Gelatos, Art Crayons und Gelmalstifte im Test

Hallo allerseits!

Heute möchte ich Euch ein Produkt vorstellen, das erst seit ein paar Jahren erhältlich ist: die wasserlöslichen Wachsmalstifte, die von unterschiedlichen Firmen unterschiedliche Namen erhalten haben. So gibt es

  • Gelatos von Faber Castell
  • Art Crayons von Marabu und
  • Gelmalstifte von Aldi.

Gelatos, Art Crayons und Gelmalstifte

Gelatos, Art Crayons und Gelmalstifte

 

Ein Grund, dass ich so intensiv mit dem Basteln angefangen habe, ist möglicherweise, dass diese Stifte überhaupt erst entwickelt wurden. Lange Zeit gab es nur die Gelatos von Faber Castell, doch diese waren auf dem deutschen Markt nicht erhältlich. Erst seit ca. 2014 bieten auch deutsche Ladengeschäfte bzw. Versandhändler die Stifte an. Doch die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht, und jetzt ist die Auswahl von „Creme-Malern“ größer geworden.

Was sind das nun für Stifte? Sie ähneln Wachsmal-Stiften, sind aber weicher, cremiger und wasserlöslich. So lassen sie sich z.B. ganz leicht mit dem (feuchten) Finger verwischen, eine Eigenschaft, die ich bei den klassischen Wachsmal-Stiften meiner Kindheit und Schulzeit vermisst habe.

Marabu stellt seine Art Crayons vor als „hochpigmentierte, wasserlösliche Wachsmalstifte, mit cremig-weicher Konsistenz und leuchtenden, lichtechten Farben. Die Farben sind weich vermischbar für farbintensive Verläufe und für Nass- & Trockentechniken, wie z.B. Aquarell-Effekte, geeignet. Sie sind ideal für Anwendungen auf Oberflächen wie Leinwand, Papier oder Holz.“ Und ja, sowohl die Art Crayons als auch die beiden anderen Produkte halten diese Versprechen.

Die Gelatos von Faber Castell sind in farblich aufeinander abgestimmten 2er, 4er, 12er oder 28er Sets erhältlich, und sie werden auch in Mixed Media Kits angeboten, die weitere Stifte und Werkzeuge enthalten (Pitt Artist Pens, Aquarellstifte, Schablonen, Stempel). Einzeln zu kaufen gibt es 28 Farben in der Größe „Double Scoop“, also doppelt so groß wie die kürzeren Stifte aus den Sets. Außer den Standardfarben werden auch schicke Metallicfarben und zarte Pastelltöne angeboten. Die Stifte sind ein Drittel kleiner als die beiden anderen Produkte, dafür ist die Mine etwas dicker im Durchmesser.

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Wer hat den Längsten?

Die Art Crayons von Marabu sind in 25 verschiedenen Farben erhältlich. Es gibt keine Metallicfarben außer Gold und Silber. Zu erwerben sind die Stifte einzeln oder in vier 4er-Sets (Rottöne, blau/lila, grün/gelb, braun/schwarz).

Im Sommer 2015, rechtzeitig zum Schulanfang, bot Aldi seine Gelmalstifte an. In den Filialen von Aldi Süd wurden die Stifte in zwei 12er Boxen angeboten, mit Basis- und Neonfarben oder Basis- und Metallicfarben. Beim Aldi Nord dagegen konnte man drei 6er Boxen kaufen, mit Basis-, Neon- oder Metallicfarben.

Für die Kreativtester habe ich die verschiedenen Produkte verglichen. Das Ergebnis vorweggreifend kann ich sagen, dass die Unterschiede beim Farbauftrag sehr gering sind. Die Stifte von Marabu sind sehr cremig und feucht, die vom Aldi ebenfalls. Die Gelatos dagegen sind trockener; sie bröseln auch ein bisschen und lassen sich nicht so leicht mit dem trockenen Finger verreiben.

Blau, blau, blau sind alle meine Stifte

Blau, blau, blau sind alle meine Stifte

Zuerst habe ich alle drei Blätter mit Gesso grundiert, weil ich es so bei meinen Art Journalen handhabe. Dann habe ich hellblaue Farbe aufgetragen. Als ersten Test habe ich die Farbe mit dem Finger verrieben (1). Da ich die trockeneren Gelatos gewohnt bin, ging es bei den Marabu und Aldi-Farben nahezu erschreckend leicht von der Hand.

Das Dunkelblau deckt das Hellblau sehr gut (2).

Da die Farben wasserlöslich sind, habe ich bei (3) mit einem Feuchttuch die Farbe verteilt. Naturgemäß nimmt ein feuchtes Tuch Farbe auf, so dass der Farbauftrag schwächer wird. Zum Vergleich habe ich daneben (4) die Farbe nicht weiter bearbeitet. Die Nähe zu den klassischen Wachsmalern mit ihren „aufgerauten“ Farbstreifen wird dabei deutlich.

Mit einem Wassertankpinsel lassen sich die Farben ebenfalls verwischen (5).

Unter (6) habe ich ausprobiert, was passiert, wenn ich Wasser auf die Blätter sprühe. Frage: Kann ich eine Verlauftechnik anwenden? Antwort: Nein, zumindest nicht auf Gesso. Bei den Gelatos blieb die Farbe weitgehend haften, bei den Marabus und Aldi-Stiften floss die Farbe vom Blatt. Vielleicht funktioniert es besser mit Aquarellpapier, weniger Wasser und viel, viel Farbe. Probiert es doch einfach mal aus und teilt uns das Ergebnis mit!

Stempeln und Schablonieren. Es grünt so grün.

Stempeln und Schablonieren. Es grünt so grün.

Außer für den direkten Farbauftrag sollen sich die Stifte auch für andere Techniken und Werkzeuge eignen. Ich habe mich mit Stempeln versucht, aber die Ergebnisse stellen mich nicht zufrieden (7). Zuerst habe ich die Farbe direkt auf den Stempel aufgetragen und gestempelt. Der Art Crayon von Marabu (7c) stempelte ein immerhin sichtbares Ergebnis, bei den beiden anderen Stiften blieb das Bild zu blass (7a, 7b). Beim zweiten Versuch habe ich die Farbe wieder direkt aufgetragen und dann mittels Sprühflasche mit Wasser besprüht. Diesmal wurde mehr Farbe abgedruckt, aber das Ergebnis ist sehr verwaschen (8). Die Technik eignet sich also nur, wenn ich großflächige Motive habe und einen Aquarell-Effekt stempeln möchte, bei dem die Farben ineinander verlaufen dürfen und sollen.

Alle drei Produkte lassen sich gut mit Schablonen verwenden (9). Am Rand der Motive entstehen dabei dunklere, dickere Ränder, was mir sehr gut gefällt. Um diesen Effekt zu vermeiden, bietet sich die Arbeit mit einem Feuchttuch an.

Fazit: Die Vergleich gewinnen die Marabu Art Crayons mit einer Nasenlänge Vorsprung. Sie sind am cremigsten und am leichtesten zu verarbeiten. Sie sind in vielen Farben erhältlich. Ich habe z.B. ein Angebot entdeckt, bei dem ein 4er-Set 8,95 Euro kostet. Den Preis sind die Stifte zweifellos wert.

Sehr viel und auch gute Farbe für wenig Geld gibt’s beim Aldi. Die Gelmalstifte müssen sich nicht hinter den anderen Produkten verstecken. Und 12 Stifte kosten gerade mal 4,99 Euro! Der große Nachteil jedoch ist, dass die Stifte zurzeit nicht (beim Aldi) erhältlich sind. Wenn wir Glück haben, kehrt das Angebot nächstes Jahr im Sommer, passend zum Schulanfang, zurück.

Erstellt mit dem Set "Mix&Match Gelatos Blue"

Erstellt mit dem Set „Mix&Match Gelatos Blue“

Die Gelatos sind mit ca. 3 Euro pro Stift bzw. 6 Euro für den Double Scoop die teuersten im Vergleich, dafür sind sie am wenigsten cremig. Ich bleibe ihnen jedoch weiterhin treu, denn immerhin nenne ich schon 28 Farben mein eigen, und es gibt noch 24 weitere. Gerade das große Angebot macht es so leicht, Farbverläufe zu gestalten. Die Hintergründe in meinen Art Journalen male ich grundsätzlich mit den Stiften aus einem 4er-Set, entweder in grün, gelb, rosa/rot, etc. Mehr dazu – und auch, für welche Techniken sich wasserlösliche Wachsmalstifte sonst noch eignen – berichte ich Euch in meinem nächsten Artikel aus der Reihe „Die wunderbare Welt der Art Journale“.

Liebe Grüße,

Eure Charlie

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe weder kostenlose Produktproben erhalten noch sonstige Vorteile aus meinem Bericht gezogen. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wider. Charlotte Engmann

 

Stempeln wie gedruckt

Viva Decor hat ein neues Produkt der Serie “My Paper World“ auf den Markt gebracht, das Stempelboard. Die Vorrichtung soll das akkurate Stempeln von Rahmen, Bordüren und Ecken (und sogar in drei Farben) erleichtern. Sie besteht aus einem klappbaren klaren Kunststoffrahmen (ca. 11 x 15 cm) mit fliederfarbenem Untergrund und fester Lücke zum Einsetzen der Stempel, sowie einem losen, magnetischen, klaren Handgriff. Zu jedem Muster gehören drei nummerierte Stempelplatten (ca. 3 x 4 cm), die jeweils Teilbereiche des Motivs abbilden. Im Beispiel sind das weihnachtliche Stechpalmen-Blätter mit Beeren und einigen dekorativen Schnörkeln, und zwar einmal in der geraden und einmal in der Eckenvariante. Während man die Stempelplatten mit Einschränkungen auch ohne das Stempelboard verwenden kann, braucht man zur Benutzung des Stempelboards die passenden Tricolor-Stempelplatten der Firma.

Das Stempelboard gibt es für ca. 11,50 Euro und den jeweiligen Satz Tricolorstempel für knapp 8 Euro im Einzelhandel oder beim Hersteller.

Stempelboard
Stempelboard

Wie es geht:

Nacheinander werden die Stempelplatten in den Handgriff eingesetzt und jeweils mit einer Farbe eingefärbt. Dann setzt man den Handgriff einzeln auf das in den Rahmen eingespannte Blatt (durch die Kunststoffführung kann man nicht daneben stempeln), drückt es ab, wechselt dann die Stempelplatte und die Farbe und wiederholt den Vorgang an derselben Stelle, bis das Motiv komplettiert ist. Allerdings muss man darauf achten, die Stempelplatte richtig herum in den Handgriff einzusetzen und das Gummi ggf. auch etwas fester anzudrücken. Die Stempelhöhe ist festgelegt, so dass man nicht zu stark oder schwach abdrücken und evtl. unerwünschte Verfärbungen auf dem Papier erzeugt. Die richtige Führung gelingt mittels einer „Nase“ am Stempelgriff.

Nachdem man drei Schichten übereinander gestempelt hat, bewegt man den Handgriff eine Kerbe weiter. Das Stempelboard ist für zwei Musterfolgen nebeneinander ausgelegt, ehe man das Papier neu ausrichten muss. Auf diese Weise kann man nahtlos mit dem Muster fortfahren, etwa indem man abwechselnd Ecken und gerade Verbindungsstücke nebeneinander setzt. Man kann zwar ebenso gut zuerst eine durchgehende Bordüre mit Teil 1 des Musters stempeln und dann wieder von vorne mit der folgenden Stempelplatte weitermachen, aber dabei muss man das Papier wirklich immer wieder genau anlegen. Soviel zur Technik.

Damit kann man unbegrenzt Formate füllen und ist nicht durch die Größe des Stempelboards beschränkt. Da der Deckel ebenfalls magnetisch auf dem Rahmen befestigt wird, hält er das Papier sehr fest (ohne allerdings Druckspuren zu hinterlassen) und kann nicht leicht durch Unachtsamkeit verschoben werden.

Die Beschriftung des Stempelboards ist in Englisch, aber auf der Rückseite der Verpackung werden die entsprechenden Punkte auch noch einmal aufgeschlüsselt.

Wie es klappt:

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Extremtest mit Wackeln

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Ink Pad (Faltkarten)

Die Handhabung ist relativ einfach, der Rahmen erklärt sich quasi von selbst, aber wie gut das Endergebnis aussieht, hängt auch von der verwendeten Stempelfarbe ab.

Eigentlich kann man nicht daneben stempeln – in der Praxis allerdings hat der Stempelhandgriff doch ein klein wenig Spiel (ca. 1 mm), wie man am Beispiel ganz oben erkennen kann. Mit relativ flüssiger Stempeltusche (hier Ink Pad von Faltkarten) wird die kleinste Unsauberkeit abgebildet. Nach etwas Übung bekommt man auch dort gute Ergebnisse.

 

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Distress Ink

Mit der ähnlich flüssigen Tinte von Distress Ink gibt es auch gute Abdrücke, ebenso wie mit der Stempeltusche von Stampin‘ up.

Hier habe ich, wie fast überall, mit drei Farbtönen gearbeitet, es geht notfalls auch mit zweien, mehr dazu unter Tipps & Tricks ganz unten.

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Stampin‘ up

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Versa Color / Color Box

 Für den zweiten Durchgang habe ich Kreide- bzw. Pigmentkissen verschiedener Hersteller ausprobiert.

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Color Box / Lumico

Da diese Farbe etwas cremiger ist, fällt das Ergebnis gleich besser aus. Die Blattoberflächen sind zwar bisweilen unregelmäßig, doch das könnte auch eine natürliche Schattierung sein, die die Bilder sogar lebendig gemacht, und durch den leichten Versatz der drei Platten oft auch wieder abgedeckt wird.

 

Schließlich bietet Viva Decor auch eigene Farben an, die ich selbstverständlich ebenfalls für euch mit dem Board getestet habe.

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Paper Soft Colors (Viva Decor)

Die Paper-Soft-Colors werden aus dem Farbschwammdöschen mit einem Stupfpinsel aufgenommen und auf die Stempel getupft. Es ist übrigens nicht schlimm, wenn dabei einmal etwas daneben geht: durch die festgelegte Höhe des Stempelboards werden nur die erhabenen Teile des Musters abgestempelt und das Papier bleibt sauber.

Diese Farbe verhält sich wie eine Stempeltusche, allerdings finde ich persönlich den indirekten Auftrag der Farbe (und das dafür nötige Equipment, einen Stupfpinsel für jede Farbe oder das Auswaschen vor dem Farbwechsel) etwas umständlich und arbeite lieber mit Stempelkissen.

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3D-Stempelfarbe (Viva Decor)

Für den etwas festlicheren Effekt kann man auf die 3D- Stempelfarbe der Firma zurückgreifen (die auf gleiche Weise verwendet wird). Es sind glitzernde Farben, die bei der Berührung einen leicht körnigen Eindruck machen. Sie trocknen allerdings quasi sofort, was gut für die Weiterverarbeitung ist, aber etwas weniger gut für die Stempelreinigung. Die Glitzerpünktchen bleiben auch bei schneller Reinigung in einer Schrubbkiste am Stempelgummi zurück. Wenn einen das stört, muss man auf härtere Sachen zurückgreifen. Der Hersteller empfiehlt lauwarmes Seifenwasser.

Tipps & Tricks:

Während man im Idealfall drei verschiedene Farbtöne verwenden sollte, so geht es auch mit zweien. Im beiliegenden Beispiel habe ich einfach zweimal das gleiche Blaugrün für beide Motivplatten mit Blattmuster verwendet. Wie man sieht, treten die Konturen und Blattadern trotzdem deutlicher hervor als beim einfachen Abdruck.

Mit der Bordüren-Variante lässt sich auch ein doppeltes Muster erzielen, ohne das Papier zu bewegen. Der normale Abdruck erscheint vom Rand entfernt etwa auf Höhe von 0,8 Zentimeter. Wenn ich danach die Stempelplatte herausnehme, einmal im Uhrzeigersinn um 180° drehe und wieder einsetze (die Schrift steht dann auf dem Kopf) so kann ich darunter passgenau eine zweite Ilexranke setzen, denn bei dieser Position wird der Stempelmotiv etwa auf Höhe von 2,5 cm vom Rand entfernt abgedrückt. Natürlich kann man auch abwechselnd oben und unten das Muster platzieren. Hier sind nur der Phantasie Grenzen gesetzt.

Die Größe des Stempelmotivs ist nicht nur für Rahmen, sondern auch sehr gut für den Einsatz als mehrfarbiges Einzelmotiv z.B. auf einem Geschenkanhänger geeignet.

Fazit:

Das Stempelboard ist eine Hilfe für Menschen mit eingeschränkter manueller Koordination, Stempler, die Wert auf eine perfekte Ausrichtung eines Rahmens legen oder für die Erstellung von größeren Mengen in gleich bleibender Qualität. Einziges Manko bleibt zur Zeit nur die noch geringe Auswahl an Motiven. Ich konnte auf der Herstellerseite 15 Motive finden, die hauptsächlich zu den Jahreszeiten – und Festen wie Weihnachten oder Ostern passen, allerdings auch neutrale Themen wie Paisley abdecken.

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe weder kostenlose Produktproben erhalten noch sonstige Vorteile aus meinem Bericht gezogen. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wider.

Linda Budinger

Grundieren mit Gesso – Die wunderbare Welt der Art Journale, Teil 3 und der ultimative Gesso-Test

Hallo allerseits!

Wie das letzte Mal schon angekündigt, wollen wir uns heute mit verschiedenen Sorten von Gesso beschäftigen. Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass ich am besten damit beginne, die Seiten meiner Art Journale mit Gesso zu grundieren, sofern ich kein Musterpapier oder ähnliches als Untergrund verwende. Das hat drei Vorteile: Ich benötige weniger Farbe, um die Seiten zu kolorieren, ich erhalte eine erste Struktur, und wenn ich Farbe wegwische oder Zierrat wieder abreiße, wird das Journal-Papier geschont.

5 Sorten Gesso im Test

5 Sorten Gesso im Test

„Gesso. Gesso. Yeso“ von Faber Castell

Zumeist verwende ich das feine weiße Gesso von Faber Castell. Ich sage ‚fein‘, weil es dünnflüssig ist und auch etwas teurer in der Anschaffung. Ich bin jedoch sehr zufrieden mit dem Produkt. Das Gesso kommt in einer praktischen Dose mit Schraubverschluss und lässt sich gut verarbeiten. Schon beim Auftragen ziehe ich mit dem Pinsel Muster in das feuchte Gesso: senkrechte oder waagerechte Linien, schwach oder stark gewellte Wellenlinien, oder ich tupfte mit den Borsten auf die Farbe.

Das Gesso von Faber Castell besitzt keine allzu große Deckkraft, lässt sich dafür aber verwenden, um Bilder abzutönen, wenn sie zu farbig und zu kontrastreich sind („Whitewash“-Technik). Ich kann das Gesso entweder direkt auftragen oder mit Wasser verdünnen, je nachdem, wie stark das Weiß abdecken soll.

Zu bunt – zu weiß

Zu bunt – zu weiß

Da dieses Gesso sehr dünnflüssig ist, lässt es sich nicht mit Schablonen verwenden; die Farbe quillt unter die Schablone und verändert den Abdruck. Es eignet sich jedoch gut, um weiße Farbspritzer auf den Seiten zu verteilen. Mit ein bisschen Wasser verdünnt und mit einem dicken oder dünnen Pinsel verspritzt, zaubert das Gesso wunderbare Sternenpunkte oder Luftblasen ins Bild.

Noch mal ein leichter Farbauftrag, und fertig.

Noch mal ein leichter Farbauftrag, und fertig.

„Studio acrylic medium Gesso“ von Creall

Die zweite Sorte von Gesso, die ich regelmäßig verwende, ist das „Studio acrylic medium Gesso“ von Creall. Ich hatte es das erste Mal bestellt, weil es spürbar preiswerter als das Faber Castell Produkt ist. Aber es hat auch etwas andere Eigenschaften: Creall Gesso ist dicker und satter im Auftrag. Ich verwende es, wenn ich sichtbare Strukturen erzeugen möchte, wie z.B. auf der Seite „King of my Castle“ (siehe letzter Beitrag) oder eine Art Höhlenwand (siehe „c wie cursum perficio“). Für letzteres habe ich einen Spatel verwendet und bewusst dicke Ränder stehen gelassen.

Dickflüssiges Gesso ergibt sichtbare Strukturen.

Dickflüssiges Gesso ergibt sichtbare Strukturen.

Wird das feuchte Gesso mit Hitze behandelt, z.B. mit dem Heattool, wirft es Blasen, die die Seite noch interessanter gestalten. Ich habe noch nicht ausprobiert, ob sich das Gesso mit einer Schablone verwenden lässt, glaube aber nicht, dass es gut funktionieren wird. Es sei denn, ich möchte bewusst einen verschwommen, verwischten Effekt erreichen.

"C wie Cursum perficio"

„C wie Cursum perficio“

„Acryl Gesso“ von Marabu

Für die Kreativtester habe ich drei weitere Sorten Gesso getestet, die ich noch nicht im Art Journal verwendet habe. Das erste ist „Acryl Gesso“ von Marabu. Von der Konsistenz her liegt es zwischen den Produkten von Faber Castell und Creall. Es lässt sich leicht aus der Tube drücken und gut auftragen. Mit dem Pinsel habe ich Wellenlinien gezogen und mit einem blauen Gelato-Stift sichtbar gemacht (2). Im unteren Drittel der linken Seite (3) habe ich Distress Ink mit dem Blending Tool aufgetragen. Rechts oben (4a) habe ich das Gesso mit einer Bienenwaben-Schablone verwendet und daneben (4b) einen Ghostprint gedruckt (also die Schablone umgedreht und auf das Papier gepresst). Im unteren Teil habe ich das gleiche mit der Schablone „Chickenwire“ gemacht, die ja quasi die Umkehrung der Bienenwaben ist. Da ich – superklug wie ich bin – weißes Gesso auf weißem Papier verwendet habe, habe ich die schablonierten Stellen mit Distress Ink eingefärbt. Die Stempeltinte ist in das unbehandelte Papier eingezogen und ließ sich mit einem feuchten Tuch vom Gesso gut wieder abwischen.

Testseite mit "Acryl Gesso" von Marabu

Testseite mit „Acryl Gesso“ von Marabu

Ob sich das Marabu Gesso gut mit Schablonen verwenden lässt, darf jetzt jede/r selbst entscheiden. Ich finde, der Ghostprint vom Chickenwire (5b) ist toll geworden, aber ich weiß nicht, ob ich den Effekt reproduzieren könnte.

Die beiden roten Flecke rechts in der Mitte sind rote Acryl-Farbe (6a) und die gleiche Farbe mit Gesso vermischt (6b). Ich wollte wissen, wie sich das Gesso auswirkt, und ja, es färbt das Rot in Richtung Pink/Rosa.

„Heavy Gesso Black“ von art basics

Auf die gleiche Art habe ich auch zwei Sorten schwarzes Gesso getestet. Das erste ist das „Heavy Gesso Black“ von art basics. Und ja, es ist sehr ’schwer‘. Die Dose wiegt schon schwer in der Hand, und das Gesso kommt als dicker, satter „Platsch“ aus der Dose. Da ist der Pinsel gleich voll zähflüssiger Farbe, deren Konsistenz mich an Handcreme erinnert. Das Gesso lässt sich gut verteilen, deckt zufrieden stellend und erzeugt sichtbare Strukturen.

Da die Gelato-Stifte Pigmentfarben sind, sind sie auf dem schwarzen Untergrund sichtbar (2), während Distress Ink (3) naturgemäß ‚verschwindet‘. Das Schablonieren geht recht gut (4/5), und mit dem Gesso lässt sich Acryl-Farbe auch abtönen.

Testseite mit "Heavy Gesso Black" von art basic

Testseite mit „Heavy Gesso Black“ von art basic

Ich glaube, das Wichtigste bei der Verwendung von Heavy Gesso ist, nur wenig Farbe auf den Pinsel aufzunehmen oder sie mit einem Spatel für die entsprechenden Effekte zu verwenden.

„Studio Black Gesso“ von Claudine Hellmuth, aus dem Hause Ranger

Als letztes möchte ich Euch das „Studio Black Gesso“ von Claudine Hellmuth aus dem Hause Ranger vorstellen. Die Farbe ist flüssig, hat aber irgendwie eine ‚trockene‘ Konsistenz. Sie lässt sich glatt verstreichen, so dass nur sehr feine, nahezu unsichtbare Strukturen entstehen. Und sie trocknet sehr, sehr schnell. Daher eignet sie sich am besten für das Arbeiten mit einer Schablone.

Testseite mit "Studio Black Gesso" von Claudine Hellmuth / Ranger

Testseite mit „Studio Black Gesso“ von Claudine Hellmuth / Ranger

Da aus dem Probefläschchen nur ein dünner Streifen Farbe kommt, fand ich das Einfärben der ganzen Seite sehr mühsam. Vermutlich geht es besser, wenn man die große Dose kauft und mit einem Pinsel arbeiten kann. Egal ob große oder kleine Tube, die Deckkraft ist auf alle Fälle überzeugend.

Fazit

Jedes Produkt hat seine Vor- und Nachteile. Ich bin glücklich mit meinen beiden Sorten von Faber Castell und Creall, aber auch die anderen Gesso-Sorten haben den Test bestanden. Letztlich hängt die Verwendung ja davon ab, was ich damit erreichen möchte, wobei auch hier gilt: Es gibt kein Falsch, alles wird schön und gut.

Liebe Grüße,

Eure Testerschwester Charlie

P.S.: Grundierungsfarbe aus dem Baumarkt wäre zwar die billigste Lösung, aber die Farbe ist zu grob für Papier und Pappe und von daher nicht zu empfehlen.

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe weder kostenlose Produktproben erhalten noch sonstige Vorteile aus meinem Bericht gezogen. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wider. Charlotte Engmann

 

Freude und Entspannung mit TOPP Zencolor Büchern

Zenbücher

Seit einigen Jahren ist das Thema Achtsamkeit und Entspannung in aller Munde, es gibt vielfältige Möglichkeiten, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen.
Ein Trend in diesem großen Feld sind sicherlich Ausmalbücher für Erwachsene, die es in großem Umfang im Buch- wie auch Zeitschriftenhandel zu kaufen gibt.

Ich stelle Euch heute 2 TOPP Bücher aus dem frechverlag vor. Soviel vorab, beide sind wunderbar geeignet, um abzuschalten und seiner Kreativität freien Lauf zu lassen.

CoverZencolorMeditation

TOPP Zencolor Meditation – 100 Tangles zum Ausmalen & Loslassen
llustriert von Martina Floßdorf
frechverlag GmbH

TOPP Zencolor Meditation, illustriert von Martina Floßdorf, bietet 100 Motive zum Ausmalen und Gestalten an. Mir gefällt daran sehr gut, dass die Motive vielfältige Themen abdecken.

Der Preis für dieses umfangreiche Buch liegt bei 9,99 €, mit einem Format von 241 x 217 mm und einer Seitenzahl von 208 Seiten ist ein Buch entstanden, welches wahrscheinlich eher Zuhause genutzt wird. Für die Handtasche ist es meines Erachtens ein wenig zu groß.

Unterteilt ist es in fünf Kapitel: Achtsamkeit – Konzentration – Harmonie – Entspannung – Energie

Zu Beginn jedes Kapitels gibt es eine kurze Beschreibung des jeweiligen Themas, die jedoch eine Seite nicht überschreitet.

Die einzelnen Seiten jedes Kapitels sind am Rand farblich unterteilt, sodass auch ohne Angaben von Seitenzahlen umgehend das gewünschte Kapitel aufgeschlagen werden kann.

Meditation

Auszug Klappentext:

„Gestalten Sie die Motive so, wie sie möchten. Ob Filzstift, Aquarell oder Buntstift, Sie können jedem Bild ihre persönliche Note geben und ganz nebenbei Ihren Geist zur Ruhe bringen.“

Blättert man das Buch durch, findet man eine Vielfalt an unterschiedlich großen Motiven mit unterschiedlicher Detailtiefe. So ist es jederzeit möglich, auch mit weniger Konzentration, Zeit und Muße das passende Motiv zu finden.

Die Papierstärke ist recht dick, sodass die Farben auch bei unterschiedlichen Stiften und Pinsel auf der Rückseite nicht durchschlagen. Dennoch befinden auf allen Rückseiten keine weiteren Motive, lediglich ein großes Muster, welches je Kapitel auch das gleiche Muster hat, ist aufgezeichnet.

Dieses Buch verstehe ich tatsächlich als reines Ausmalbuch, es ist so gebunden, dass ein ordentliches Heraustrennen der Seiten nicht ohne Aufwand und Hilfsmittel möglich ist.

 

 

CoverZencolorMoments

TOPP Zencolor moments – Vögel & Schmetterlinge
Illustriert von Ursula Schwab
frechverlag GmbH

Das zweite Buch, TOPP Zencolor moments – Vögel und Schmetterlinge, illustriert von Ursula Schwab, unterscheidet sich in einigen Punkten zum vorherigen Buch.

Mit einer Größe von 190 x 190 mm hat es ein handliches Format, der Preis beträgt 5,99 €. Es bietet auf 108 Seiten insgesamt 50 Motive zur individuellen Gestaltung.

Hier kann ich mir durchaus vorstellen, Buch und Stifte einzupacken und auch unterwegs in einem ruhigen Moment verschiedene Seiten auszumalen. Denn nicht nur das Format ist passend für gängige Handtaschen, auch ist das Buch recht stabil durch eine dicke Pappe am Ende des Buches.

Die Bindung sieht vor, dass die einzelnen Seiten einfach und unkompliziert herausgetrennt werden können, sodass die Seiten auch über die Gestaltung hinaus für andere Zwecke genutzt werden können. Die Verwendung einer gestalteten Seite wäre z.B. für eine Glückwunschkarte oder eine Verpackung geeignet, aber auch, um die Seite zu rahmen und als Bild aufzustellen oder aufzuhängen.

Die Papierstärke ist recht dick, sodass auch bei diesem Buch nach Ausmalen der Seite die Farbe auf der Rückseite nicht durchschlägt. Geeignet sind u.a. Buntstifte, Filzstifte oder auch Aquarellstifte.

Die Motive befinden sich auf der rechten Seite, die Rückseiten sind durchgehend unbedruckt.

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Wer die in den Büchern angegebene Seite www.zencolor.de aufruft, wird automatisch auf die Seite des frechverlags geführt und bekommt dort übersichtlich die vom Verlag erschienenen Bücher zum Thema vorgestellt. Am Ende der Auflistung gibt es noch eine kurze Erklärung zur Intention der Bücher sowie weitere Verlinkungen.

Für welches Buch Ihr Euch entscheidet, spielt für die eigene Auszeit keine Rolle, das ist eine Frage der persönlichen Entscheidung. Empfehlen kann ich beide Bücher, zum Selbstausmalen wie auch zum Verschenken.

Mit etwas Glück habt Ihr die Möglichkeit, 1 Exemplar des Buches
TOPP Zencolor Meditation – 100 Tangles zum Ausmalen und Loslassen
zu gewinnen.

Hierfür müsst Ihr gar nicht viel machen.

Schreibt uns, mit welchen Farben Ihr Eure Zencolor-Motive am liebsten ausmalt. Buntstifte, Aquarellfarben? Oder noch andere Farben? Hinterlasst uns bis zum 30.11. einen Kommentar unter diesem Blogpost.

Viel Glück für die Verlosung wünsche ich allen Teilnehmenden!

Viele Grüße
sendet Euch Dagmar

 

Ich habe diesen Artikel nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dafür habe ich kostenlose Produktproben verwendet, dies hat meine Meinung in keinster Weise beeinträchtigt. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wider. Dagmar Jansen