10 Kuriositäten und Streetart Inspirationen aus Wien : KT unterwegs!

Vor zwei Wochen habe ich euch über Inspirationen auf den Wiener Weihnachtsmärkten berichtet. Heute hoffe ich, euch mit meinen Bildern ein Schmunzeln zu entlocken und dazu zu animieren, über das Offensichtliche hinaus zu schauen. Wien ist eine unglaublich prunkvolle Stadt, vor lauter imperialen Höhepunkten kann einem nur so der Kopf schwirren. Aber dazwischen gibt es auch immer wieder kleine Inseln zum schmunzeln, die schnell übersehen werden. Einige davon könnt ihr hier entdecken, beim anderen Blick auf Wien. Lasst die Eindrücke auf euch wirken, vielleicht findet ihr darin Inspirationen für zukünftige Projekte.

Hofburg Heldenplatz

linnek_phonomatHier steht der Phonomat, ein Apparat welcher euch in x Sprachen über die Geschichte des Platzes informiert. Ein Reiseführer-Relikt aus einer vergangenen Epoche, vielleicht einzigartig? Alleine der Name schon ist ein Genuss: Phonomat! Ein Retro-Objekt der ersten Güte.

Karmeliterplatz / Taborstraße

Darf ich euch mein persönliches Street-Highlight präsentieren?

linnek_wien18Wieso steht dieses „Diese Straße ist Kunst“- Schild in dieser Imbissbude an der Bushaltestelle? Ich konnte jedenfalls keine weitere ausgemachte Kunst an dieser Straße finden.  Aber alleine schon dieser Imbiss mit diesem Schild und der darüber fix befestigten „komme gleich“-Nachricht direkt neben dem ziemlich anwesenden und seelenruhig telefonierendem Mitarbeiter ist in meinen Augen tatsächlich ein Kunstwerk, und zwar ein ziemlich unterhaltsames.

Augustinerstraße

linnek_wien03Das italienische Restaurant L’asino Che Ride – Zum lachenden Esel. Dort werdet ihr wahrscheinlich automatisch mit einem Lächeln einkehren, wie kommt man auf solche Namen? Das Restaurant ist jedenfalls stadtbekannt, authentisch italienisch und keine Touristenfalle, wie die zentrale Lage vermuten lassen könnte.

Karlsplatz

linnek_wien26Auf dem ART-Advent Weihnachtsmarkt am Karlsplatz wird man immer wieder zum Küsschen geben angestiftet. Aber bitte nicht mehr, knutschen ist nicht erwünscht. Falls ihr trotzdem knutschen möchtet, könnt ihr das vielleicht am WC ausleben, welches hier auch ausgewiesen wird. Ähm…

Am Hof

linnek_wien30Auf dem Weihnachtsmarkt „Am Hof“ geht es weiter mit der Aufforderung zum romantischen Verhalten.

Wien Mitte

linnek_wien50Der süße Walter lädt zum Lebkuchenkonsum. Das hat mich einmal mehr daran erinnert, dass man seinem süßen Schatz solch ein Lebkuchenherz mal selber machen könnte. Nebenbei: ich habe keinen „süassen Walter“ gesehen.

Museumsquartier

linnek_raum66collageIm Museumsquartier befindet sich unter anderem diese Galerie. Die „Komischen Künste“, also das Büro für komische Künste in Wien, stellt Cartoons aus, es gibt einen Shop und man kann dem Club beitreten. Wenn ihr euch einmal so richtig auslachen wollt, müsst ihr diesen Ort besuchen. Das ist kostenlos, auf dem roten Pfeil steht im trockenen Humor: „Leider bleiben oftmals Leute im Raum 66 stecken und wir müssen dann die Wand aufstemmen und neu verputzen. Das kostet viel Geld, deshalb würden wir uns über eine kleine Spende sehr freuen““

Palais Ferstel an der Freyung

linnek_wien31Im Innenhof des Palais Ferstel (oder gilt das schon als daneben?) gibt es einen Designerladen, dessen dargebotenes Design sich wahrscheinlich Niemand von uns jemals wird leisten können. Aber warum nicht selber machen? Nun wissen wir alle: unser altes Besteck ist noch immer wertvoll, wir müssen es lediglich in die richtige Form bringen.

MQ Point

linnek_mqpointATIm Haupteingang des Museumsquartier findet ihr den MQ Point, einen Shop mit originellen, top designten Produkten für wirklich jeden Geldbeutel, der ausserdem jede Menge Inspiration und Anregung bietet, einiges davon selbst umzusetzen. Hier habe ich z.B. eine Handvoll Bleistifte mit der Aufschrift „Werkzeug eines Genies“ als Mitbringsel für meine örtlichen Freunde mitgebracht, wovon alle sehr angetan waren.

Dorotheergasse Jüdisches Museum

Zum Ende dieser augenzwinkernden Sicht auf Wien hin möchte ich euch doch noch auf eine eher nachdenklich stimmende Entdeckung aufmerksam machen:

linnek_wien12Am Jüdischen Museum in der Dorotheergasse findet ihr in etwas größerer Höhe als man gemeinhin schaut die Leuchtschrift „Fremde überall“. Eine wahre Aussage, deren tiefere Bedeutung gerade dieser Tage leider eine erneute Aktualität erhalten hat.

Mit neuen Blick durch die Straßen und Geschäfte gehen und nach etwas Ausschau halten, was man für gewöhntlich übersehen würde, es kann so wundervoll sein.

Vor lauter Freude über unsere Entdeckungen haben Petra und ich uns dann noch selbst kleine Bären aufgebunden, die wir auf diesem winzig-winzigen Innenhof-Weihnachtsmarkt in der Nähe der Dorotheergasse erworben haben. Wir hatten den Eindruck, dass dort wirklich nur Waren aus 100% Handarbeit der Gemeindemitglieder angeboten wurden.

linnek_dorotheergasseMit diesem Gruß und der Aufforderung „schaut auch mal neben die üblichen Attraktionen“ möchte ich euch ein frohes neues Jahr wünschen. Bleibt kreativ und den Kreativtestern gewogen und vielen Dank für eure Treue!

Liebe Grüße Heike

 

 

 

Weihnachtskarten – die Testerschwestern im Test

Zur Feier des heutigen Abends und der kommenden Feiertage habe ich einen besonderen Test durchgeführt: ich habe die Testerschwestern selbst getestet, und zwar mit der Aufgabe, aus gemeinsamen Vorgaben eine Weihnachts- bzw. Wintergrußkarte zu gestalten. Die Ergebnisse sind wie erwartet sehr schön und sehr unterschiedlich.

Zuerst habe ich jede Testerschwester gebeten, ein Element, Werkzeug oder Stilmittel vorzuschlagen. So verlangte es Dagmar Jansen ohne zu zögern nach Glitter, am besten Stickles, denn für sie ist Weihnachten Glitter. Linda Budinger erwärmte sich für das Farbschema Weiß-Violett, ein klassisches Thema, wenn auch eher selten verwendet. Es passt wunderbar in den Wald zur Winterzeit, wenn der Schnee die Bäume wie mit Zuckerguss überzieht und die Farben klar im kalten Licht erstrahlen oder vom Nebel gedämpft werden.

Ich hätte nicht gedacht, dass sich die Schablone „Wave“ von Memory Box perfekt dafür eignet, verschneite Hügel zu erschaffen, dank der glitzernden Strukturpaste aus dem „Glimmer Snow-Pen“ von Rayher. Von Testerschwester Bärbel Born wissen wir, dass man Tannenbäume zu Wimpeln umfunktionieren kann; in diesem Fall hat Linda umgekehrt gearbeitet und Wimpel in Bäume verwandelt (Stanze „Pennants“ (Wimpel) von Tim Holtz Alterations).

Elvan Noyan Lehrach regte zum Materialmix an, am besten mit Wolle oder alternativ mit Stoff. Sie selbst hat sich für ein Wollband entschieden, das die einzelnen Elemente der Karte zusammenführt. Zum Materialmix mit Stoff zähle ich ebenfalls die Nähte, mit denen sie die Papierwimpel aufgenäht hat. Die Vorgabe „Was mit Holz“ erfüllt sie gleich doppelt mit den aus Furnierholz ausgestanzten Tannen und dem Stempelmotiv.

Wie Elvan mir mitteilte, ist die Karte für eine Dame gedacht, die keinen Bezug zu Weihnachten hat. Deshalb hat sie die Worte „Alles Gute“ aufgestempelt, so dass die Karte zum neutralen Wintergruß wurde.

Vor einigen Wochen hat Testerschwester Bärbel Born festgelegt, dass sie nur noch quadratische Karten in 15×15 cm Format gestalten möchte. Wen wundert es da, dass sie als Vorgabe „quadratisch“ einbrachte?

Sie selbst schreibt über das ausgewählte Motiv: „Vor unserer Haustür erleben wir im Winter oft traumhafte Sonnenuntergänge mit einem violetten Himmel hinter einem großen, kahlen Kirschbaum. Um genau diesen Effekt nachzuahmen, habe ich das gestempelte Motiv mit Art Crayons von Marabu gewischt. Darauf kam eine Lage Glitzerspray, was man im Bild leider kaum erkennen kann.“

Der Stempel „Bare Forest“ und die Schablone, mit der sie die Zahlen II, IV und 12 aufgemalt hat, stammen von der Firma IndigoBlu. II und IV stehen hierbei für 24., so dass sich der 24.12. als Datum ergibt, der Geburtstag von Elisabeth Amalie Eugenie, Herzogin in Bayern, die uns als Sisi besser bekannt ist…

Ganz dem eigenen Vorschlag entsprechend hat Dagmar Jansen reichlich Stickles verwendet, in Gold und Violett. Dazu passt sehr schön der Hintergrund in der Farbe Brombeermousse. Noch rasch ein Stoffband darüber gespannt, und fertig sind die Weihnachtsgrüße aus der Tannenschonung. Die Bäume sind mit der Schablone „Christmas Trees“ von Marabu erstellt.

Von drauß vom Walde her kommt auch die Karte von Heike Linnek. Frostiger Nebel steigt zur blauen Stunde auf. Die Schneeflocken mit den weißen Ranken stammen von dem Stempel „Snow Queen“ von IndigoBlu und wurden hochkant und ohne den Kopf embosst. Die dunklen Tannen im Vordergrund sind mit StazOn gestempelt, damit die Farbe auf dem glatten Untergrund hält. Der Stempel heißt „Pine Trees“ von Impression Obsession. Mit dem violetten Herz auf dem Baumwollband erfüllt Heike ihren eigenen Vorgaben-Vorschlag und zwar die Verwendung einer Schablone. Der Kartenrahmen ist mit der gleichen Farbe gestaltet, und zwar der 3D-Stempelfarbe von Viva Decor.

Dass die Karten zumeist aus dem Winterwald stammen, ist meine Schuld. Ich hatte als Vorgabe geschrieben ein Motiv mit Holz, also Gehölz, Zweige, Tannengirlande oder Ilexzweige. Bei zweidrittel der Karten ist daraus ein Wald geworden. Nun, wer kann’s uns verdenken, da es im Wald immer schön ist, sommers wie winters.

Nachdem ich von dem Farbschema Violett/Weiß hörte, wusste ich sofort, dass ich den funkelnden Stoff verwenden würde, den ihr im Hintergrund meiner Karte seht. Der Weihnachtsstern auf dem Ornament ist mit einer Schablone und weißer Strukturpaste erstellt. Das Layout wurde bestimmt durch den Umstand, dass ich möglichst wenig von dem Stoff verdecken wollte, da er doch so schön funkelt, glänzt und glitzert.

Wie ist nun das Fazit unseres Kreativtester-Tests? Ich finde, wir haben alle bestanden. Die Vorgaben quadratisch, violett/weiß, Glitter, Schablone, Hölzernes und Materialmix wurden auf individuelle Weise erfüllt. Und da die Geschmäcker verschieden sind, dürft Ihr selbst entscheiden, welche Karte Euch am besten gefällt.

Auf die kunst-erfüllte Weise wünschen wir Euch frohe Weihnachten! Genießt die Festtage in Ruhe oder Rummel, mit Freude und Frieden!

Herzlichst,

Charlie

Kreative Inspirationen von den Weihnachtsmärkten in Wien : KT unterwegs!

Letztes Wochenende waren meine Freundin Petra und ich in Wien, dieser wundervollen Stadt der Künste, die Kreativität an jeder Ecke atmet. Zum Glück habe ich schon einmal einige Zeit dort gelebt und gearbeitet, so dass mir die üblichen Attraktionen gut bekannt sind. Daher lag unser Hauptaugenmerk auf dem Besuch der kreativen Wiener Weihnachtsmärkte, und davon gibt es wahrlich genug. Ihr seid herzlich eingeladen, mit uns in einen Teil dieser Welt einzutauchen und euch inspirieren zu lassen.

Schloss Schönbrunn

Schloss Schönbrunn

Der Weihnachtsmarkt am Schloss Schönbrunn. Leider kamen wir zu spät und er hatte schon geschlossen. Trotzdem war es eine unglaublich prächtige Kulisse.

Zwischen den Museen

Naturhistorisches Museum

Naturhistorisches Museum

Der Markt zwischen Naturhistorischen und dem Kunsthistorischen Museum, zwei scheinbar baugleiche, prächtige Gebäude mit der Statue der „österreichischen Mutti“, Maria Theresia, in der Mitte. Ein Stand mit Lebkuchenherzen erinnert daran, dass man diese süßen Herzensnachrichten auch selbst nachbacken und denn ganz individuell verzieren kann.

 Inpiration: Lebkuchen-Nachrichten selber machen!

Inpiration: Lebkuchen-Nachrichten selber machen!

Schneekugeln. Jetzt wissen wir auch, woher sie kommen. Sie sind niemals außer Mode und lassen sich immer wieder neu interpretieren, egal wer die Uridee hatte.

Inspiration: Schneekugeln in allen Varianten selber machen. Sie werden niemals unmodern.

Inspiration: Schneekugeln in allen Varianten selber machen. Sie werden niemals unmodern.

Funktionsfähige Mini-Gitarren. Die Idee dazu: mit dünnem Draht bespannte, dicke Hartkarton- oder Holzformen auf Karten montieren oder auf Leinwände kleben, egal ob dann der Ton stimmt oder nicht.

Inspiration: Minigitarren oder andere Saiteninstrumente in 2D auf Karten montieren,

Inspiration: Minigitarren oder andere Saiteninstrumente in 2D auf Karten montieren,

Michaelerplatz

Die hiesigen Buden stehen locker und wirken gar nicht wie ein geschlossener Markt, sind aber deshalb nicht weniger interessant.

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Inspiration: Beton-Look oder Beton mit vertieften Inschriften

Karlsplatz

Karlskirche

Karlskirche

Der ART Advent Weihnachtsmarkt vor der Karlskirche bietet in der Tat aussergewöhnliche Waren und Ideen in großARTiger Umgebung an.

Zauberhafte Bilder aus Wolle und Seide von Toll Tünde

Zauberhafte Bilder aus Wolle und Seide von Tündetoll

Diese Bilder sind von Toll Tünde und einfach magisch. Sie inspirieren zum träumen, aber auch dazu, mehr verschiedene Materialien zu mixen.

Radierungen und Zeichnungen von Sergey Yakushev

Radierungen und Zeichnungen von Sergey Yakushev

Ein absolutes Highlight war die Entdeckung des Standes mit den Werken von Sergey Yakushev. Diese Motive möchte ich stempeln! An dem Thema werde ich dran bleiben…

Inspiration: upcyling alter Tastaturen

Die Tastaturknöpfe sind hier auf Ring-Rohlinge aufmontiert. Damit könnte man auch Ketten, Ohrringe, Grußkarten und viel mehr gestalten.

linnek_wien29Bei Jörg Pagger konnten wir uns erst losreissen, nachdem wir so gut wie alle der kleinen, beschrifteten Zeichnungen gesichtet hatten.  Sie sind wie kleine Cartoons, sehr intelligent und humorvoll.

Karussell der Fundsgegenstände des Theater Mowetz

Ein weiteres Highlight für Jung und Alt auf dem ART Advent: das Karussell der Fundgegenstände des Theater Mowetz. Upcycling, Retro, Steampunk, Fantasy, Märchen … das Karrusell vereint einfach alles. Alles daran ist detailverliebt Handgebaut, jede Mitfahrgelegenheit hat eine für die Kinder spannende Zusatzfunktion, und angetrieben wird es durch zwei Fahrräder, auf denen wechselnde Freiwillige in die Pedalen treten. Eine Augenweide für Kreative und ein nicht enden wollendes Vergnügen für Familien.

Irgendwie habe ich kein Foto von Nando gemacht, die beiden Damen fertigen sagenhafte Objekte und Schmuck aus Draht, Fahrradschläuchen, PET Flaschen oder Textil.

Dieses ist nur eine kleine Auswahl an Inspirationen, wie man sie auf fast jedem der Wiener Märkte findet.

Im nächsten Wien-Artikel zeige ich euch witzige Kuriositäten und weitere Inspirationen ausserhalb der Weihnachtsmärkte.

Liebe Grüße Heike

 

 

Ich liebe Gelatos – Die wunderbare Welt der Art Journale, Teil 4

Hallo allerseits!

Ich habe die Gelatos von Faber Castell durch Testerschwester Linda Budinger kennen gelernt. Da ich immer gerne mit Wachsmalern gemalt habe, war es nur logisch, den nächsten Schritt zu tun und mir die wasserlösliche ‚Neuauflage‘ zuzulegen, vor allem, da es die Stifte nun auch in Deutschland zu kaufen gibt. Dementsprechend habe ich die Hintergründe meiner allerersten Art Journal-Seiten mit Gelatos gemalt, mit den Sets „Blau“ (für Meer/Wasser) und „Gelb“ (für Sand/Wüste).

Erstellt mit dem Set "Mix&Match Gelatos Blue

Erstellt mit dem Set „Mix&Match Gelatos Blue

Für Autorinnen gibt es nicht schlimmeres als eine leere Seite, und ich denke, für Bastlerinnen gilt das gleiche. Ich finde es immens schwierig, aus dem Nichts Etwas zu erschaffen. Manchmal habe ich für meine Art Journale schon konkrete Vorstellungen, welche Stempelbilder und Sinnsprüche auf welche Seite kommen sollen. Aber manchmal stehe ich auch vor einem weißen, leeren Blatt, und mir fällt nichts ein.

Dann greife ich zurück auf meine Standard-Prozedur: Die Seite mit Gesso grundieren und mich dann für ein Farbschema entscheiden, das ich aus den 4er Sets der Gelatos-Stifte auswähle. Mit dem hellsten bzw. zweithellsten Farbton färbe ich die ganze Seite ein und verwische die Striche mit einem Feuchttuch. Dann nehme ich den nächst-dunkleren Stift und färbe den Rand und einige Stellen in der Mitte dunkler. Inzwischen reicht die Feuchtigkeit an meinen Fingern und auf dem Blatt, um die Farben übergangslos zu verwischen. Zuletzt nehme ich einen noch dunkleren Stift und male den Rand nach.

Wenn ich vorher daran denke, stemple ich zwischen dem Gesso und den Gelatos ein Hintergrund-Motiv, z.B. einige Textzeilen oder Musiknoten. Wenn ich es vergesse, füge ich die Stempel nach dem Farbauftrag hinzu. Wichtig dabei ist, dass die Stempelfarbe nicht wasserlöslich ist. Und voilà, schon ist die Seite nicht mehr leer und beängstigend, sondern voller Strukturen, die ich weiter ausbauen kann.

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Erstellt mit dem Set „Mix&Match Gelatos Yellow“

Wie schon im Testvergleich zwischen Gelatos, Gelmalstiften und Art Crayons erwähnt, sind die Gelatos in 2er, 4er, 12er oder 28er Sets erhältlich, d.h. so viele Stifte sind enthalten. Die mittleren Sets werden z.B. als 15teilig ausgezeichnet, es sind jedoch 3 Werkzeuge enthalten. Bei den 33teiligen großen Sets sind es 5 Werkzeuge (Pinsel und Stempel).

Letztes Jahr waren die Stifthüllen noch undurchsichtig, aber inzwischen hat Faber Castell neue Farbtöne und Sets herausgegeben, bei denen die Stifthüllen durchsichtig sind. Das hat den Vorteil, dass wir sehen können, wie viel Farbe uns noch bleibt.

Was die Zusammenstellung der Sets anbetrifft, herrscht inzwischen ein buntes Durcheinander. Im letzten Jahr war es noch einfach. Das Color Gift Set (28 Stifte) enthielt die kleineren Packungen Black&White, Blue, Red, Yellow, Green, Neutral, Gold&Silver und Metallic (4er Set). Die Sets Steampunk, Tropical und 50s Diner boten zusätzliche Farbtöne an.

Inzwischen sind weitere vier 4er, drei 12er und ein großes Set (Dolce 2) erschienen. Das Set Dolce 2 enthält alle neue Farben plus Steampunk, Tropical und 50s Diner. Die einzige Überschneidung mit dem ersten großen Set sind Gold Champagner und Silver Ice. Wer mehr darüber wissen möchte oder eine gezielte Frage hat, kann sich gerne direkt an mich wenden.

Zusätzlich zu all diesen Sets werden die Gelatos noch in verschiedenen Mix Media Kits angeboten, in denen neben Pinseln und Stempeln auch Schablonen und andere Stiftarten enthalten sind. Das Gute daran ist, dass die Farben tatsächlich alle zusammen passen und der Name Faber Castell für die Qualität der Produkte steht.

Ich habe mich im letzten Jahr unter anderem auch für die Gelatos entschieden, da diese vielseitig verwendbar sind bzw. sein sollen. Sie lassen sich auf Stempel auftragen, mit Schablonen verwenden, als Wasserfarbe versprühen, mit Gesso und Strukturpaste vermischen, und und und. Jüngst habe ich sogar gesehen, dass wir sie ganz einfach auf Stoff auftragen und verarbeiten können.

Unterschrift: mit Schablone und Gelatos Strukturpaste imitieren (siehe Kreise/Bubbles)

Unterschrift: mit Schablone und Gelatos Strukturpaste imitieren (siehe Kreise/Bubbles)

Im März 2014 hat Linda Budinger die Gelatos mit den Stylex-Stiften (z.B. bei Tedi) verglichen und dabei getestet, wie die beiden Produkte als Stempelfarben funktionieren. Sie hat damit einen besseren Erfolg als ich. Schaut Euch nachher an, wie ihre Ergebnisse mit Gelatos auf Stempeln aussehen!

Testerschwester Bärbel Born zeigt uns in einem Video, wie wir mit den Marabu Art Crayons und einem feuchten bzw. trockenen Tuch sehr schön schattieren und kolorieren können. Ich bin sicher, die gleiche Technik funktioniert mit den Gelatos, da es ebenfalls Gelmalstifte sind, nur ein wenig trockener in der Konsistenz.

In meinem Artikel „Gelatos, Art Crayons und Gelmalstifte im Test“ zeige ich erste Ergebnisse mit Gelatos und einer Schablone. Inzwischen habe ich wieder etwas hinzugelernt. Ein Ergebnis ohne dicke Kanten an den Schablonenrändern erhalten wir, wenn wir die Gelatos erst auf die Schablone auftragen und dann mit einem Dabber verteilen.

"Die Rechnung wird mit Blut bezahlt"

„Die Rechnung wird mit Blut bezahlt“

Weitere Werkzeuge, die Faber Castell u.a. in separaten Tool Kits anbietet, sind:

– Palettenmesser (um z.B. Farbstücke abzuschneiden)

– Pinsel mit Silikonborsten

– Wassertankpinsel

– Sprühfläschchen

– Tropfpipette

– Pinsel mit langen, harten Borsten

– Dabber

– Papierwischer (Stift)

– Keilschwamm

Die Gelatos-Farbe lässt sich in Wasser auflösen und kann dann in Sprühfläschchen gefüllt und gesprüht werden. Ich habe es noch nicht selbst ausprobiert, aber ich denke, dass die Farbe schnell die winzigen Düsen verklebt und die Sprühflasche daher gründlich gereinigt werden sollte. Die Gelatos können auch verwendet werden, um Gesso oder die Strukturpaste Whipped Spackle zu färben.

Mit dem Papierwischer lässt sich die Gelatos-Farbe auf glatten Flächen sehr gut „in Form schieben“, um Ecken auszufüllen oder Linien zu korrigieren, wo ich über den Rand hinaus gemalt habe. Ich habe diese Technik bei meiner zweiten Art Journal Seite erfolgreich angewendet, obwohl ich damals kaum Bastelerfahrung besaß.

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Erstellt mit dem Set „Mix&Match Gelatos Red“ (mit Rot, Rosa, Violett-Töne)

Wie wir sehen, gibt es sehr viele Möglichkeiten, wasserlösliche Wachsmalstifte wie die Gelatos zu verwenden. Die Farben trocknen rasch – doch sie bleiben weiterhin wasserlöslich. Wenn ich über die bemalten Stellen feste reibe, bleibt Farbe an meinen Fingern hängen. Es gibt jedoch mehrere Möglichkeiten, die Farbe zu fixieren, entweder ‚zwischendurch‘ oder am Ende, wenn das Kunstwerk für vollendet erklärt wurde. Welche Produkte das sind, berichte ich Euch in meinem nächsten Teil der Wunderbaren Welt der Art Journale.

Liebe Grüße,

Eure Charlie

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe weder kostenlose Produktproben erhalten noch sonstige Vorteile aus meinem Bericht gezogen. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wieder. Charlotte Engmann

 

TOPP Zencolor Meditation Gewinnspiel – Die Auslosung

Endlich ist es soweit. Mit einigen Tagen Verspätung dank eines Infektes habe ich heute mit tatkräftiger Unterstützung meines Mannes die Gewinnerin des TOPP Zencolor Meditation Buches aus dem frechverlag ermittelt.

CoverZencolorMeditation

Wir Testerschwestern haben uns sehr gefreut über Euer Lob, über viele Kommentare sowie die rege Beteiligung. Aber ich will Euch gar nicht weiter auf die Folter spannen. Trommelwirbel.

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Herzlichen Glückwunsch, liebe Monika Möller. Bitte sende uns Deine Adresse, damit Du noch in der hektischen Vorweihnachtszeit die Chance hat, mit Deinem Gewinn zwischendurch eine kleine Auszeit zu nehmen.

Herzlichst,
Testerschwester Dagmar

 

Ich habe diesen Artikel nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dafür habe ich kostenlose Produktproben verwendet, dies hat meine Meinung in keinster Weise beeinträchtigt. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wider. Dagmar Jansen