Radiant Neon Stempelkissen von Imagine Crafts / Tsukineko

Man könnte meinen, die 80er-Jahre wären zurück, denn Neon ist wieder da! Die Menschen tragen wieder grellfarbene Shirts und Schuhe, meine Freundin strickt mit neonfarbener Wolle, und eine andere Freundin hat neonfarbene Stempelkissen. Die Farben machen Lust zu testen, und so überließ mir meine Freundin für ein paar Tage ihre Radiant Neons Stempelkissen von Imagine Crafts / Tsukineko zum spielen.

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Die Radiant Neon Stempelkissen sind ein 2014er „featuring product from Tsukineko“ von Imagine Crafts. In der offiziellen Produktvorstellung auf www.tsukineko.com werden ihre Eigenschaften so beschrieben:

  • Leuchtende,  satte Pigmentfarbe in „eye-popping“ Signalfarben
  • 7 lebendige Farben, die sowohl auf hellen, als auch auf dunklen Cardstock hervorstechen: Elektric Gelb, E. Orange, E. Coralle, E.  Pink, E. Lila, E. Blau und E. Grün.
  • Sehr farbechte (kein verblassen der Farben), vermischbare Archival Ink
  • Erhältlich als große Stempelkissen und Nachfülltinte

Zusätzlich kann man aus den FAQ erfahren, dass Tsukineko-Produkte generell säurefrei sind und es nicht nötig ist, die Stempelkissen kopfüber zu lagern. Sie seien auch so vor dem Austrocken geschützt.

Wie stellen sich nun meine Erfahrungen im Vergleich zu diesen Informationen dar? Und was kann ich noch herausfinden?

Äussere Werte:

Die Verpackung hat einen transparenten Deckel, wodurch einem unmittelbar ins Auge fällt, dass diese Stempelkissen eine große Leuchtkraft besitzen.  Sie lassen sich stapeln und somit übersichtlich verstauen. Die Dosen sind 10cm x 6,7cm groß, die Stempelkissen darin haben die Maße von 7,6cm x 4,6cm.

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Erfreulich ist der Geruch, denn ich bin sehr empfindlich gegenüber Gerüchen. Ein aufdringlich oder unangenehm riechendes Produkt trägt nicht zur Bastelfreude bei. Die Neons riechen, wenn überhaupt, nur ganz leicht und keineswegs unangenehm.

Stempeln und Farbkraft:

Wenn sie neu sind, sind diese Kissen supersaftig mit Tinte getränkt. Nein, super-super-saftig! Da muss man aufpassen und ausprobieren, um keine verschmierten Stempelabdrücke zu erhalten. Also vor dem echten Einsatz immer Probeabdrücke machen! Hier seht ihr die Farben auf weißem Papier (an dieser Stelle muss ich mich für die Ausleuchtung der Fotos entschuldigen, sie ist nicht optimal und spiegelt nicht die ganze Leuchtkraft der Farben wieder):

Linnek_Neons09 Hat man den Dreh heraus, funktioniert es ganz gut. Wer mit so viel Farbe auf den Kissen nicht klar kommt, kann die Kissen auch einige Zeit offen liegen lassen. Die Tinte trocknet dann etwas an und die Abdrücke werden präziser. Ihr seht, die Moin-Abdrücke sind nicht verschmiert, obwohl das Tau des Stempels sehr detailreich ist.

Wie alle stärker pigmentierten Farben brauchen auch die Neon-Abdrücke relativ lang zum trocknen. Wer dazu keine Geduld hat, kann mit einem Fön oder Heissluftgerät nachhelfen. Der Farbkraft schadet das nicht!

Auf weißem Papier leuchten die Farben, wie ich es bisher bei noch keinem Stempelkissen gesehen habe! Es gibt noch andere Neon-Stempelkissen (z.B. Hero Arts oder Paper Poetry von Rico Design), meine Erfahrungen beschränken sich aber bisher ausschließlich auf die Radiant Neon.

Nun zur Gretchenfrage: wie sieht es mit der Leuchtkraft auf dunklen Untergründen aus? Dazu habe ich  auf acht verschiedenen Cardstocks und auf braunem Moosgummi Abdrücke in Electric Yellow und Electric Coral erstellt.

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Alle Ergebnisse können sich sehen lassen. Das Gelb hebt sich besonders gut von ganz hellen oder ganz dunklen Untergründen ab, während Coralle auf hellen und mitteldunklen Untergründen punktet. Und je goßflächiger das Stempelmotiv ist, desto leuchtender ist der Abdruck.

Embossen und Schablonieren:

Der Stern ist jeweils  in Electric Yellow abgestempelt und mit klarem Embossingpuder embosst. Auf der anderen Seite wurde Electric Green durch eine Schablone aufgetupft.

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Das Auftupfen durch die Schablone hat den Vorteil, dass man die Farbintensität selbst steuern kann. Je mehr Farbe auf der Oberfläche aufgebracht ist, desto schöner und leuchtender wird das Ergebnis. Auf der embossten Seite überzeugt mich nur das Ergebnis auf dem weißen Cardstock und auf dem braunen Moosgummi. Beide Oberflächen sind glatter und weniger saugend als die dunkleren Kartons, was das Ergebnis deutlich zu beeinflussen scheint.

Weitere Materialien:

Wozu kann man die Radiant Neon noch verwenden? Natürlich habe ich weiter getestet und die Farben auf Baumwollstoff, Stein, Holz (Stern), Schumpffolie, Metall (Käfer) und Designband aufgebracht.

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Designband: Das ursprüglich cremefarbene Band hat die Farbe sehr gut angenommen und strahlt, wie man es sich nicht besser wünschen könnte. Nach kurzer Trockenzeit färbt nichts mehr ab, so lange das Band trocken bleibt.

Holz, unbehandelt: Das Neon deckt so gut, wie es nur qualitativ hochpigmentierte Farbe schafft. Leider trocknet die Oberfläche nicht, sondern bleibt immer klebrig. Hier ist eine weitere Versiegelung der Farbschicht nötig.

Metall: Das selbe Ergebnis wie beim Holz.

Stein: Mein Lieblingsergebnis! Die Farbe deckt, trocknet und leuchtet. Sofort drängen sich mir Bilder von Sommerpartys auf, bei denen bedruckte Steine anstatt Platzkarten auf dem Tisch liegen oder auf dem Buffet die Speisen erläutern.

Baumwollstoff: Das Stempelergebnis sieht prima aus, hält aber leider keiner Wäsche stand. Vor der Wäsche:

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Nach der 30°C-Wäsche:

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Schrumpffolie: Das Stempelergebnis sieht traumhaft aus, trocknet aber nicht von alleine. Den Wischtest hier an der mittleren Blume habe ich am Tag nach dem Auftragen gemacht.

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Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Vorsichtig ausgeschnitten, kann man die Folie trotzdem schrumpfen. Das Ergebnis leuchtet und ist farbecht, wisch- und wasserfest.

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Sozusagen als kleines Nebenprodukt kann ich euch noch zeigen, um wieviel die Folie geschrumpft ist. Die äußeren Umrisse markieren die Größe des Objekts vor dem Schumpfprozess.

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Auf einigen Untergründen sind die Radiant Neon Stempelkissen weder wisch-, noch sind sie allgemein wasserfest. Zur Verteidigung sei gesagt, dass die Pigmentkissen diesbezüglich auch nicht beworben werden, es ist also alles im grünen Bereich. Auch zum anschließenden colorieren sind sie daher weniger geeignet, da die Farbe verläuft. Dieser Buchstabe, auf Cardstock gestempelt, wurde nach dem trocknen mit einem Wassertankpinsel traktiert:

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Insgesamt halten die Neons alles, was Imagine Crafts/Tsukineko ihnen zuschreibt. Die leuchtenden Farben inspirieren außerdem zum experimentieren, was durchaus lohnenswert ist. Ich hatte viel Spaß damit und habe im Folgenden ein wenig Unfug im Haus getrieben.

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Zu guter letzt wurde dann doch noch eine Karte daraus.

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Eure Testerschwester Heike

Ich habe diesen Artikel nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dafür habe ich kostenlose Produktleihgaben erhalten, dies hat meine Meinung in keinster Weise beeinträchtigt. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wider. Heike Linnek

 

Plastisches Dekorieren – ein Buchcover mit Maske

Habt ihr auch noch so „olle“ Bücher, die ihr aber nicht wegschmeißen wollt? Und braucht ihr noch ein paar Hingucker im Bücherregal? Dann habe ich hier einen ganz einfachen Vorschlag für Euch.

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Ihr benötigt:

ein altes Buch mit Hardcover, eine Maske die ihr euch vorher aus Gips gegossen habt (oder was euch sonst so gefällt), dickflüssigen Kleber, einen Pinsel, Servietten, Servietten-Kleber (oder –Lack).

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Dieses bestreicht ihr mit schwarzem „Gesso“ und lasst es gut trocken.

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Die Gipsmaske bestreicht ebenfalls mit Gesso und klebt sie auf das Buch. Welchen Kleber ihr dazu nehmt ist egal, hauptsache die Maske bleibt auf dem Umschlag.

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Nun nehmt ihr euch die Servietten und zieht die einzelnen Lagen auseinander. So, wie wir das alle schon von der „Serviettentechnik“ kennen.

Dann legt ihr diese dünnen Papierlagen wie ein Kopftuch um den Kopf. Nehmt hierzu den Serviettenkleber, der ist schön dünnflüssig und erlaubt euch noch, die eingekleisterten Servietten zu modellieren.

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Jetzt legt ihr eine Kordel oder Kette (z. B die vom letzten Weihnachtsbaum) als Kontur um das Kopftuch und klebt das Ganze mit dem etwas dickflüssigen Kleber fest.

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Für den Hintergrund habe ich hier Strukturpaste genommen, die ich auf dem Cover verteilt habe.

Ihr könnt aber auch Stoff, Strukturpapier oder die restlichen Servietten nehmen und sie auf das Cover kleben. Um den etwas „klecksigen Charakter“ zu erzielen, müsst ihr den Kleber nur noch einmal zum Abschluss auf den Hintergrund tropfen lassen.

Tipp: nehmt dickflüssigen Kleber, dann wird der Effekt stärker.

Alles gut trocknen lassen!

 

Um einen herrlichen Alt-Charakter zu erzielen, habe ich jetzt alles mit „Rusty Paper“ bestrichen.

Nach dem Trocknen sieht das Buch dann so aus:

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Zum Abschluss habe ich mit verschiedenen Farbtönen „Inka Gold“ zuerst das Kopftuch bestrichen und danach den Hintergrund betupft.

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Nach dem Trocknen habe ich noch Akzente mit Patina (grün) und „Finger Gold“ gesetzt.

Verwendet wurde:

Gesso schwarz, Strukturpaste, Rusty Paper und  Inka Gold – Viva Decor

Patina und Finger Gold – La Blanche

Tipp:

Diese Art der Buchgestaltung könnt ihr auch für die selbstgestalteten Bücher verwenden, die wir euch ja schon in früheren Beiträgen gezeigt haben.

Viel Spaß damit!

Anleitung und Bilder: Claudia Ellrich, Text: Anne Zandt

Ich habe diesen Artikel nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dafür habe ich kostenlose Produktproben erhalten, dies hat meine Meinung in keinster Weise beeinträchtigt. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wider. – Claudia Ellrich

 

Katie-Telegramm #05 : Schnelltest Stempelaphabet von Tedi

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Schaut mal, was ich Interessantes im Tedi-Markt gefunden habe:

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Ein ganzes Stempelalphabet für ganz kleines Geld. Taugt das etwas?

Das Stempelgummi ist auf einen festen Schaumstoff geklebt. Teilweise nicht sehr fest, wer seine Stempel mit einer Schrubbkiste reinigt, muss aufpassen, dass sich das Gummi nicht ablöst.

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Nach ein, zwei Testabdrücken lässt sich mit dem Alphabet ein ganz ordentliches Stempelbild erzeugen.

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Nicht alle Buchstaben haben die gleiche Qualität, so wird jeder „K“-Abdruck ein Loch in der Mitte haben. Aber für DEN Preis kann man nicht mehr verlangen.

Also: Daumen hoch!

Nachtrag (25.05.14):

Auf Facebook gab es eine große, positive Resonanz zu diesem Artikel. Son Ja hatte noch mehr Tedi-Stempel zu Hause und hat diese ebenfalls für euch abgestempelt. Auch Jenny Pilz hat im Tedi zugeschlagen und uns ein Foto mit den Abdrücken dieses Sets geschickt. Vielen Dank dafür, Son Ja und Jenny!

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Eure Testerschwester Heike

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe weder kostenlose Produktproben erhalten noch sonstige Vorteile aus meinem Bericht gezogen. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wider.

Wie wird aus einer neuen Dose eine „Alte“

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Dieses Mal zeige ich euch, wie ihr eine 1,-€-Dose in ein kleines Kunstwerk verwandelt.

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Dazu braucht ihr außer den im Beitrag gezeigten Sachen:

Einen Schuhkarton (für die Sauerei), mehrere Papiertücher, am besten einen Platz in der Sonne (dann trocknet es besser), ein Paar Einweg-Handschuhe (wenn ihr euch nicht so bunt machen wollt) und ein bisschen Zeit.

1. Bestreicht die Dose 1x mit ganz normaler Acrylfarbe in Weiß und lasst sie trocknen.

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2. Nun nehmt ihr ein oder mehrere Stanzteile aus Karton oder Moosgummi, klebt sie auf die Dose, und bestreicht alles 1x mit Acrylfarbe. Lasst alles trocknen.

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  1. Jetzt wird, mit Hilfe einer Schablone und eines Spachtels, feinkörnige Spachtelmasse aufgetragen. Gut trocknen lassen und 1x mit Acrylfarbe bestreichen. Trocknen lassen.

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Jetzt ist die Grundarbeit getan. Natürlich könnt ihr auch Knöpfe oder andere Materialien aufkleben, die aber dann ebenfalls mit Acrylfarbe bestrichen werden sollten.

4. Nun benötigt ihr hochpigmentierte, wasserlösliche Sprühfarben. Ich habe „Dylusions Ink Spray“ von Ranger genommen.

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Außerdem einen feinen Zerstäuber mit Wasser gefüllt wie den hier Abgebildeten.  Es geht aber auch jeder andere. Dieser sprüht das Wasser nur sehr, sehr fein.

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5. Jetzt kommt der Schuhkarton zum Einsatz! (Aber nur, wenn ihr nachher nicht alles gepunktet haben wollt.)

Nehmt erst einmal 2 Farben und sprüht diese verhalten auf euer Objekt. Um die Farben ineinander verlaufen zu lassen, helft mit dem Wasserzerstäuber nach. Überflüssige Farbe vorsichtig mit einem Papiertuch abtupfen.

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Danach nehmt ihr 1,2,3 weitere Farben und arbeitet wie oben beschrieben.

Zum Schluss gut trocknen lassen!

Tipp: Immer daran denken, weniger ist mehr.

Lieber Nachfärben, als vorzeitig wegschmeißen!

So könnte jetzt eure getrocknete Dose aussehen:

6. Jetzt kommen wir zum eigentlichen „veredeln“.

Hierzu habe ich „Maja Gold“ von Viva Decor und „Brillant Gold“ von Ideen mit Herz verwendet.

„Maja Gold“ ist eine sehr ergiebige, schnell trocknende und glänzende Farbe.

„Brillant Gold“ ist von der Konsistenz wie Schuhcreme und kann „aufpoliert“ werden (was wir aber nicht machen).

Noch ein Tipp, bevor ihr weiter macht!

Nehmt immer nur einen Hauch von Farbe auf den Schwamm und tupft vorsichtig auf die Dose.

Arbeitet euch von der hellsten zur dunkelsten Farbe durch, dann erreicht ihr den besten Alt-Charakter.

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Wenn ihr meint, dass genug getupft ist, lasst es noch einmal kurz trocknen, nehmt euch ein Wattestäbchen und setzt noch Akzente mit „Brillant Gold“

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Zu guter Letzt könnt ihr noch die Dose mit diversen Teilen bekleben, z.B. kleine Zahnräder, Metall-Knöpfe, Ketten… Dafür verwendet ihr am besten Zwei-Komponenten-Kleber. Der braucht zwar ewig bis er trocken ist, hält aber auch die kleinsten Teile bombenfest.

Bevor ihr die Dose wieder zusammenbaut, nebelt das Ganze noch mit Sprühlack ein!

 

Viel Spaß beim Nachmachen und gutes Wetter

Eure Anne

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe weder kostenlose Produktproben erhalten noch sonstige Vorteile aus meinem Bericht gezogen. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wider. – Anne Zandt

 

 

Eine Akademie für Hobbyschneider

Wo soll ich nur anfangen? Der Name Prym wird gewiss jedem Leser unserer Seite ein Begriff sein. Liest man die Firmenhistorie auf der Website des Unternehmens, man könnte fast denken, das ist ein Druckfehler: Als Gründungsjahr wird 1530 angegeben. Somit ist Prym das älteste Familienunternehmen Deutschlands, denn die Firma ist nach wie vor im Besitz der Familie Prym. Bevor ihr nun weiterlest, gebe ich euch einen schnellen Kurs in Sachen korrekter Aussprache. Ich habe vor Ort nette Menschen gefragt: Video.

Da ihr nun wisst, wie man es betont, und garantiert auch wisst, was Prym so alles herstellt, möchte ich euch heute von dem noch gar nicht so historischen Prym-Werksladen im schönen Stolberg berichten. Im Jahre 2006 wurden 365 Firmen in Deutschland bei der Aktion „Land der Ideen“ der Öffentlichkeit vorgestellt, darunter auch Prym. Damals gab es erstmalig einen Tag der offenen Tür bei Prym, mit einem großen Rahmenprogramm und dem ersten Werksverkauf nur an diesem Wochenende.

Ich war vor Ort und hatte darüber berichtet (der Bericht ist leider verschollen, da Burda die damaligen Blogs gelöscht hat). Im Resümee blieb jedoch die Idee, den Werksverkauf zu einer festen Einrichtung zu machen. Es dauerte zwar einige Jahre bis zur Umsetzung, aber der Verkauf wurde besonders gut angenommen.

Vor einem Jahr wurde dieser Verkauf stark erweitert, und eine „Akademie“ wurde hinzugefügt. Der Bericht über dieses Ereignis ist in meinem eigenen Blog nachzulesen: Prym Akademie, die Eröffnung.

Gestern und heute feierte Prym nun den ersten Geburtstag der Akademie. Dabei stellen die Mitarbeiter das Kursangebot in den Vordergrund. Die Grabbelkisten im Werksverkauf sind gut gefüllt, aber nicht der Hauptaugenmerk der Mannschaft. Ihr Herzblut fließt in die Beratung und Durchführung von Kursen.

Wer in Stolberg das Prym-Werk gefunden und sein Fahrzeug auf dem großen Mitarbeiter-Parkplatz abgestellt hat, den erwartet der zunächst unscheinbare Eingang zur Akademie. Bitte schaut euch das folgende Foto genau an: Prym so weit das Auge reicht! Oben links der große Firmenname, die komplette Häuserfront ist nur die Schmalseite (!) des gigantischen Firmengebäudes. Als ich das Werk am Tag der offenen Tür 2006 besucht hatte war ich völlig überwältigt.

Der Eingang zur Prym Akademie

Der Eingang zur Prym Akademie

Im Inneren hat man dem Raum seinen ursprüngliche Charme gelassen: Stahlträger in der Deckenkonstruktion sind sichtbar und geben der Akademie ein Fabrik-Feeling. Die Grabbelkisten findet man gleich am Eingang:

Prym Werksverkauf

Prym Werksverkauf

Am ersten Geburtstag strömten viele Besucher aus dem Umland zu Prym und es gab gelegentlich eine Schlange an der Kasse.

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Der liebevoll eingerichtete Laden bietet für Prym auch die Möglichkeit, die neusten Produkte vorzustellen. Eine der Neuheiten von der Fachmesse h&h (wir berichteten) waren die Espandrilles, für die Prym Sohlen, Schnittmuster und Stoffe anbietet.

Prym Espandrilles

Eure Testerschwester Bärbel hat sich vor Ort mit Prym-Produkten eingedeckt, ein Paar Sohlen wanderten in meinen Einkaufskorb und werden für diesen Sommer genäht. Wir werden natürlich darüber berichten.

Das Herzstück der Akademie ist der große Kursraum, in dem Nähmaschinen und große Zuschneidetische auf fleißige Näherinnen warten. Unter sachkundiger Anleitung fertigen die Kursteilnehmer hier eigene Werke an.

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Einer der Kursleiter, Björn Becker, führte zur Geburtstagsaktion im Verkaufsraum die aktuellen Neuheiten vor. Wenn er keine Kurse bei Prym gibt, ist er ein Modedesigner aus Aachen. Und sehr nett. Vielleicht geht Katie mal für euch zu einem seiner Kurse….

Björn Becker

Nicht nur gestandene Modedesigner beraten und schulen vor Ort, auch Prym-Mitarbeiter stehen mit Rat und fachkundiger Tat den Kunden zur Seite. Vor einem Jahr hatte ich das, Glück Gia Lausberg kennenzulernen, und habe sie seitdem ins Herz geschlossen. Sie weiß alles über Stickmaschinen:

Gia bei Prym

Ich möchte meinen heutigen Bericht damit schliessen, dass ich euch empfehlen möchte, die Akademie einmal zu besuchen. Ich selbst habe eine einstündige Wegstrecke zwischen mir und Prym, aber bin immer sehr gern dort. Persönlich würde ich mir sehr wünschen, dass Prym seine Werksführung wiederholt. Diese gab es einmalig zum Tag der offenen Tür 2006, und es war ein Erlebnis! Zu sehen, wo gefühlte 110 Prozent aller Druckknöpfe auf der Welt herkommen, das war für eine Hobbyschneiderin wie mich ein Traum.

Wer Prym vor Ort besucht, kann sogar eine echte Hobbyschneiderin treffen! Wer kennt nicht die rührige Anne Liebler (unten links), Chefin des bekannten Portals „Hobbyschneiderin„. Da Anne unweit von Prym lebt, war es vielleicht unausweichlich, dass sie irgendwann dort arbeitet. Ein Gewinn für Prym! Sie ist ein wandelndes Lexikon in allen Fragen rund um Handarbeiten, kennt jede – wirklich jede – Nähmaschine in- und auswendig und hat die intensivste Art ihr Wissen zu vermitteln, die mir je begegnet ist.

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Ich hoffe, mein kleiner Bericht über Prym hat euch gefallen. Auch wer zu weit entfernt wohnt, kann ja einen Besuch einplanen, wenn er NRW streifen sollte. Stolberg liegt nahe bei Aachen und das Dreiländereck lockt viele Schnäppchenjäger an. Der Prym Werksverkauf ist nicht der einzige in der Gegend….

Die Öffnungszeiten und Kursdaten findet ihr hier: Prym Akademie Website.

Eure Testerschwester Bärbel