kann. Auch hier steht die gute Wasserlöslichkeit im Vordergrund. Auf Grund dieser Eigenschaft kann diese Wasserfarbe für Aquarelltechniken, also auch lasierend sowie für pastöse Maltechniken verwendet werden.

Gouache besteht meist aus hochwertigen, lichtechten Farbpigmenten. Sie verblassen daher nicht, hinterlassen einen samtmatten Eindruck und sind auch nach Trocknen löslich.

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 Aquarellfarben, transparent und ausdrucksstark!

Nun haben wir noch die Aquarellfarben, wohl mit die bekannteste Wasserfarbe neben dem Tuschkasten. Aquarellfarben sind nicht deckende, transparente Farben. Sie bestehen aus feinen Pigmenten, die mit einem Bindemittel, wie. z. B. Gummi arabicum, versehen sind. Die Farben werden zum Malen mit Wasser aufgerührt oder verdünnt und lasierend auf den Malgrund aufgebracht. Der Malgrund schimmert immer durch den Farbauftrag, so bleibt z. B. die Struktur des Malgrunds erhalten und gibt dem Bild zusätzlichen Ausdruck.

Aquarellfarben können in mehrerer Schichten übereinandergelegt werden und so den darunterliegenden Farbauftrag intensivieren oder durchscheinen lassen.

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Es gibt viele Maltechniken, neben der Lasur, die auf ganz unterschiedliche Weise mit Wasserfarben umgesetzt werden können. Die Maltechnik kann intuitiv gewählt werden. Sie kann gezielt und kontrolliert oder spielerisch, experimentell und unkontrolliert auf den Malgrund gebracht werden.

Wasserfarbe wird auch unterwegs eingesetzt, Urban-Art-Künstler geben ihren Skizzen mit Wasserfarben Tiefe, hauchen ihnen Leben ein und auch im Bereich Kalligrafie hat sie einen Platz.

Wasserfarben, nur im Malkasten erhältlich?

Ein Malkasten ist praktisch, gerade auch, wenn unterwegs gemalt wird, aber das ist nicht die einzige Art Wasserfarben abzufüllen. Es gibt ganz unterschiedliche Verpackungen und so finden wir Wasserfarben in Tube, Flaschen, Dosen, Gläsern, ja sogar in Stiftform. Hier hat sich auf dem Markt in den letzten Jahren einiges getan und so zählen z. B. auch die Gelatos, die aussehen wie kleine Lippenstifte zu den Wasserfarben.

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Ich hoffe ein bisschen Licht in das Dunkel der Wasserfarben gebracht zu haben und würde mich freuen, wenn Du wieder vorbeischaust, wenn es um Maltechniken mit Wasserfarben geht. Merke Dir schon einmal den Donnerstag am 08.09.2016 vor.

Gerne beantworte ich Dir auch Fragen und gehe auch auf Deine Wunschtechnik mit Wasserfarben intensiver ein. Lasse es mich wissen 🙂

Liebe Grüße und vielen Dank fürs Vorbeischauen

Deine Dani

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt meine persönliche Meinung und Erfahrungen wieder.

Winsor & Newton Pigmentmarker – zeichnen, colorieren, ausmalen

Ausmalen, ein Trend der nicht aufzuhalten ist, immer mehr Fans findet und damit bei den Stiftherstellern für Hochkonjunktur sorgt. Farbstifte in allen Formen und Varianten werden zum Ausmalen eingesetzt, aber nicht nur dafür, einige Farbstifte erfreuen sich auch beim Lettering, beim Doodeln oder beim Skizzieren großer Beliebtheit. Elvan hat dazu einen interessanten Beitrag zum Thema Lettering geschrieben, ein paar Stifte angeschaut und ausprobiert.

Die Farbhersteller lassen sich immer wieder etwas neues einfallen, arbeiten mit Künstlern zusammen, optimieren und stellen aus den Anregungen und Wünschen neue Produkte her. Eines aus dieser Zusammenarbeit entstandene Produkt, einen neuen Farbstift, möchte ich Dir vorstellen, den Winsor & Newton Pigment Marker.

Kennst Du den Winsor & Newton Pigment Marker?

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Schon vor einer Weile ist mir der Winsor & Newton Pigment Marker ins Auge gesprungen. Ich kann nicht genau sagen, was meine Aufmerksamkeit geweckt hat, aber sie war da und meine Neugier groß.

Vielleicht kennst Du das ja auch, wenn Du etwas gesehen hast und es nicht mehr aus dem Kopf bekommst, Du das gesehene unbedingt haben und ausprobieren möchtest. So ist es mir mit dem Winsor und Newton Pigment Marker gegangen. Ich habe ihn gesehen, und wollte ihn haben, ich wollte wissen, wie es sich damit malen lässt und ob er tatsächlich so Farbbrillant, wie auf den Bildern, ist.

Auf der Creativeworld in Frankfurt Anfang des Jahres habe ich auch nach dem Pigment Marker Ausschau gehalten und bin mit einem Vertreter für Winsor & Newton ins Gespräch gekommen. Er hat den Marker in allen Facetten vorgestellt und meine Neugier und der Wunsch, damit zu malen, wuchs. Ein paar Striche auf der Messe zu machen, ist doch etwas anderes, als im Studio selbst damit zu arbeiten und den Stift längerfristig ausprobieren zu können. Am liebsten hätte ich die Marker gleich von der Messe mitgenommen, aber das ging leider nicht, also musste ich mich ein wenig gedulden.

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Vielleicht bist Du dem Winsor & Newton Pigment Marker ja auch schon begegnet und hast dich gefragt, was es mit dem Farbstift auf sich hat, was diesen Marker zu etwas besonderem macht?

Ein paar Antworten darauf, versuche ich Dir mit der Vorstellung des Winsor & Newton Pigment Marker heute zu geben. Sollte eine Frage offen bleiben, dann bitte hinterlasse einen Kommentar. Ich tausche mich gerne mit Dir aus.

Besondere Merkmale

Das besondere an dem Winsor & Newton Pigment Marker sind die Pigmente, die besonders hochwertig und lichtbeständig sind und dass der Farbauftrag trotz Alkoholbasis nicht sofort trocknet.

Vor vielen Jahren bin ich dazu übergegangen, mir die Farben und deren Beschaffenheit genauer anzusehen. Ein ganz wichtiges Qualitätsmerkmal für mich ist dabei die Lichtbeständigkeit. Es ist kaum etwas ärgerlicher, als ein schönes Deko-Objekt, eine Leinwand oder ein Bild zu gestalten und dann schon nach kurzer Zeit zu entdecken, dass es an Farbintensität und Brillianz verloren hat. Das kann Dir beim Malen und Gestalten, laut Hersteller, mit dem Pigment Marker nicht passieren, denn Winsor & Newton wirbt damit, dass die Farben 100 Jahre überdauern. Der Winsor & Newton Pigment Marker basiert auf lichtbeständigen, hochwertigen Pigmenten.

Wichtig für die Alterungsbeständigkeit sind nicht nur hochwertige Pigmente, sondern auch die Zusatzstoffe, die bei der Herstellung der Farben verwendet werden. Es ist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren aus Materialien und Erfahrung, die am Ende ein tolles Farbmedium entstehen lassen.

Die Farbe fließt leicht beim Malen, Schreiben und Skizzieren aus den Markerspitzen. Die Farbpigmente bleiben auf dem Papier stehen und lassen sich auf dem glatten Papier gut ineinander malen. Selbst mit den Fingern lässt sich die Farbe wischen und verziehen.

Die besten Ergebnisse werden auf glatten, nicht saugenden Papieren erzielt, Winsor & Newton bietet ein passendes auf die Marker abgestimmtes Papier an. Auf saugenden Papieren sind die Pigment Marker von der Wiedergabe kräftig und brillant, können aber nicht so schön ineinander gezogen oder mit anderen Mal- und Effekttechniken eingesetzt werden.

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Der Farbauftrag ist typisch für Marker. Die Strichführung ist erkennbar und erlaubt schon beim Farbauftrag Schattierungen, das besonders beim Schreiben von Vorteil ist. Da der Farbauftrag nicht sofort trocknet können die Farben gut verwischt und mit dem Blender verzogen werden.

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Eine weitere Besonderheit ist das ergonomische Design, das nicht nur sehr ansprechend aussieht, sondern auch für eine gute Lage in der Hand sorgt. Die asymmetrische Form lässt den Marker schlank und edel aussehen sowie die weiße Grundfarbe des Markers.

Die Farbe des Markers kann durch die Wiedergabe des Farbtons, der durch eine ca. 0,5 cm breite, unterbrochene, umlaufende Linie auf dem Stift dargestellt wird, schnell erfasst werden.

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Der Pigment Marker hat zwei Spitzen, eine breite, meißelförmige und eine feine Spitze. Die Form des Markers ist den jeweiligen Malspitzen angepasst. So ist der Stift, wie der Hersteller beschreibt, mit einem runden Griff für mehr Leichtigkeit und Komfort beim Malen mit der breiten Spitze ausgestattet und mit einem dreieckigem Griff für mehr Kontrolle und Präzision beim Zeichnen und Skizzieren.

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Die Verschlusskappen lassen sich leicht abnehmen und wieder verschließen. Die Kappen lassen sich durch die unterschiedlichen Größen und Formen sowie durch die Farbmarkierung, die sich auf der Verschlusskappe für die Markerspitze befindet, leicht auseinander halten.

Gibt es noch mehr Besonderheiten?

Ja, Winsor & Newton hat in der umfangreichen Farbpalette von 118 Farbtönen auch 2 Blender, einen farblosen und einen weißen Blender. Mit diesen beiden Blendern können die Farben in weitere Farbnuancen abgestuft, gemischt, schattiert sowie Effekte erzeugt werden.

Das klingt nicht nur spannend, sondern macht auch Spaß und bietet viele Möglichkeiten. Diese Möglichkeiten sind auch beim Ausmalen eine Bereicherung.

Die Farben sind aber nicht nur mit den Blendern zu verändern, sondern sind auch untereinander mischbar.

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Zu den Pigment Markern bietet Winsor & Newton auch ein speziell entwickeltes Marker Papier an.

TIPPS zur Erhaltung und Pflege der Pigment Marker

In der Broschüre zum Pigment Marker findest Du nicht nur eine ausführliche Beschreibung der Marker, sondern auch etwas zur Erhaltung und Pflege. Ein paar der Tipps kennst Du sicher schon, denn sie treffen nicht nur auf den Pigment Marker zu, wie z. B. das Ausmalen des Blenders nach Gebrauch oder des Markers, der zum Mischen zweier Farbtöne eingesetzte wurde. Auch das ein Stift nach Gebrauch wieder verschlossen werden sollte, um ihn vor dem Austrocknen zu schützen und die Spitzen zu erhalten, ist nicht neu. Aber wir wissen ja, wie schnell im Eifer des Gefechtes so manches in Vergessenheit gerät.

Der Pigment Marker ist für glatte Papiere ausgelegt. Auf diesen zeigt er sich in seiner ganzen Pracht, Farbmischungen und Akzente lassen sich perfekt anlegen und die Malspitzen werden geschont. Raue Papiere oder das Malen auf Acryl, Öl, etc. können die Haltbarkeit der Spitzen herabsetzen und das Malergebnis beeinträchtigen.

Ein weiterer Punkt ist die Aufbewahrung der Marker. Es wird darauf hingewiesen das der Pigment Marker liegend aufbewahrt werden sollte, um ein Auslaufen und Verstopfen in der Spitze zu vermeiden.

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Mir hat das Ausprobieren und Kennenlernen sehr viel Spaß gemacht und ich werde die Pigment Marker sicher öfter einsetzen. Die Farbbrillanz, die ich auf den vielen Bildern im Internet gesehen habe, spiegelt sich in jedem Strich wieder und es ist ein Vergnügen die Leuchtkraft in sich aufzunehmen. Mal schauen, wo und wie die Pigment Marker in nächster Zeit so zum Einsatz kommen.

Liebe Grüße und bis bald
Deine Dani

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt meine persönliche Meinung und Erfahrungen wieder.

Die Pigment Marker wurden mir zum Testen und Ausprobieren von Winsor & Newton zur Verfügung gestellt.

Das ART Specially Event in Nijkerk / Niederlande

Am 8. und 9. April 2016 öffneten sich in Nijkerk die Tore zum ART Specially Event. Das ART Specially Event hat sich über die Jahre in der Stempel-, Scrapbook- und Mixed-Media-Szene etabliert und zieht nicht nur kreative Menschen in den Niederlanden an, sondern auch aus Deutschland. Für viele ist das ART Specially Event, das immer Anfang/Mitte April stattfindet, ein fester Termin, der im Kalender festgehalten wird.

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Auch ich besuche seit vielen Jahre das ART Specially Event, anfangs als Aussteller und inzwischen als Besucher und bin jedes Jahr aufs Neue begeistert.

Auch die Stimmen um mich herum waren in diesem Jahr wieder vom ART Specially Event fasziniert. Es gab wie auch schon in den vergangenen Jahren ein großes Angebot an Workshops. In den ART Specially Workshops wurden mit Distress Inks, Sprühfarben, Schablonen, Brusho und PanPastel Karten und ATC gestaltet.

Speziell für das Event wurden auch wieder Stempel und Stempelplatten gefertigt. Die Motive wurden in den Workshops eingesetzt, so dass jeder Besucher sofort viele Ideen für den Einsatz der Stempelmotive mit nach Hause nehmen konnte.

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Gleich am Eingang konnte man erkennen, wo die Trends des diesjährigen Events lagen. Der Fokus lag auf der Gestaltung mit PanPastel und Gelli Plate. Außerdem gab es einen Special Guest.

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Video vom PanPastel Workshop

Sheena Douglas war das ganze Wochenende vor Ort und hat die Besucher mit ihrem netten, geduldigem Wesen, der Art des Kolorierens und der Präsentation ihrer Stempelkollektion verzaubert. Als Giveaway gab es für die Besucher des Events gleich beim Einlass eine DVD von Sheena Douglas. Das Giveaway gehört zum ART Specially Event und die Veranstalterin Angela Louwers hat jedes Jahr tolle kleine Geschenke für die Besucher parat.

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Neben den vielen Workshops und dem besonderem Gast haben über 40 Aussteller am letzten Wochenende alles was das Stempel-, Scrapbook- und Mixed-Media-Herz begehrt, präsentiert. Die Besucher konnten sich an einem umfangreichen Sortiment erfreuen und haben gleichzeitig viele Anregungen zu den Produkten durch Demonstrationen und Musterkarten erhalten.

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Hoch im Kurs standen Farben, insbesondere in Form von Stiften, Copic, ZIG mit Wink of Stella Brush und Ckean Color Real Brush sowie ganz neu mit dabei die Pigmentmarker von Windsor und Newton. Farbstifte aller Art erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit,. Der Ausmal-Trend ist auch hier in den Niederlanden nicht vorbeigegangen, wie unschwer an dem Farbstiftangebot erkennbar war.

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Mehrfach über den Weg gelaufen ist mir ein neues Tool, Misti. Misti ist ein etwas anderer Stempelpositionierer. Die Aufmachung des Stempelpositionieres ist die eines Buches, bestehend aus zwei Seiten. Die untere Seite ist eine Magnetplatte, die mit der oberen, einer Acrylplatte, verbunden ist. Die Acrylplatte ist mit Gitterlinien versehen. Im Lieferumfang enthalten sind zwei Magnete, die das Papier während des Stempelns auf der Magnetplatte festhalten und ein verrutschen verhindern sollen. Der Positionierer, der in 2 Größen erhältlich ist, ist für Clear Stamps und Cling Mount Stamps ausgelegt.

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Fester Bestandteil des Art Specially Events sind auch der ATC-Tausch zu einer festen Uhrzeit und ein kleiner Flohmarkt, der zeitgleich stattfindet. Zudem gibt es überall Sitzmöglichkeiten und kleine Süßigkeiten, die für eine schöne Atmosphäre sorgen und zum Verweilen einladen. So können zwischendurch auch mal ein Blick auf die eigene und auf die Beute anderer geworfen werden und erneut Begehrlichkeiten geweckt werden.

Ich freue mich schon auf das nächste Jahr, wenn das ART Specially Event erneut die Tore öffnet, zum Stempeln und zum Shoppen einlädt.

Brusho – Bistre / Bister – Color Burst : Farbpulver im Test

Visuelle Effekte sind anziehend und lösen in uns des öfteren ein WOW aus und genau diese Anziehung rufen wasserlöslich Farbpulver hervor. Der WOW-Effekt, der entsteht, wenn das Farbpulver mit Wasser in Berührung kommt, ist atemberaubend und inspirierend. Aber nicht nur das, Farbpulver sind auch kinderleicht einzusetzen. Die Anwendung bedarf kaum Erklärung und ein gelingt nicht, gibt es nicht. Ein perfektes Medium für den Einstieg in die kreative Welt der Farben. Ein Medium, das nicht nur Anfänger und Fortgeschrittene begeistert, sondern auch Künstler.

Farbpulver gibt es viele in der Welt der Farben, die sich aber in einem wesentlichen Punkt unterscheiden, der Löslichkeit. Nicht jedes Farbpulver ist auch löslich und lässt die tollen Aquarelleffekte entstehen, die uns das WOW entlocken.

Zu den löslichen Farbpulvern aus dem Stempel- und Mixed-Media-Bereich zählen Bistre/Bister, Brusho und Color Burst. Diese drei Farbpulver liegen absolut im Trend und erfreuen sich großer Beliebtheit.

Heute nehmen wir Brusho und Color Burst genauer unter die Lupe, denn eine immer wiederkehrende Frage ist, wie unterscheiden sich die Farbpulver voneinander und auf welchen Materialien sind sie einsetzbar.

Wenn Dich diese Fragen auch interessieren, dann bist Du hier genau richtig.

Beginnen wir mit der Frage, wie sich die drei Farbpulver voneinander unterscheiden.

Bistre/Bister ist ein Holzrußpulver, das es in 8 verschiedenen Farbnuancen gibt (naturell, mahogani, braun, schwarz, rot, gelb, grün und blau). Bistre/Bister zeigt ein interessantes Farbspiel, je nach dem wie viel Farbpulver und Wasser miteinander in Berührung kommen.

Die Rußbasis sorgt dafür, dass das Farbpulver sich in zwei Farben mit unterschiedlichen Nuancen teilt und erzeugt einen alten verwitterten Eindruck, der sehr gerne für Vintage-Effekte und den Shabby, Grungy oder Altered Look eingesetzt wird.

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Brusho und Color Burst sind genau das Gegenteil von Bistre/Bister. Diese Farbpulver zeigen sich in Verbindung mit Wasser in kräftigen, leuchtenden Farben.

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Das Farbspiel ist aber ebenso interessant und effektvoll wie bei Bistre/Bister. Brusho und Color Burst werden aus verschiedenen Farbstoffen zusammen gesetzt. Kommen die Farben mit Wasser in Berührung, entwickeln sie ihre Farbpracht und je nach Zusammensetzung des Farbtons und des Auftrags des Farbpulvers springen sie in den Farbbereich auf, aus denen die Farbtöne gemischt wurden. Das birgt manch Überraschung.

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Die Anwendungsmöglichkeiten sind bei allen drei Pulvern gleich, d. h.:

1. die Farbpulver können in Wasser gelöst und als Tinte zum Schreiben und Malen eingesetzt werden

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2. die Farbpulver können auf trockene Untergründe gegeben und mit Wasser besprüht werden

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3. die Farbpulver können auf feuchte Untergründe gegeben werden

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4. die Farbpulver können in verschiedenen Medien gelöst werden, wie z. B. in Gesso.

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Brusho und Color Burst stehen im direkten Vergleich zueinander, da sie die gleiche bzw. eine sehr ähnliche Basis haben. Beide Farbpulver werden aus verschiedenen Farbstoffen gemischt und haben eine sehr gute Löslichkeit.

Die Farbpalette der Brushos umfasst 24 Farbpulver einschließlich schwarz und weiß. Die Farbpulver werden in einem kleinen Döschen geliefert und haben einen Inhalt von ca. 15 g.

Das Pulver kann auf verschiedene Weise zum Einsatz gebracht werden:

1. Das Farbpulver kann mit einem feinen Pinsel aus dem Döschen aufgenommen werden und auf das trockene oder fechte Papier gegeben werden.

2. Das Farbpulver kann mit einem kleinen Spatel entnommen und in winzig kleinen Mengen auf das trockene oder feuchte Papier gestreut werden.

3. In das Döschen wird ein kleines Loch gestochen. Das Farbpulver wird durch das kleine Loch in winzigen Menge aufgestreut, ähnlich einem Salzstreuer.

Die Color-Burst-Farbpalette bietet inzwischen 20 Farben. Das Farbpulver ist in eine Tube (Inhalt ca. 6 g) mit einer ganz feinen Tülle abgefüllt, die einen sehr feinen Farbpulverauftrag ermöglicht. Der Farbpulverauftrag kann auf zwei Wegen erfolgen:

1. Das Pulver wird durch ausüben von etwas Druck auf die Tube auf das Papier gepustet. Das Farbpulver legt sich als feinen Staub auf den Untergrund und ist auf trockenem Untergrund kaum sichtbar.

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2. Die Tube wird senkrecht mit der Öffnung nach unten gehalten und durch Klopfen auf den Tubenboden auf das Papier gegeben. Bei dieser Methode wird mehr Farbpulver abgegeben.

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Die Brillanz der Farbpulver Brusho und Color Burst im Vergleich

Nehmen wir zum Vergleich Brusho und Color Burst jeweils im gleichen Farbton und stellen sie gegenüber.

Farbauftrag und Dosierung

Pastellfarben, extrafeine Dosierung

Ein ganz wesentlicher Unterschied zwischen Brusho und Color Burst ist die Möglichkeit des Farbauftrags. Durch die feine Tülle der Color-Burst-Tube ist ein Farbauftrag mit “Druckluft” möglich. Das erlaubt ein staubartiges Auftragen des Farbpulvers.

Der extrafeine Auftrag des Farbpulvers bietet ohne Umstände und zusätzlichen Materialeinsatz einen zartes pastellfarbenes Farbbild.

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Um einen ähnlich feinen Farbauftrag mit Brusho zu erzeugen, muss das Pulver kaum sichtbar mit dem Pinsel aufgenommen und über den Rand der Dosen abgestrichen werden. Auf diese Weise lässt sich ein ähnlicher Effekt, wie beim Pusten aus der Tube, erzeugen.

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Am besten ist es, wenn der Pinsel kurz in das Farbpulver gedippt wird, das Pulver im Döschen abgeklopft und der Pinsel dann über den Rand der Dose gezogen wird. Je weniger Farbpulver an den Pinselhaaren hängt, umso feiner der Auftrag.

Eine weitere Möglichkeit wäre, das Pulver auf eine Palette zu geben und auf das Papier zu pusten.

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Farbauftrag aus der Tube/Dose oder dem Pinsel

Durch das Ausklopfen aus der Tube oder der Dose, bzw. mit dem Pinsel, kommt wesentlich mehr Farbpulver auf die Oberfläche, die Farbe ist intensiver. Je nach zugeführter Wassermenge können unterschiedliche Farbnuancen erzeugt werden.

Werfen wir einen Blick auf die Farben, um die Intensität zu vergleichen.

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Das Bild zeigt Color Burst und Brusho in nahezu der gleichen Farbpulvermenge, auf einem Aquarellpapier (Studienaquarellpapier, fein, 200g/m²) mit einem Spritzer Wasser in Reihe 1 und mit zwei Spritzer Wasser in Reihe 2, jeweils aus einem Wasserzerstäuber.

Das Color Burst Orange im Vergleich zum Brusho Orange ist etwas intensiver. Der Grund dafür ist die unterschiedliche Mischung der Farbstoffe zum Herstellen des Farbtons. Color Burst Orange enthält allem Anschein nach weniger rote Farbstoffe als das Brusho Orange und lässt das Color Burst Orange im direkten Vergleich strahlender wirken.

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Color Burst – Lemon = hell, strahlend

Brusho – Lemon =

Farbton

Color Burst

Brusho

Lemon

hell, strahlend

wärmer, Nuance ins Orange

Orange

strahlend

kräftiger, höherer Rotanteil

Crimson

Nuance ins Pink

dunkler, höherer Rotanteil

Ultramarine

Nuance ins Turqouise

leichter Einschlag ins Lila

Violet

tendiert sehr stark Richtung Magenta

Blaulila

Auf welchen Untergründen lassen sich Farbpulver anwenden?

Die Farbpulver Brusho und Color Burst lassen sich auf allen Papieren einsetzen sowie auf Pappe und Stoff. Die Fließfähigkeit der Farbpulver ist abhängig von der Oberfläche und der zugeführten Wassermenge, je saugfähiger das Papier, umso schönere und intensivere Farbverläufe lassen sich erzeugen. Die besten Ergebnisse werden auf Aquarellpapier erzielt, da diese speziell für die Wasseraufnahme entwickelt werden.

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Das Aquarellpapier Toscana von Hahnemühle lässt die Farben in einem schönen Licht erscheinen und bietet eine tolle Grundlage für Aquarelleffekte.

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Das Guardi Torchon Aquarellpapier ist sehr saugfähig. Auf Grund dieser Eigenschaft zeigen sich die Farben besonders brillant und haben einen sehr schönen Farbverlauf.

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Karteikarte ist eines der beliebtesten Medien für die Kartengestaltung und kann auch für Color Burst und Brusho eingesetzt werden. Wenn Du auf Karteikarte arbeitest, dann musst Du mit dem Wasser haushalten, denn eine Karteikarte kann nur bedingt Wasser aufnehmen.

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Glossypapier gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen und je nach Beschichtung bleibt die Farbe auf der Oberfläche stehen und trocknet nur langsam. Von einigen Glossypapieren lassen sich die Farben nach dem Trocknen mit etwas Feuchtigkeit wieder abnehmen.

Auf Glossypapier lassen sich wunderschöne perlige Farbaufträge erzeugen.

Auf beschichteten Oberflächen, das betrifft alle glatten, nicht saugenden Untergründe, wie z. B. Metall, Glas, Acryl, trocknen die Farben nur sehr langsam. Die Farben dringen nur wenig in das Papier bzw. in die Untergründe ein und bleiben auf der Oberfläche stehen, gehen keine direkte Verbindung mit dem Untergrund ein. Der Farbauftrag ist je nach Beschichtung oder Beschaffenheit der Oberfläche nicht immer wischfest und lässt sich wieder abnehmen.

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Kraftpaper kann ebenfalls mit Color Burst und Brusho gestaltet werden. Das Erscheinungsbild ist gedämpft. Die kräftigen, leuchtenden Farben lassen sich auf farbigen und gedeckten Farben bedingt einsetzen. Es können tolle Vintage Effekte gestaltet werden.

HINWEIS

Color Burst und Brusho sind transparente/halbtransparente Farben, die ihr Farbbild auf farbigen und dunklen Untergründen mit einer anderen Aussage darstellen, z. B. Gelb und Blau wirkt Grün.

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Die Anwendung auf Graupappe ist ebenfalls möglich, die Farben wirken durch die Grundfarbe der Oberfläche gedämpfter, verlaufen gut und hinterlassen ein schönes Farbbild.

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Gesso wird zum Grundieren und beim Gestalten von Mixed-Media-Arbeiten eingesetzt. Color Burst und Brusho können auf und mit Gesso eingesetzt werden. Der Farbauftrag auf einer mit Gesso grundierten Oberfläche verliert an Intensität, wird etwas blasser während des Trocknens. Die Farben sind aber dennoch auf Grund ihrer Leuchtkraft kräftig und geben ein gutes Bild ab.

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Stoff kann mit Color Burst und Brusho gestaltet werden, allerdings nur für dekorative Zwecke, da der Farbauftrag wasserlöslich ist.

Fazit

Brusho und Color Burst stehen sich in nichts nach und ergänzen sich gegenseitig. Die Farben, die aus den Farbpulvern entstehen, sind gleichermaßen brillant und lassen sich gut einsetzen. Der größte Unterschied zwischen den Farbpulvern besteht im Auftrag. Die Möglichkeit, das Color Burst Farbpulver durch Druck auf das Papier zu bringen ist ein tolles Feature, eine Eigenschaft, die es hervorzuheben gilt.

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Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Die Materialien habe ich käuflich erworben, sowie bei meinem Besuch der Creativworld 2016 von Ken Oliver Produktproben aus der neuen Color-Burst-Farbpalette erhalten.

Colourcraft Ltd., Hersteller von Brusho ist Partner & Sponsor des Events LieblingsART, dessen Mitveranstalter ich bin.  

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung, Begeisterung und Erfahrungen wieder.

Links:

LieblingsART

Bistre/Bister
Brusho