Katie auf der handarbeit&hobby

Der Name der jährlich stattfindenden Fachmesse in Köln sagt eigentlich alles: Es geht um Handarbeiten. Der Begriff „Hobby“ mag etwas irreführend sein, denn wer dort nach Produkten für andere Hobbys als Nähen, Stricken und Häkeln sucht, wird enttäuscht. Doch dafür gab es die Creativeworld im Januar.

Als Fachmesse ist die h&h- so der Kurzname der Messe- eine reine Messe für Händler. Neben Ladenbesitzern und Einkäufern für den Großhandel hatten Presse und ausgesuchte Blogger Zugang zu den Hallen. Als Novum wurden für die interessierten Blogger Gesprächsrunden angeboten. Testerschwester Bärbel hat sich für euch auf der Pressekonferenz an die Lippen der Brancheninsider gehängt, um die neusten Infos und Zahlen zu ergattern.

Die markanten Daten kamen dabei von Angela Probst-Bajak, seit vielen Jahren die engagierte Sprecherin der „Initiative Handarbeiten e.V.“, einem Dachverband der Branche. Alle Zahlen könnt ihr auch hier finden: Presseerklärung der Initiative Handarbeiten.

Um euch die Auslegung der trockenen Zahlen abzunehmen: Handarbeiten boomt! Wer ein wenig aufmerksam durch’s Bastlerleben geht, der mag es bereits bemerkt haben. Männer häkeln, junge Frauen nähen und in Baumärkten wird Wolle verkauft. Was euch Testerschwester Bärbel schon vor Jahren sagte, ist nun allgemein bekannt: Handarbeiten ist cool!

Leider hat Bärbel nichts dazu beitragen können, dass der Trend nun endlich um sich greift. Dieses magische Kunststück haben zwei junge Männer vollbracht, die mit Eierwärmern für hippe Studentenköpfe das Rundenhäkeln heiß und jung gemacht haben. (Wer bis untenhin liest, kann myboshi-Labels gewinnen!)

So simpel dieser Trend auch gewesen sein mag, er hat Tausende an die Häkelnadel und in die Fachgeschäfte gebracht. Denn auch dies ergab sich durch Marketinganalysen, die von der Initiative Handarbeiten durchgeführt wurden: Garn und Stoffe kauft der Kunde nach wie vor am liebsten vor Ort. Wenn es um Farben und Qualitäten von Fasern geht, will man sehen und anfassen können. Diese Botschaft ist umso wichtiger, da sie den Fachhandel ermutigt sich nicht nur auf das Onlinegeschäft zu verlassen. Für uns Kunden bedeutet das: Indem Ladengeschäfte nach wie vor besucht werden, bleibt uns die fachliche Beratung vor Ort erhalten. Für mich die wichtigste frohe Botschaft der ganzen Messe!

Als Sprachrohr der Branche bot die Messe Köln in einer Modenschau einen Querschnitt aus den Neuerscheinungen sowie eine Übersicht über die Farbtrends 2014. Colorblocking bleibt uns auch in dieser Saison erhalten, Naturtöne gefallen auch in diesem Jahr und schwarz-weiß Kontraste bleiben für eine weitere Saison. Aus den Neons von 2013 sind klare, leuchtende Grundfarben geworden. Passend zu den Farben der Natur werden rustikale Garne angeboten, ergänzt durch Perlen, Glanz und Pailletten die wie Libellenflügel schillern.

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Aus dem Rahmen fielen die Stoffe von Amy Butler, weder Colorblocking, noch erdige Naturtöne oder schwarzweiß, aber einfach nur traumhaft schön. Orient meets Meerjungfrau, ein Farbschema, welches wir in diesem Sommer im Auge behalten sollten!

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Nach dem Augenfutter wurde zu einem Event der Firma Coats geladen. Ski-Legende Rosi Mittermaier engagiert sich in Zusammenarbeit mit der Firma Schachenmayr für die Förderung der Handarbeit an Schulen und berichtete über die Aktion. Um sie in ihrem Anliegen zu unterstützen und zur Feier des 65-jährigen Bestehens des Schachenmayr-Garns „Regia“ werden Materialpakete an 65 Schulen deutschlandweit verteilt.

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Coats zeigte neben den Neuheiten aus Garn- und Stoffauswahl auch Virtuelles: Neue Applikationen erleichtern dem geneigten Mützenfan die Qual der Wahl und bieten interaktive Auswahlmöglichkeiten. Über die Online-Ideen der Firma werden wir euch demnächst ausführlich berichten.

Ein anderer Garngigant setzt auf bewährte Farben und erweitert seine thematische Auswahl um den Landhausstil. Bereits in den Vorjahren hatte Gütermann ländliche Ideen in traditionellen Farben wie Fliegenpilzrot und Lebkuchenbraun gezeigt. Neu im Sortiment ist die Kollektion Véro’s World. Die französische Designerin Véronique Requena bietet nun durch Gütermann ausgesuchte Stoffe für Liebhaber des „Cottage Chic“. Absolut sehenswert ist der liebevoll gestaltete Katalog der Kollektion, den man beim gut sortierten Fachhändler finden kann. Oder schaut auf der Homepage von Véro vorbei: Véro’s World.

Véronique Requena für Gütermann

Véronique Requena für Gütermann

Wo Garne und Stoffe angeboten werden, sind die Hersteller von Werkzeug nicht weit: Gleich gegenüber Gütermann zeigte die Stolberger Firma Prym (ausgesprochen Prim!), was sie Neues für den Handarbeitsmarkt vorbereitet hat. Für Häkelfans interessant sind neue Häkelnadeln, die es bereits auf der Creativa zu sehen gab (wir berichteten). Schneider kommen auf ihre Kosten mit cleveren Bastelpackungen für die nächste Sommersaison, den Espandrilles zum Selbermachen:

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Persönliches Highlight bei Prym war für Testerschwester Bärbel aber die Vorstellung der „Color Snaps“. Jede Hobbyschneiderin kennt die beliebten Kam Snaps, und bereits im vergangenen Jahr habe ich bei Prym angefragt, ob es diese Plastikdruckknöpfe auch bald von einer deutschen Firma geben würde, schließlich gehört Prym zu den Marktführern im Druckknopfbereich. Nun ist es endlich soweit, und man kann mit der seiner bewährten Vario-Zange und einer kleinen Nachrüstung die bunten Knöpfe überall aufbringen wo man es von Kam Snaps gewohnt ist.

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Ein anderer Anbieter von Handarbeitszubehör hatte eine zündende Idee, die auf der h&h vorgestellt wurde. Der „Strick-O-Mat“ der Firma Addi soll zukünftig in Krankenhäusern und anderen Orten, an denen man gern ein paar Stunden auf kreative Weise herumbringen möchte, aufgestellt werden. Der Prototyp zog auf der Messe zahlreiche Blicke auf sich:

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Nicht neu vorgestellt, aber technisch verbessert wurde die Addiquick Turbofilzmaschine der Erfinderin Jessica von der Fecht. Die quirlige Filzkünstlerin (hier findet ihr ihren Blog) zeigte die Anwendung vor Ort. Testerschwester Bärbel ist wild entschlossen, den Turbofilzer für euch auszuprobieren.

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Nachdem wir euer erstes Feedback über Katie gehört hatten, haben wir euren Wunsch nach Scheren-Tests mit zur h&h genommen. Drei Firmen kamen als Versuchsobjekt in die engere Auswahl, und wir werden für euch testen, sobald wir ein Procedere gefunden haben, wie man qualitative Eigenschaften bei Scheren vergleichen kann. Erste Informationen haben wir bereits gesammelt und von einer Solinger Firma wertvolle Hinweise erhalten.

Weitere Neuheiten stachen Testerschwester Bärbel ins Auge, welche wir auf jeden Fall in eigenen Artikeln vorstellen werden. Soviel sei vorweg genommen: Gütermann hat ein neuartiges Garn aus PET-Flaschen, Freudenberg (Vlieseline) stellte ein innovatives Produkt vor, welches großes Potential für Schneider und Bastler bietet, und eine kleine Firma aus Frankreich stellte ein hochinteressantes Produkt vor, über das wir aber für euch noch weitere Informationen sammeln müssen (zur Zeit gibt es keine Homepage der Firma).

In den nächsten Wochen berichten wir mehr darüber, stellen weitere Produkte vor und testen was das Zeug hält. Was aber aus der Fülle der Neuheiten in diesem Jahr das Rennen machen wird, das entscheidet ihr an der Ladenkasse.

Für alle Leser unseres kreativen Test-Portals haben wir etwas von der Messe mitgebracht:

Eigens für die Messe hergestellte „myboshi“-Label für euer nächstes Häkelprojekt. Wir verlosen eine Handvoll davon an einen glücklichen Gewinner unter allen Kommentaren dieses Artikels, die bis zum Sonntag, den 13. April bei uns eingehen. Doppelte Einträge werden nicht gezählt. Bitte hinterlasst im Kommentarformular eure email (wird nicht veröffentlicht), damit wir euch über euren Gewinn benachrichtigen können.

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Meine ganz persönlichen Eindrücke erzähle ich euch in Kürze in meinem privaten Blog.

Eure Testerschwester Bärbel.

Original Rust – Produktvorstellung und erste Tests

 

Er begegnet uns allerorten und ist meistens nicht gerne gesehen: Rost. Bisher fand er höchstens als Kortenstahl unter Bildhauern und Architekten seine Liebhaber. Doch die Zeiten ändern sich, Rosteffekte sind bei den kreativen Bastlern angekommen, Rost ist IN. In zahlreichen Einkaufskörben der Creativa-Messe fand sich ein Produkt zur Erzeugung dieses Effektes wieder. Eines davon, Original Rust, stelle ich euch hier vor.

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Allgemein:

Original Rust des Herstellers 4yourArt ist ein in Deutschland hergestelltes Produkt. Die 100g-Dose hat mich auf der Messe 12,90€ gekostet.

Unter dem Drehdeckel wird ein Beipackzettel mitgeliefert. Darauf stehen eine Produktbeschreibung, der Einsatzbereich, die Produktanwendung, was sonst noch zu beachten ist und ein Link zu Anwendungsbeispielen. Der geneigte Künstler wird also nicht alleine gelassen, denkt man. Während der Beipackzettel willkommene Informationen bietet, erfährt man unter der genannten Internetadresse bisher lediglich zwei Infos: die Website ist noch im Entstehen und man kann in Mailkontakt treten (Abruf am 25.03.14, 14:00Uhr).

Ein Zwischendeckel schützt das Produkt vor vorzeitiger Austrocknung und den Anwender vor Unfällen beim Öffnen.

Das bräunlich-rote Granulat ist verschieden groß gekörnt und weitestgehend geruchsneutral. Was nicht riecht, kann auch nicht stinken.

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Für chemisch Interessierte sei noch angemerkt, laut Beipackzettel ist “Original Rust (…) eine Neuentwicklung zur sofortigen Erzeugung eines echten Rosteffekts. Es handelt sich hierbei um ein Produkt auf Eisenoxyd/Eisenhydroxyd Basis mit einer speziellen Gitterstruktur.

Anwendung:

Dazu gibt der Beipackzettel folgende Informationen: “Das Feuchtgranulat wird in einem Arbeitsschritt auf dem zu rostenden Untergrund aufgerieben. Hierbei wird der Rosteffekt sofort sichtbar. Sie können das Granulat mit einem Feuchttuch oder den Fingern auftragen. Sollte das Granulat zu trocken geworden sein, sprühen sie es einfach mit etwas Leitungswasser ein.

Mein Granulat kam mir von Beginn an etwas trocken vor, trotzdem habe ich es zunächst einmal im Lieferzustand ausprobiert und dann unter Zuhilfenahme eines Wassersprühers weiter befeuchtet. Außerdem stellte sich mir die Frage, ob für das Auftragen ohne Finger ein selbst angefeuchtetes Tuch oder ein fertig gekauftes Feuchttuch gemeint ist und ob das einen Unterschied macht. Soviel sei vorweggenommen: bei mir hat beides funktioniert. Ebenso der Auftrag mit den Fingern, was von mir jedoch nicht favorisiert wird, doch dazu komme ich gleich noch einmal.

Test:

Es handelte sich um meine allererste Erfahrung mit einem Produkt für Rosteffekte.

Laut Hersteller ist das Produkt “auf Metall, Papier, Holz, Strukturpaste, Stoff und vielem mehr“ anwendbar. Getestet wurde auf folgenden Materialien:

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  • Zwei Holzsterne
  • Ein Stehrümchen-Osterhase aus unbekanntem, tonähnlichen Material
  • Zwei mit Archival Ink auf glatten, weißen, 218g/m² Farbkarton gestempelte und ausgeschnittene Anker
  • Zwei große Unterlegscheiben, vermutlich aus Edelstahl
  • Einem aus dem dicken Papier einer Verpackung ausgestanzten Schmetterling (nicht auf dem Foto)

Was man aus dem Beipackzettel nicht erfährt: der Untergrund sollte mit Gesso oder Acylfarbe vorbereitet werden. So wurde es mir auf der Messe gesagt und gezeigt. Daher habe ich einen Teil der Materialien mit weißem Gesso-Malgrund von VBS vorbehandelt:

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Es empfiehlt sich, eine unempfindliche Unterlage zu benutzen. Außerdem ist laut Beipackzettel “Zu beachten: Da Original Rust einen echten Rosteffekt erzeugt, schützen Sie bitte ihre Kleidung, Teppichboden oder sonstige Gegenstände vor direktem Kontakt.“ Ein weiser Rat.

Also los, auf alle Materialien wurde eine Schicht aufgetragen:

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Seit jeher habe ich eine Abneigung gegen Krümel, wieso musste ich unbedingt dieses Produkt haben? Das Foto dokumentiert auch meinen Finger, denn in der Produktanwendung steht “Ihre Hände lassen sich einfach mit Seife wieder reinigen“. Das stimmt, aber die Färbung geht nicht direkt mit ab. Allerdings sahen die Finger direkt nach dem Rosten aus, als würde ich ohne Filter kettenrauchen, diese Färbung wirkte erschreckend echt und könnte vielleicht einmal als Karnevalscherz eingesetzt werden.

Ergebnisse:

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Hasi war zur Hälfte mit Gesso grundiert, wobei Original Rust auf dem vorbehandelten Teil einen etwas besseren Halt findet. Das Granulat an sich ist farblich nicht deckend, Hasis unbehandelte Hose schimmert noch immer grün durch. Die Struktur ist interessant, aber nach einmaliger Anwendung und ohne Weiterbehandlung ist der Rosteffekt nicht überzeugend. Zudem erkennt man genau die Wischrichtungen.

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Der linke Holzstern war grundiert, der rechte nicht. Die Ergebnisse unterscheiden sich nur in der Farbschattierung. Das Holz sieht stark gealtert, aber nicht rostig aus. Das führt zu der Überlegung, ob man diese Art der Holzalterung nicht kultivieren und gezielt nutzen kann.

 

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Auf dem rechten Schmetterlingsflügel hat sich das Papier aufgeraut, die andere Seite war grundiert und bringt ein authentisch-rostiges Ergebnis. Die aufgeraute Seite sieht für sich genommen fast genauso toll aus und würde sich für eine Weiterbehandlung empfehlen.

 

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Die linke Unterlegscheibe sah sofort um Jahre gealtert aus, ein richtig originaler, nicht deckender Rosteffekt. Das Gesso von der rechten Scheibe hat sich schnell vom glatten Untergrund abgerieben. Merke: nicht alles muss oder sollte grundiert werden!

 

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Bei einem Anker hatte ich das Papier vor dem Bestempeln mit Gesso bestrichen. Dieser war ein wenig robuster in der Verarbeitung, aber im Grunde ist der Unterschied gering. Das hierfür verwendete Papier war viel glatter und geschlossener als der Karton des Schmetterlings, vielleicht der Grund, warum es hier keine Probleme mit Papierabrieb gab.

Nach der Behandlung muss der Rost fixiert werden. Die Packungsbeilage empfiehlt “ein mattes Spray, um den Original Rosteffekt bestmöglich zu erhalten“. Ich habe mit starkem Haarspray fixiert und gut trocknen lassen, die Objekte glänzen nicht, reiben sich nicht ab und färben nicht ab.

Fazit:

Original Rust macht Spaß und kurzzeitig auch nach der Reinigung vergilbte Finger. Cleanies sollten die Finger davon lassen. Das Produkt inspiriert mich dazu, weitere Nutzungsmöglichkeiten auszuprobieren, Stoff, Glas oder andere Materialien zu benutzen oder andere Forschungen in Richtung Holzalterung zu führen. Es bietet sich an, die Objekte nach dem rosten noch weiter zu behandeln, hier können richtige Rostkünstler unter Verwendung von Gold-, Silber- oder Bronzefarben großartige Effekte erzielen. Das habe ich nicht mehr gemacht, wohl aber einen der Anker in eine Karte mit Unterwasser-Szenario eingebaut:

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Bonus:

Zum Abschluss noch eine sehr gute Nachricht, denn “Original Rust verhält sich offiziell “ökologisch unbedenklich“ was bedeutet, dass es weder der Umwelt, noch dem Anwender schadet, schön!

Eure Testerschwester Heike

Nachtrag:

Wir haben uns entschlossen, euch hier noch weiterführende Links einer echten Rost-Künstlerin zu empfehlen: Daniela Rogall. Sie teilt ihren großen Erfahrungsschatz und macht u.a. geniale Videos in deutscher Sprache, die ihr euch hier ansehen könnt. Oder schaut euch ihre Galerie hier an, und staunt, welch fantastische Ergebnisse man mit Rost erzielen kann.

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe weder kostenlose Produktproben erhalten noch sonstige Vorteile aus meinem Bericht gezogen. Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wider. Heike Linnek

 

 

 

 

 

 

Creativa-Messe mit Kind?! – ein Erfahrungsbericht

Hallo ihr Lieben!

Jetzt kommt noch ein kleiner Bericht über die Creativa, aber diesmal aus Sicht einer Mutter, die dort mit ihrer 10 jährigen Tochter  unterwegs war.

Zuerst möchte ich mich kurz vorstellen. Mein Name ist Anne und ich bin seit 1998 jedes Jahr auf der Messe. Mein Vater hat mich dorthin verschleppt, weil meine Mutter meinte, ich müsse dringend noch mit dem Stempeln anfangen. Die Idee fand ich damals überhaupt nicht gut, da ich schon mehr als genug kreative Hobbys hatte. Nun bin ich selber Mutter einer bastelbegeisterten und kreativen Tochter und besitze weit mehr als hundert Stempel.

Heute waren wir um kurz nach 9:00 Uhr in Dortmund. Als meine Tochter die Menschenmassen sah, war die erste bange Frage: Mama, wie viele Kassen gibt es da? Aber zu ihrer Erleichterung waren zwar überall Schlangen, aber wir mussten nicht warten. Großes Lob an die Frauen und Männer an den Schaltern, sie waren flink  und freundlich.

Gestartet sind wir in Halle 4. Zur Freude meiner Tochter hatte dort ein Stand nach dem anderen Taschen, wunderschöne Arbeiten aus Stoff, Leder, Kunstrasen, verschieden Kunststoffen und Wolle. Wir waren im Mama-Tochter Paradies und die Verkäufer hatten noch nicht einmal etwas dagegen, wenn meine Kleine die Sachen anfasste. Herrlich! Zu meiner Überraschung gab es in dieser Halle mehrere Stände mit und über Tortendekorationen. Am meisten beeindruckt haben uns die Arbeiten von „Cake School“. Unfassbar, wie toll eine Tortendekoration aussehen kann. Die Leute von Cake School unterrichten das sogar.  Zwischendurch kam endlich ein Stand mit Stempeln und Zubehör. Aber leider wurde ich dort schnell wieder weggezogen, weil wir ja so viel davon haben. Das große Highlight meiner Tochter war der Stand des Tiffany-Glascenter, hier wurden Workshops für Mosaik- und Tiffany-Arbeiten angeboten. „Mama, was machen die da? Ich will auch!“ Ein langer Tisch, 12 Plätze und wirklich freundliche und geduldige Mitarbeiter, die alle Fragen von Teilnehmern und Kunden beantworteten. Für 5€ konnten wir dann am Ende ein Mosaikherz unser Eigen nennen.

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Weiter ging es  in Halle 7, 8, 6 und 4. Dort konnte dann endlich auch mal das Taschengeld in Bastelpapier und einiges Anderes „eingetauscht“ werden. Zur Freude meiner Kleinen gab es eine große Auswahl an Kartenmotivpapieren, die in ihr Budget passten. Auch ich konnte mich nicht zurückhalten und musste meinen Bestand an Papieren, Bändern, Schablonen und Dekorationsmaterialien wieder aufstocken. Zu guter Letzt sind auch noch ein paar Stempel und Farben in meinem Rucksack gelandet. Um 14:30 Uhr waren wir  fix und fertig und brauchten dringend eine Stärkung. Die haben wir dann im Außenbereich in Form von Waffeln und Kaffee bekommen, aber leider gab es weder drinnen noch draussen einen warmen Kakao. Aber egal wo wir hinkamen, Kinder waren willkommen und wurden auch nicht übersehen.

Unser Fazit des Tages: Es war ein tolles Erlebnis für uns beide, das wir im nächsten Jahr wiederholen wollen. Dann werden wir allerdings mal einen anderen Tag ausprobieren, denn dieser Samstag war total überlaufen.

Diesen Artikel habe ich nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Ich habe weder kostenlose Produktproben erhalten noch sonstige Vorteile aus meinem Bericht gezogen.  Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt nur meine persönliche Meinung und Erfahrungen wider.   Anne Zandt

Creativa 2014 – die größte Bastelmesse Europas

Born_Creativa2014_buttonWer kennt nicht die Creativa, die größte Bastelmesse Europas und seit 37 Jahren Drehscheibe für ein breit gefächertes Angebot von über 700 Ausstellern.

Wer noch nie dort war, dem sei gesagt: Es ist voll. Da die Messe sich über 5 Tage erstreckt, könnte man denken, es verläuft sich. Wer möglichst unbehelligt vom Gedränge über die 40.000 Quadratmeter flanieren möchte, der sollte donnerstags oder freitags kommen. Der Mittwoch ist ein beliebter Tag für Schnäppchenjäger, Samstag und Sonntag kommen viele Familien und alle Berufstätigen. So richtig leer ist es nie, aber wenn man das einkalkuliert, wird man nicht enttäuscht.

Aufgrund der Menschenmassen sind sperrige Trollys verboten. Es gibt allerdings Aufbewahrungsmöglichkeiten für diese praktischen Einkaufshelfer, so dass clevere Kunden diese beladen und in einem bewachten Areal „parken“ können.

Das Produktspektrum reicht von allen erdenklichen Bastelartikeln über Fertigprodukte bis hin zu Gartenideen und ausgesuchten Leckereien. Um euch ein wenig über die Creativa aus Sicht der Kreativtester zu erzählen, fuhren Testerschwestern Heike und Bärbel bereits am Eröffnungstag hin. Die Messe findet statt vom 19. bis 23. März von jeweils 9-18 Uhr statt. Am 22. und 23. März wird sie um einen Puppen- und Bärenmarkt ergänzt.

Neben den Verkaufsständen findet man auch zahlreiche Sonderausstellungen, Vorführungen und Mitmachtische.

Da unsere Tester vor Ort aus dem Motivstempel- und Scrapbookingsektor kommen, fielen diese Stände uns besonders ins Auge (vom Geldausgeben ganz zu schweigen). Unser erster Shoppingstop war De Stempelwinkel aus den Niederlanden, wo am Demotisch interessante Techniken mit den Acrylfarben aus dem Hause Ranger vorgeführt wurden.

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Kreativtesterin Heike Linnek war begeistert! Die Farben kamen auf unsere Testliste und müssen unbedingt von uns ausprobiert werden.

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Ein Demotisch ist meist klein gehalten, um Platz zu sparen. Mehr Raum zum Ausprobieren bieten die zahlreichen Workshopstische verschiedener Firmen. Beim OZ Verlag konnte man Handarbeitstechniken unter fachkundiger Leitung ausprobieren.

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In den vergangenen Jahren führten Stoffe und Wolle ein Schattendasein auf der Creativa. Das hat sich stark gewandelt, denn Nähen, Stricken und Häkeln sind in! Besonders beliebt waren Stoffe und Schnitte von Farbenmix. Auch hier planen wir Tests von Schnittmustern, bleibt also auf Empfang.

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Ein persönliches Highlight von Kreativtesterin Bärbel war der Demotisch von Autorenkollege Michael Weinreich. Als passionierter Fan der Tunesischen Häkeltechnik konnte er den Hersteller Prym davon überzeugen, neuartige Häkelnadeln auf dem Markt zu bringen, die Michael erstmalig auf der Creativa vorführte. Für Häkler: Diese Häkelnadel mit zwei Hakenenden ermöglicht ein Arbeiten mit der Tunesischen Technik in Runden. Das war bisher nicht möglich und eröffnet ganz neue Anwendungsgebiete. (Mehr zu der Häkelnadel in unserem Beitrag von der Fachmesse Handarbeit&Hobby, die morgen beginnt und von der wir euch nächste Woche ausführlich berichten werden)

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Ein Magnet der Creativa ist alljährlich der Stand der Firma LaBlanche. Bekannt durch Shoppingsender bietet die Firma ein ausgesuchtes Spektrum aus brandneuen Kreativstilrichtungen. Im vergangenen Jahr stand alles im Zeichen des Steampunk, 2014 heisst die Devise „Shabby Chic“. Die traumhaften Dekorationen regen zum Nachbasteln an.

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Ein Newcomer aus Sicht von Stempelfans war für uns der Stand von Different Colors, einem Stempelanbieter aus den Niederlanden. Ich hatte die netten Inhaber bereits im vergangenen Jahr kennengelernt und sie auch auf der Creativeworld getroffen. Dabei hatte ich einen ersten Blick auf die neuen Stempelkissen erhascht, die wir Testerschwestern nun auf der Creativa genauer unter die Lupe genommen haben. Auch hier stehen ausführliche Tests auf unserer ToDo-Liste, denn die Farbauswahl ist ein Traum!

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Wo wir grade von Tests sprechen: Als frischgebackene Kreativtester sind Heike und Bärbel erstmals mit einem veränderten Blickwinkel über die Creativa gegangen. Normalerweise schaut man nach Produkten, die zu den eigenen Bastelideen passen. In diesem Jahr haben wir auch nach interessanten Produkten gesucht, die sich für Tests und Vergleiche eignen. Als Klebstoff-Fan hat Bärbel sich verschiedene Klebstoffe gekauft, um deren Eigenschaften zu ergründen. Den Tacky Glue fanden wir bei hobbyresort.de. Bärbel kennt ihn aus einer fernen Vergangenheit und kann ihn nur loben, doch neue Selbstversuche sollen Klarheit bringen, ob es Alternativen gibt.

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Als Belohnung für das anstrengende Shoppen haben die Schwestern sich ein Augenfutter gegönnt.

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Danach eine ausgiebige Kaffeepause im Kreise lieber Bastelfreunde. Die Sonne lachte mit uns!

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Dermaßen erholt hat Heike danach einen Kurs mitgemacht. Wir hatten die ganz besondere Freude, dass der Chef der Firma Rayher, die jedem Bastler ein Begriff ist, zugegen war und den Workshop persönlich begleitet hat.

Als erster Live-Kreativtest in der Geschichte von Katie hat Heike die Schablonen von „my style“ ausprobiert. Unter der fachkundigen Leitung der netten Workshopleiterin und Stephan Rayher entstand ein zauberhaftes Bild auf einer Baumwolltasche.

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Wenn man das auf einem hellen Untergrund macht, sieht das so aus:

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Wer noch zur Creativa geht dem sei dieser Kurs angeraten. Wer es nicht mehr schafft, den möchte wir einladen, in den nächsten Wochen bei uns vorbeizuschauen, denn wir werden euch den Umgang mit den Schablonen dann genau erklären.

Um unseren Rundgang zu beschliessen sind wir noch in Halle 5 geschlendert. Bärbel nennt sie „die Fresshalle“, da sich dort alle Händler mit essbaren Waren tummeln. Mittendrin eine wilde Mischung verschiedener Waren aller Arten. Neben Blumenzwiebeln findet man Räucherwürstchen und eine Ecke weiter den edelsten Schmuck, den man auf der Bastelmesse finden konnte.

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Auch hier wurden Mitmachkurse angeboten, wer viel Zeit mitbringt und schönen Schmuck mag, der muss einen Besuch in Halle 5 einplanen.

Unser letzter Einkauf war recht untypisch für eine Bastelmesse, doch da unsere Heike sich dem veganen Lebensstil verschrieben hat, mussten die Sachen von LebeGesund einfach in die Tüte! Was mich besonders fasziniert hat, war der Enthusiasmus der Mitarbeiter an dem Stand. An mehreren Stellen wurden Produkte erklärt, Kostproben gegeben und sogar frisch angerührt. Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass an dem Stand eine kreative Welle auf uns übersprang.

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Damit endet unser Bericht. Wer Testerschwester Bärbel live erleben möchte, der kann sie noch Samstag und Sonntag auf der Messe finden, ich führe Stempeltechniken vor und würde mich freuen wenn ihr mich ansprecht. Ihr erkennt mich an dem pausenlos plappernden Mundwerk. Und an meiner Mütze. (Nein, die Kreativtester haben keinen Stand auf der Creativa. Wo Bärbel steht, müsst ihr schon selbst herausfinden. Kleiner Tipp: Halle 6)

 

Eure Kreativtester Heike und Bärbel Foto

Katie ist da! Das neue Testblog nur für Kreative

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In unserem Begrüßungs-Beitrag schreiben euch die Kreativtesterinnen Bärbel, Claudia, Linda und Heike einen Willkommensgruß.

In den vergangenen Wochen haben wir, eine befreundete Truppe aus kreativen Masterminds, eine spinnerte Idee ausgebrütet, die aus vielen Jahren aktiver Bastel- und Bloggertätigkeit entstanden ist.

Das Baby dieser Mütter seht ihr hier: KATIE!

Wer ist Katie? Dieser Name entstand in unseren zahlreichen Planungssitzungen als Abkürzung für das lange Wort „Kreativtester“ (abgekürzt K.T., englisch ausgesprochen: Katie). Die Kreativtester sind eine Gruppe Frauen, die für euch Bastelprodukte, -ideen und -anleitungen auf Herz und Nieren prüfen wollen. Wie oft liest man in Gruppen und Foren „was nimmt man für XY am besten?“ oder „wisst ihr mit welcher Farbe man XY machen sollte?“. Fragen auf die es Antworten gibt, leider sind diese überall verteilt.

Und wer sagt euch, ob Bastler Müller oder Mayer recht hat, wenn er oder sie euch ein tolles Produkt empfiehlt? Wir wollen gemeinsam testen. Für euch und mit euch! Denn natürlich wollen wir uns nicht anmaßen, dass zwei oder drei Tester nun alle Eigenschaften der Produkte zu hundert Prozent ergründen können, aber wir kommen nah dran. Unsere internen Vorgaben für einen Kreativtest sind hoch, wir wollen Offenheit, Kritikfähigkeit und Wahrheitstreue bieten und euch immer unsere persönliche Meinung mitteilen.

Zusätzlich wird es Produktvorstellungen geben, wo nicht getestet aber ausprobiert wird. Der Unterschied: Bei einem Test prüfen wir ein Produkt sehr gewissenhaft, bei einer Vorstellung reicht es euch zu sagen, dass es das Produkt (bald) gibt und was der Hersteller damit vorhat. Ob das nun so stimmt, wird nicht ergründet.

Neben dieser Art von Selbstversuchen haben unsere Kreativtester auch viele Ideen für euch auf Lager und stellen auch eigene Anleitungen vor. Unsere langjährige Erfahrung als Blogger oder Youtuber kommt dabei euch zugute.

Diese Seiten sind heute, am 19. März 2014 noch recht leer, was verständlich ist denn wir fangen ja grade erst an. Doch mit eurer Hilfe füllen sie sich bestimmt schnell. Ihr seit herzlich eingeladen, Kontakt mit uns aufzunehmen und euch einzubringen, sei es als Gastautoren oder Tippgeber. Hinterlasst uns hier einen Kommentar, wir freuen uns über euer Feedback.

Welche Informationen sucht ihr hier? Welche Produkte sollen wir für euch finden oder testen?

Lasst uns wissen, was ihr euch für eine solche Wissens-Sammlung wünscht.

Und bevor ihr uns wieder verlasst: Kommt bitte regelmäßig wieder, denn wir planen Linkpartys und Gewinnspiele für euch. Lasst euch überraschen. Am Besten ihr tragt euch direkt für unseren Newsletter ein *klick*. 

Eure Kreativ-Testerschwestern