Stempelverbot

stempelverbotnewsKommentar zum neuen Gesetz (1. Gummiparagraph, Absatz 63, Gesetzbuch)

 

Ab heute obliegt die Stempel- und Siegelgewalt wieder alleine den dafür ausgebildeten Beamtinnen und Beamten unserer Republik. Da es immer wieder zu Missverständnissen kommt, wenn Laien sich an königsblauen Stempelkissen und normierten Stempelkarussels zu schaffen machen, wollen die Behörden den Gefahren entschlossen gegenübertreten.

Eine von Experten des Bundes initiierte Untersuchung aus dem letzten Jahr zeigt, dass das Problem größere Ausmaße hat, als erwartet.

Menschen, die eigentlich mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Realität stehen, treffen sich zum »Stempeln, bis der Arzt kommt«. Dafür wurde unser Gesundheitssystem nicht eingerichtet.

Einige davon bezeichnen sich sogar als »stempelsüchtig«, sprechen von Dealern, die sie mit Nachschub versorgen (Adressen sind dem Autor dieser Zeilen bekannt und wurden an die zuständigen Behörden weitergeleitet). Um dem einen Riegel vorzuschieben, kann es nur eine Maßnahme geben.

Auch, und besonders aus Tierschutzgründen. Sie lesen richtig. Diese Menschen machen vor nichts Halt: Stempelkatzen, Stempelhühner, Stempelmäuse – nicht einmal unsere Vierbeiner und Vögel sind vor den Auswirkungen dieses Missbrauchs geschützt.

Ein weiteres Beispiel, der Jugendschutz. Mütter sprechen offen vor ihren kleinen Kindern über den Gebrauch und die Beschaffung von Gummis. Diskutiert werden die Vorzüge des Materials – Rot, Grau, Transparent, Photopolymer …

In der entsprechenden Szene kursieren diskriminierende Äußerungen wie »Nur langweilige Frauen haben aufgeräumte Wohnungen« oder »Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.«

Eigene Terminologien verschleiern die offenkundigen Gefahren. In sogenannten »Cute«-Gruppen werden Karten gestempelt, die bei gefährdeten Personen einen »Zuckerschock!« auslösen können.

Und es ist ein Fass ohne Boden. Zusammen mit dem Gebrauch von Stempeln kommen andere Suchtstoffe und Produkte mit den entsprechenden Begleiterscheinungen. Es wurden bereits Stempelkissen mit Geruch gesichtet, die einen hochgradig süchtig machenden Marzipanduft verströmen, der die Opfer anlockt und sie dann in eine gnadenlose Abhängigkeitsspirale zwingt.

Das alles kann nur eine einzige Konsequenz haben.

Stempelverbot ab heute!

Geschrieben im Vollbesitz meiner geistigen Säfte, gestempelt und beglaubigt,

Linda Budinger,

Leichlingen, 1. April 2015