Winsor & Newton Pigmentmarker – zeichnen, colorieren, ausmalen

Ausmalen, ein Trend der nicht aufzuhalten ist, immer mehr Fans findet und damit bei den Stiftherstellern für Hochkonjunktur sorgt. Farbstifte in allen Formen und Varianten werden zum Ausmalen eingesetzt, aber nicht nur dafür, einige Farbstifte erfreuen sich auch beim Lettering, beim Doodeln oder beim Skizzieren großer Beliebtheit. Elvan hat dazu einen interessanten Beitrag zum Thema Lettering geschrieben, ein paar Stifte angeschaut und ausprobiert.

Die Farbhersteller lassen sich immer wieder etwas neues einfallen, arbeiten mit Künstlern zusammen, optimieren und stellen aus den Anregungen und Wünschen neue Produkte her. Eines aus dieser Zusammenarbeit entstandene Produkt, einen neuen Farbstift, möchte ich Dir vorstellen, den Winsor & Newton Pigment Marker.

Kennst Du den Winsor & Newton Pigment Marker?

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Schon vor einer Weile ist mir der Winsor & Newton Pigment Marker ins Auge gesprungen. Ich kann nicht genau sagen, was meine Aufmerksamkeit geweckt hat, aber sie war da und meine Neugier groß.

Vielleicht kennst Du das ja auch, wenn Du etwas gesehen hast und es nicht mehr aus dem Kopf bekommst, Du das gesehene unbedingt haben und ausprobieren möchtest. So ist es mir mit dem Winsor und Newton Pigment Marker gegangen. Ich habe ihn gesehen, und wollte ihn haben, ich wollte wissen, wie es sich damit malen lässt und ob er tatsächlich so Farbbrillant, wie auf den Bildern, ist.

Auf der Creativeworld in Frankfurt Anfang des Jahres habe ich auch nach dem Pigment Marker Ausschau gehalten und bin mit einem Vertreter für Winsor & Newton ins Gespräch gekommen. Er hat den Marker in allen Facetten vorgestellt und meine Neugier und der Wunsch, damit zu malen, wuchs. Ein paar Striche auf der Messe zu machen, ist doch etwas anderes, als im Studio selbst damit zu arbeiten und den Stift längerfristig ausprobieren zu können. Am liebsten hätte ich die Marker gleich von der Messe mitgenommen, aber das ging leider nicht, also musste ich mich ein wenig gedulden.

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Vielleicht bist Du dem Winsor & Newton Pigment Marker ja auch schon begegnet und hast dich gefragt, was es mit dem Farbstift auf sich hat, was diesen Marker zu etwas besonderem macht?

Ein paar Antworten darauf, versuche ich Dir mit der Vorstellung des Winsor & Newton Pigment Marker heute zu geben. Sollte eine Frage offen bleiben, dann bitte hinterlasse einen Kommentar. Ich tausche mich gerne mit Dir aus.

Besondere Merkmale

Das besondere an dem Winsor & Newton Pigment Marker sind die Pigmente, die besonders hochwertig und lichtbeständig sind und dass der Farbauftrag trotz Alkoholbasis nicht sofort trocknet.

Vor vielen Jahren bin ich dazu übergegangen, mir die Farben und deren Beschaffenheit genauer anzusehen. Ein ganz wichtiges Qualitätsmerkmal für mich ist dabei die Lichtbeständigkeit. Es ist kaum etwas ärgerlicher, als ein schönes Deko-Objekt, eine Leinwand oder ein Bild zu gestalten und dann schon nach kurzer Zeit zu entdecken, dass es an Farbintensität und Brillianz verloren hat. Das kann Dir beim Malen und Gestalten, laut Hersteller, mit dem Pigment Marker nicht passieren, denn Winsor & Newton wirbt damit, dass die Farben 100 Jahre überdauern. Der Winsor & Newton Pigment Marker basiert auf lichtbeständigen, hochwertigen Pigmenten.

Wichtig für die Alterungsbeständigkeit sind nicht nur hochwertige Pigmente, sondern auch die Zusatzstoffe, die bei der Herstellung der Farben verwendet werden. Es ist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren aus Materialien und Erfahrung, die am Ende ein tolles Farbmedium entstehen lassen.

Die Farbe fließt leicht beim Malen, Schreiben und Skizzieren aus den Markerspitzen. Die Farbpigmente bleiben auf dem Papier stehen und lassen sich auf dem glatten Papier gut ineinander malen. Selbst mit den Fingern lässt sich die Farbe wischen und verziehen.

Die besten Ergebnisse werden auf glatten, nicht saugenden Papieren erzielt, Winsor & Newton bietet ein passendes auf die Marker abgestimmtes Papier an. Auf saugenden Papieren sind die Pigment Marker von der Wiedergabe kräftig und brillant, können aber nicht so schön ineinander gezogen oder mit anderen Mal- und Effekttechniken eingesetzt werden.

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Der Farbauftrag ist typisch für Marker. Die Strichführung ist erkennbar und erlaubt schon beim Farbauftrag Schattierungen, das besonders beim Schreiben von Vorteil ist. Da der Farbauftrag nicht sofort trocknet können die Farben gut verwischt und mit dem Blender verzogen werden.

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Eine weitere Besonderheit ist das ergonomische Design, das nicht nur sehr ansprechend aussieht, sondern auch für eine gute Lage in der Hand sorgt. Die asymmetrische Form lässt den Marker schlank und edel aussehen sowie die weiße Grundfarbe des Markers.

Die Farbe des Markers kann durch die Wiedergabe des Farbtons, der durch eine ca. 0,5 cm breite, unterbrochene, umlaufende Linie auf dem Stift dargestellt wird, schnell erfasst werden.

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Der Pigment Marker hat zwei Spitzen, eine breite, meißelförmige und eine feine Spitze. Die Form des Markers ist den jeweiligen Malspitzen angepasst. So ist der Stift, wie der Hersteller beschreibt, mit einem runden Griff für mehr Leichtigkeit und Komfort beim Malen mit der breiten Spitze ausgestattet und mit einem dreieckigem Griff für mehr Kontrolle und Präzision beim Zeichnen und Skizzieren.

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Die Verschlusskappen lassen sich leicht abnehmen und wieder verschließen. Die Kappen lassen sich durch die unterschiedlichen Größen und Formen sowie durch die Farbmarkierung, die sich auf der Verschlusskappe für die Markerspitze befindet, leicht auseinander halten.

Gibt es noch mehr Besonderheiten?

Ja, Winsor & Newton hat in der umfangreichen Farbpalette von 118 Farbtönen auch 2 Blender, einen farblosen und einen weißen Blender. Mit diesen beiden Blendern können die Farben in weitere Farbnuancen abgestuft, gemischt, schattiert sowie Effekte erzeugt werden.

Das klingt nicht nur spannend, sondern macht auch Spaß und bietet viele Möglichkeiten. Diese Möglichkeiten sind auch beim Ausmalen eine Bereicherung.

Die Farben sind aber nicht nur mit den Blendern zu verändern, sondern sind auch untereinander mischbar.

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Zu den Pigment Markern bietet Winsor & Newton auch ein speziell entwickeltes Marker Papier an.

TIPPS zur Erhaltung und Pflege der Pigment Marker

In der Broschüre zum Pigment Marker findest Du nicht nur eine ausführliche Beschreibung der Marker, sondern auch etwas zur Erhaltung und Pflege. Ein paar der Tipps kennst Du sicher schon, denn sie treffen nicht nur auf den Pigment Marker zu, wie z. B. das Ausmalen des Blenders nach Gebrauch oder des Markers, der zum Mischen zweier Farbtöne eingesetzte wurde. Auch das ein Stift nach Gebrauch wieder verschlossen werden sollte, um ihn vor dem Austrocknen zu schützen und die Spitzen zu erhalten, ist nicht neu. Aber wir wissen ja, wie schnell im Eifer des Gefechtes so manches in Vergessenheit gerät.

Der Pigment Marker ist für glatte Papiere ausgelegt. Auf diesen zeigt er sich in seiner ganzen Pracht, Farbmischungen und Akzente lassen sich perfekt anlegen und die Malspitzen werden geschont. Raue Papiere oder das Malen auf Acryl, Öl, etc. können die Haltbarkeit der Spitzen herabsetzen und das Malergebnis beeinträchtigen.

Ein weiterer Punkt ist die Aufbewahrung der Marker. Es wird darauf hingewiesen das der Pigment Marker liegend aufbewahrt werden sollte, um ein Auslaufen und Verstopfen in der Spitze zu vermeiden.

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Mir hat das Ausprobieren und Kennenlernen sehr viel Spaß gemacht und ich werde die Pigment Marker sicher öfter einsetzen. Die Farbbrillanz, die ich auf den vielen Bildern im Internet gesehen habe, spiegelt sich in jedem Strich wieder und es ist ein Vergnügen die Leuchtkraft in sich aufzunehmen. Mal schauen, wo und wie die Pigment Marker in nächster Zeit so zum Einsatz kommen.

Liebe Grüße und bis bald
Deine Dani

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt meine persönliche Meinung und Erfahrungen wieder.

Die Pigment Marker wurden mir zum Testen und Ausprobieren von Winsor & Newton zur Verfügung gestellt.

DIY Pinnwand – schnell gebastelt, vielfältig nutzbar

Ich brauche eine Pinnwand. Genau dieser Gedanke spukte schon seit geraumer Zeit durch meinen Kopf. Ok, im Keller habe ich noch eine, ganz klassisch aus Kork. Und auch wenn Kork gerade wieder ein ganz großer Trend ist, ich bin ein Kind der 70er Jahre, ich habe zuviel Kork erlebt, um diesen wieder in meine Wohnung zu lassen.

Im Geiste zusammengestellt war die Materialliste schon:
– Holzrahmen
– Pappe
– Baumwollstoff
– Tafelfolie
– Gesso
– Chalkyfarbe
– Schmirgelpapier
– Paketklebeband

Wie praktisch war es doch, dass ich der Lieferung einer neuen Küche beiwohnen konnte. Als ich später ging, lachte mein Bastelherz, lagen vor dem Haus doch diverse Transportsicherungen in Form von Holzrahmen. Diese habe ich allesamt in meinem Auto verschwinden lassen und wusste sofort: Das wird der Rahmen meiner neuen Pinnwand.

Ich habe mir den passendsten Rahmen für meine Zwecke herausgesucht, dazu jede Menge Pappe. Den Rahmen habe ich als Erstes mit Gesso vom VBS Hobbyversand behandelt. Nach dem Trocknen habe ich meine Chalky-Farben genommen, die blaue ist aus dem Hause Rayher, die graue von Viva Decor.

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Für den zweiten Anstrich des Rahmens habe ich die blaue Chalky-Farbe gewählt, als Abschlussanstrich die graue. Nachdem alle Farbschichten gut getrocknet waren, kam Schmirgelpapier mit 180er Körnung zum Einsatz, um die darunterliegenden Farbschichten wieder etwas hervorzuholen.

Die Pappe habe ich in Streifen geschnitten, die genau in die beiden Aussparungen passen, pro Aussparung habe ich 4 Schichten Pappe benutzt. Für den Überzug habe ich meine Stoffkiste durchgeschaut und den hübschen gepunkteten Stoff gefunden, den ich vor längerer Zeit auf einem Stoffmarkt erstanden habe. Es handelt sich hierbei um einen reinen Baumwollstoff, fest genug, um nicht schlabbrig zu wirken, aber dünn genug, um Dinge mit Reißzwecken befestigen zu können.

Nach dem Bügeln des Stoffs habe ich diesen um die übereinandergelegten und zusammengeklebten Pappstreifen gelegt und auf der Rückseite mit gewöhnlichem braunen Paketklebeband befestigt. Die Schnüre, die um die linke Pappschicht gespannt sind, stammen allesamt aus meinem Bastelfundus und werden in der Regel eigentlich für Glückwunschkarten und Verpackungen eingesetzt.

Der zweite Teil hat sich kniffeliger gestaltet, als ich vorab vermutet hätte. Denn ich bin irgendwann einem Sparwahn aufgesessen und habe die billigste Tafelfolie gekauft, die es in einem der gängigen Schnäppchenmärkte zu kaufen gab. Das wiederum hatte zur Folge, dass selbst ich als Bibliothekarin Probleme hatte, die Folie ordentlich auf der Pappe aufzubringen. Klebeeffekt gleich Null und verzogen hat sich sich auch. Um das Folienergebnis zu sichern, habe ich auch auf dieser Seite auf der Rückwand alles vorsichtshalber mit Paketklebeband fixiert.

Dennoch: Nach dem Einsetzen der bezogenen Pappteile bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Ich kann neben Büroklammern und kleinen Holzklammern genauso Reißzwecken oder aber auch Kreide verwenden, um Wichtiges auf der neuen Pinnwand festzuhalten.

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Mein Fazit: Wenn schon ein Rahmen vorhanden ist, beträgt die reine Bastelzeit für solch eine flexibe Pinnwand nicht mehr als 2 Stunden. Sie ist schon in meinem Büro aufgestellt und kann mir ab sofort gute Dienste erweisen. Und für die altertümlichen geerbten Kreiden, deren Verpackung ich auf der fertigen Pinnwand zeige, habe ich ab sofort auch endlich eine Verwendung.

Bis zum nächsten Mal.
Viele Grüße
Testerschwester Dagmar

 

Stempel selber machen – Buchvorstellung und Test

Letzte Woche hat Bärbel euch hier erklärt, wie professionelle Stempel hergestellt werden. Mit ein wenig Fantasie und Freude am ausprobieren kann man darüber hinaus auch alle möglichen Materialien des Alltags, von Luftpolsterfolie über Schuhsohlen bis Gummibändern, zum stempeln verwenden. Aber was ist, wenn man Stempel selbst schnitzen möchte? Wenn man sich bestimmte Motive wünscht oder eigene Designs oder Ideen im Kopf hat?

Hierzu gibt es hilfreiche Bücher, eines davon habe ich auf Herz und Nieren getestet. Es heißt „StempelGlück“ von Geninne D. Zlatkis und ist in der Topp-Reihe beim frechverlag erschienen.

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Gennine D. Zlatkis: StempelGlück :Kunstvolle Stempel selbst gemacht zum Gestalten von Karten und Stoffen. Hardcover, 132 Seiten, 21,5 x 25,4 cm . TOPP 5895. ISBN 9783772458958

Das Buch

Inhaltsangabe und Angaben des Verlags:

>>Die Leidenschaft der bekannten Illustratorin Geninne D. Zlatkis für die Natur und für Farben prägt ihre einfache, aber elegante Kunst und die handgeschnitzten Stempel, die viele ihrer Designs zur Schau stellen. Dieses wunderschön illustrierte, mit Schrittfotos versehene Buch umfasst alle Grundlagen für das Anfertigen handgeschnitzter Stempel, das Auftragen der Farbe, das Zusammenstellen von Motiven und vieles mehr.

Buch inklusive:

• 20 kunstvolle Projekte (darunter Tragetasche, Tagebuch, Kissen, Geschenkanhänger, Briefpapier, Briefumschläge, Wanddeko, etc.)
• anschauliche Anleitungen für das Stempeln auf Papier, Stoff, Ton und anderen Materialien
• 50 einzigartigen Motiven von Geninne Zlatkis.<<

Mit seinem Hardcover, durch seine Gestaltung, das Layout sowie die vielen schönen und hilfreichen Fotos, macht das Buch einen  ansprechenden und erfrischend modernen Eindruck. Nach einer kurzen Einleitung werden die Grundlagen zum selber schnitzen erklärt, dabei geht die Autorin auf benötigte Werkzeuge und Materialien genauso ein, wie auf Stempeltechniken, Design und Inspirationsquellen. Diese ersten 30 gut bebilderten Seiten sollte man wirklich komplett lesen, denn sie bieten das Rüstzeug, mit dem man sofort loslegen kann, wenn man schon die benötigten Materialien zur Hand hat. Auf diese werde ich im Verlauf des Artikels noch weiter eingehen.

Im zweiten Teil regnet es auf über 60 Seiten Projektideen, Anleitungen und Inspirationen. Genine D. Zlatkis legt dabei eine große Bandbreite zur Verwendung von Stempeln offen, sie zeigt das arbeiten mit Papier genauso wie auf Stoff und anderen Materialien wie Stein, Modelliermasse oder Dekorationsgegenstände. Die Botschaft hierbei lautet ganz klar: es gibt nichts, was man nicht bestempeln kann. Zusätzlich geht die Autorin auch auf die Themen nähen und sticken ein, soweit sie für die vorgestellten Projekte verwendet werden.

Die Anleitungen selbst sind übersichtlich und die Texte eher kurz gehalten. Zu jedem Projekt gibt es eine ausführliche Materialliste und Schritt-für-Schritt Erläuterungen. Dabei finden sich auch immer wieder allgemein hilfreiche und praktische Tipps.

Der letzte Teil bietet die Vorlagen zu den zuvor vorgestellten Projekten und weitere Motive.

Alles in allem eignet sich das Buch sowohl für Einsteiger als auch versierte Stempler.

Das Material

Es ist nicht viel, was man zum Stempel schnitzen benötigt. Der Empfehlung der Autorin entsprechend, habe ich mir ein Set mit Linolschnitz-Werkzeug angeschafft. Diese Sets, meines ist die fünf Schneidewerkzeuge enthaltende Linolschnitt-Garnitur der Firma ABIG, bekommt man schon für unter 10€ im Fach- und Onlinehandel.

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Ein wenig kniffeliger gestaltete sich die Suche nach den Schnitzblöcken. Zwar kann man auch auf dicke Radiergummis, z.B. aus dem örtlichen Schreibwarenladen, zurückgreifen, aber ich wollte sofort in die Vollen gehen und direkt mit den von der Autorin erwähnten Stempelgummis in Blöcken arbeiten. Im Buch selbst werden weder konkrete Bezugsquellen noch Firmen genannt. Auf dem Blog der Autorin konnte ich ausmachen, welche Gummis sie verwendet, diese werden aber nicht mehr hergestellt oder sind für uns nur aus Übersee zu bestellen. Aber dann bin ich auch hierzulande fündig geworden und siehe da, die Blöcke sind auch noch sehr preiswert. Am Ende des Artikels findet ihr einige online-Bezugsquellen dazu, vielleicht werdet ihr aber auch in eurem örtlichen Geschäft für Künstlerbedarf fündig.

Für die meisten Projekte im Buch empfiehlt die Autorin die Verwendung von Pigment-Stempelkissen, für das drucken auf Stoff für Textilien bestimmte Stempelkissen. Zu diesem Thema fände ich paar konkretere Angaben passend, denn vor allem Einsteiger wissen mit den Bezeichnungen nicht unbedingt sofort etwas anzufangen und müssen sich somit anderweitig, im Fachhandel oder über Internet-Recherche, schlau machen. Wie auch sonst im Buch wird auf die Nennung konkreter Quellen oder Firmen verzichtet. Daher findet ihr auch dazu eine kleine Übersicht am Ende dieses Artikels.

Aber keine Panik, bei meinen Tests hat sich herausgestellt, dass diese Stempel auch mit wasserbasierten Stempelkissen wunderbare Abdrücke erzeugen.

Der Praxistest

Mein erster selbst geschnitzter Stempel ist ein Kleeblatt in negativ und positiv nach eigenem Entwurf, wobei ich mich Schritt für Schritt an die allgemeinen Anweisungen im Buch gehalten habe.linnek_schnitzen_Collage01

Dann geht es los mit der Schnitzerei. Man benötigt keine großen Kräfte, die Schnitzmesser schneiden durch das weiße Gummi wie durch einen Butterblock, das Scheidewerkzeug liegt sicher und wie ein Stift in der Hand.

linnek_schnitzen_Collage1 linnek_schnitzen_Collage2Für die Stempelabdrücke habe ich Memento-Pigmentstempelkissen benutzt. Das erste Kleeblatt ist ein negativ-Druck, bei dem die Außenlinien nicht drucken. Das nächste Kleeblatt ist ein positiv-Stempel, bei dem nur die Außenlinien drucken.

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Nach diesen ersten Versuchen habe ich mich mit dem Fisch dann an eine Vorlage aus dem Buch gewagt. Dieser ging erstaunlich schnell und einfach umzusetzen, sodass ich noch Blubberblasen und eine Wasserpflanze ergänzt habe. Dieses Mal sind die Stempelabdrücke mit wasserbasierten Tusche-Stempelkissen entstanden.

linnek_schnitzen_collage4Man gewöhnt sich schnell an die Handhabung der Materialien und wird mit jedem Versuch besser. Waren die Kleeblätter noch ziemlich grob, so konnte ich die Wasserpflanze schon recht filigran gestalten.

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Fazit: Das Buch „StempelGlück“ hat mir tatsächlich eine neue Welt eröffnet. Das Thema ist spannend und vielfältig. An das selber schnitzen hatte ich schon oft gedacht, aber ohne diese Einführung hätte ich das Vorhaben bestimmt noch ewig vor mir hergeschoben und dann garantiert viele Fehler gemacht. Sowohl die Tipps, als auch die Vorlagen, Informationen und Inspirationen von Gennine D. Zlatkis gefallen mir sehr gut.

Falls es euch auch erwischt hat, lasst es uns doch wissen. Wir freuen uns über eure Kommentare oder Bilder hier, per Mail oder auf unserer KT-Facebookseite.

Hier kommen noch die versprochenen Zusatzinfos zu Firmen und Bezugsquellen.

Liebe Grüße Heike

Stempelblöcke: hier findet ihr einige Bezugsquellen für die weißen, weichen Schnitzblöcke der Firma FACTIS:

Stempelkissen: hier habe ich euch ein paar namentliche Beispiele für die verschiedenen Arten von Stempelkissen zusammengestellt. Wer inhaltlich in die Materie „Stempelkissen“ einsteigen möchte, dem kann ich diese Übersicht auf den Seiten der Stamping-Fairies empfehlen oder er wartet einfach, denn demnächst wird Testerschwester Bärbel das Thema hier behandeln.

  • Pigmentstempelkissen: Color Box, Memento, Stampin Up! Craft,
  • Wasserbasierte = Tusche Stempelkissen (Dye Ink): Distress, Stampin Up!
  • Stempelkissen für Textil: Memento Luxe

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe weder kostenlose Produktproben erhalten noch sonstige Vorteile aus meinem Bericht gezogen. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wieder.

 

Was Autofahren mit Stempelkunst zu tun hat

Es gibt Hobbies, die scheinen auf den ersten Blick belanglos. Wenn potentielle Hobbystempler ihren ersten Stempel sehen, haben sie fast alle den gleichen Gedanken: Ganz nett, aber was mache ich damit, wenn ich Tante Elfriedes Briefumschlag verschönert habe? So habe ich damals gedacht, so denken viele. Anders sieht es aus, wenn Bastler fertige Ergebnisse zu sehen bekommen, bevor man ihnen das Werkzeug zeigt. DAS ist mit einem Stempel gemacht?

Nun, wir alle wissen, es kommt nur darauf an, was man damit macht. Doch habt ihr euch einmal gefragt, wo eure geliebten Motivstempel herkommen, wie sie gemacht werden? Als ich 1996 mit dem Stempelhobby anfing, war die Antwort einfach: Aus der Gummipresse. Erste Versuche mit Polymerstempeln, auch Clear Stamps genannt, gab es bereits. Diese Dinger waren schnell kaputt und druckten schlecht.

Heutige Clear Stamps sind von deutlich besserer Qualität, ebenso deren jüngere Brüder, Stempel aus Silikonmasse. Beide sind durchsichtig, nehmen meist die Farbe gut an und leben länger als ihre Vorläufer. Hier gilt es, die Hersteller eurer Wahl zu testen und eure Lieblinge zu finden. Als Faustregel gilt wie so oft: Besonders günstige Clear Stamps stammen mit geringer Wahrscheinlichkeit aus einer hochwertigen Produktion. Hier entscheiden Geschmack und Geldbeutel.

Stempelpuristen lieben aber immer noch ihr Gummi über alles. Es lebt quasi ewig, ist hitzefest und sehr belastbar. Einziger Nachteil: Man kann nicht durchsehen. Und es ist teurer. Warum ist das so? Um zu verstehen, was den höheren Preis und Qualität von Stempelgummi ausmacht, möchte ich euch erklären, wie Gummi hergestellt wird:

Ich hatte das Glück, 1998 bei einem Hersteller von Gummistempeln arbeiten zu dürfen. Dort habe ich gelernt, wie Gummi vulkanisiert wird. Ohne diesen wunderbaren Prozess gäbe es keine Stempel, denn die Kautschukmasse, welche als Ausgangsmaterial dient, ist nicht „dauerelastisch“. Ich habe es getestet: Zieht man die Kautschukmischung in die Länge, verhält sie sich wie Plätzchenteig. Oder Knete. Die Masse wird lang und länger und bleibt auch so. Um die Masse elastisch zu machen, wird sie erhitzt.

Diese tolle Erfindung machte im Jahre 1839 ein Herr namens Charles Goodyear. Wie der Name schon vermuten lässt, hat er diesen Prozess nicht für Drucktechniken erfunden. Seine Idee benutzen wir alle heute im täglichen Autoverkehr. Ob Autoreifen oder kunstvolles Stempelmotiv, das Prinzip der Herstellung ist sehr ähnlich. Auf die Idee, aus Gummi auch Stempel zu machen, kam man erst, als die Farben dafür erfunden wurden. Man kann nicht mit jeder Farbe gut stempeln. Besondere Rezepturen werden in Form von Stempelkissen angeboten, und hier entstehen auch heute noch immer wieder neue Farben für neue Techniken mit interessanten Eigenschaften. Doch zurück zur Stempelherstellung….

Bei der Vulkanisation wird die Kautschukmischung unter hohem Druck auf bis zu 160°C erhitzt. Darum hatte jeder Stempelhersteller eine oder mehrere Gummipressen. Der deutsche Hersteller Heindesign aus Hagen hat seinen wohnzimmerschrankgroßen Pressen sogar liebevolle Namen gegeben. In meinem Betrieb standen kleinere Modelle, etwa so groß wie unser Kühlschrank, aber beide waren in der Lage, Din A4 große Gummiplatten zu erzeugen.

Bis zur fertigen Gummiplatte ist es ein weiter Weg: Am Anfang steht natürlich die Vorlage. Jeder hatte schon einmal einen Adressstempel in der Hand: Hier wurden für die Stempelvorlage Buchstaben gesetzt. Ob ein Stempel aber einen Buchstaben, oder eine Zeichnung druckt, das ist dem Gummi egal. Darum werden Motivstempel auf die gleiche Weise wie Textstempel hergestellt. Die optimale Vorlage ist eine schwarzweiß Zeichnung. Text, Bild, gerastertes Foto- egal, Hauptsache neben schwarz und weiß findet sich kein anderer Farbwert. Aus dieser Vorlage wird ein Film erstellt, hier ist unser Text oder Motiv im Negativ zu sehen und spiegelbildlich (wie das beim Drucken halt so ist).

Mit dem Film wird eine Polymerplatte belichtet, die dort aushärtet, wo Licht einfällt. Das ist dann wieder ein Positiv unseres zukünftigen Stempels. Mit dieser Platte wird eine sogenannte Mater (lat.: Mutter) erstellt, die bereits mit Druck und Hitze in der Gummipresse aus einer anderen Mischung gehärtet wird. Das klingt kompliziert? Ist es auch. Ich sagte ja, Gummistempel sind aufwändig hergestellt, was auch deren Preis erklärt.

Diese Mater ist dann die Form- wieder ein Negativ- in der endlich das Gummi in Form gebracht wird. Druck, Hitze und jede Menge Vorarbeit. Kommt das vulkanisierte Gummi aus der Presse ist es sehr heiß, ich muss dann immer an Plätzchenbacken denken. Das Gummi ist nach dem Abkühlen dauerelastisch, dass heißt es dehnt sich zwar, springt aber immer wieder in die gegebene Form zurück.

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Oben seht ihr solch eine Gummiplatte, bevor sie in die einzelnen Motive zerschnitten wird, hier in A5 Größe, mit verschiedenen Motiven.

Nun können wir damit stempeln…. fast. Genau, die ganze Platte ist ja riesig, A5 oder A4 groß. Darauf befinden sich viele einzelne Stempelmotive, diese werden dann entweder manuell ausgeschnitten oder gestanzt. Sie brauchen nun einen Griff, um den Stempel beim Drucken halten zu können. In der Anfangszeit der Motivstempel waren Stempel im Handel bereits vormontiert. Mit einer selbstklebenden, schwammähnlichen Zwischenschicht wurden diese auf einen mit dem Motiv bedruckten Holzgriff aufgebracht. Heute benutzen Stempler Polsterschichten mit Adhäsionsfolie (EZ Mount) , damit sie den Stempel wieder vom meist durchsichtigen Griff ablösen und besser lagern können, oder benutzen Griffe mit klebriger Oberfläche (Tack’n’Peel), um den Gummi ohne weitere Schichten am Griff zu befestigen. Dabei gibt das Tack’n’Peel etwas nach, denn ein Stempel druckt besser, wenn er leicht federnd aufgebracht ist.

Bereits um die Jahrtausendwende wurde ein weiteres Verfahren entwickelt, um Stempel aus Gummi herzustellen. Hierzu wird das Gummi wie oben beschrieben vulkanisiert, ohne jedoch ein Motiv darin einzuprägen. Diese glatte Gummiplatte wird nun gelasert, dabei wird mit einem Laser alles weggebrannt, was nicht drucken soll. Ausgangsbasis ist auch hier wieder das schwarzweiße Motiv, jedoch liegt ein Vorteil der Herstellung klar auf der Hand: Man benötigt keinen Film, Polymerplatte und Mater. Drei Schritte sowie eine Menge Material werden unnötig. Das freut den Hersteller und die Umwelt.

Doch die frühen Lasermaschinen waren sehr grob, und feine Motivstempel damit von sehr schlechter Qualität. Das hat sich heute sehr verbessert, ein Lasergummi muss einem vulkanisierten Gummi in nichts nachstehen. Allerdings ist nicht garantiert, ob bei einem sehr preiswerten Laserstempel auch das uns bekannte Gummi verwendet wird. Mit der Lasertechnik lassen sich viele weitere Materialien bearbeiten, hier ist Vorsicht geboten. Ich empfehle nur Laserstempel aus bekannten und verlässlichen Quellen zu kaufen.

Im Bild unten könnt ihr gut die Rillen erkennen, die der Laser in das Gummi gebrannt hat. Der Vordergrund ist leider etwas unscharf, da stieß meine Kamera an ihre (Makro)Grenzen. Mit bloßen Auge oder eine Lupe könnt ihr also ein Lasergummi von einem vulkanisierten unterscheiden. Die Zwischenräume bei vulkanisiertem Gummi sind immer ganz glatt.

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Ob Stempel nun gelasert oder gepresst werden sollten, kann nur mit Blick auf die Menge der benötigten Ware beantwortet werden: Die Herstellung einer Mater lohnt sich nur, wenn das Motiv mehrfach verwendet wird. Vulkanierte Einzelanfertigungen sind sehr teuer, da hier der ganze Aufwand für eine einmalige Anwendung nötig ist. Anders beim Lasern: Individuelle Motive sind materialschonender und zeitsparend herzustellen. Dieses Verhältnis wird bei der Massenproduktion auf den Kopf gestellt: Es geht deutlich schneller, ein Motiv zum Beispiel 10 Mal auf eine Mater zu setzen (welche nur ein einziges Mal hergestellt werden muss) und dann mehrfach zu pressen, als das gleiche Motiv mit einem Laser viele Male einzeln auszuschneiden. Je höher die gewünschte Stückzahl eines Motivs, um so mehr lohnt sich die „alte“ Verfahrensweise. Dies ist der Grund, warum ihr nach wie vor vulkanisierte Stempelgummis von großen Firmen mit hoher Auflage der Motive kaufen könnt, während kleine Anbieter ausgefallene Motive und Texte gerne gelasert anbieten.

Zum Abschluss möchte ich euch den Tipp geben, euch nach Gummi auch mal an anderen Orten umzuschauen. Ein guter Gummistempel ist immer aus vulkanisiertem und eventuell gelaserten Gummi, aber nicht jedes Gummi wird zu einem Stempel. Jeder kennt Wärmflaschen: Tolles Gummi mit tollen Mustern. Traut euch einmal, eine solche zu zerschneiden, tauscht die Muster untereinander. Schuhsohlen geben tolle Stempel ab, hier ist Experimentieren angesagt. Denke wir an die Ursprünge der Gummiherstellung zurück, dann kann man theoretisch auch mit Autoreifen drucken. Die kleinen Reifen von Lego-Autos sind perfekte Rollstempel, die endlose Muster erzeugen!

Was ist noch aus Gummi? Habt ihr weitere Ideen?

 

Diesen Artikel schrieb nach bestem Wissen eure Testerschwester Bärbel