Vor zwei Wochen habe ich euch über Inspirationen auf den Wiener Weihnachtsmärkten berichtet. Heute hoffe ich, euch mit meinen Bildern ein Schmunzeln zu entlocken und dazu zu animieren, über das Offensichtliche hinaus zu schauen. Wien ist eine unglaublich prunkvolle Stadt, vor lauter imperialen Höhepunkten kann einem nur so der Kopf schwirren. Aber dazwischen gibt es auch immer wieder kleine Inseln zum schmunzeln, die schnell übersehen werden. Einige davon könnt ihr hier entdecken, beim anderen Blick auf Wien. Lasst die Eindrücke auf euch wirken, vielleicht findet ihr darin Inspirationen für zukünftige Projekte.

Hofburg Heldenplatz

linnek_phonomatHier steht der Phonomat, ein Apparat welcher euch in x Sprachen über die Geschichte des Platzes informiert. Ein Reiseführer-Relikt aus einer vergangenen Epoche, vielleicht einzigartig? Alleine der Name schon ist ein Genuss: Phonomat! Ein Retro-Objekt der ersten Güte.

Karmeliterplatz / Taborstraße

Darf ich euch mein persönliches Street-Highlight präsentieren?

linnek_wien18Wieso steht dieses „Diese Straße ist Kunst“- Schild in dieser Imbissbude an der Bushaltestelle? Ich konnte jedenfalls keine weitere ausgemachte Kunst an dieser Straße finden.  Aber alleine schon dieser Imbiss mit diesem Schild und der darüber fix befestigten „komme gleich“-Nachricht direkt neben dem ziemlich anwesenden und seelenruhig telefonierendem Mitarbeiter ist in meinen Augen tatsächlich ein Kunstwerk, und zwar ein ziemlich unterhaltsames.

Augustinerstraße

linnek_wien03Das italienische Restaurant L’asino Che Ride – Zum lachenden Esel. Dort werdet ihr wahrscheinlich automatisch mit einem Lächeln einkehren, wie kommt man auf solche Namen? Das Restaurant ist jedenfalls stadtbekannt, authentisch italienisch und keine Touristenfalle, wie die zentrale Lage vermuten lassen könnte.

Karlsplatz

linnek_wien26Auf dem ART-Advent Weihnachtsmarkt am Karlsplatz wird man immer wieder zum Küsschen geben angestiftet. Aber bitte nicht mehr, knutschen ist nicht erwünscht. Falls ihr trotzdem knutschen möchtet, könnt ihr das vielleicht am WC ausleben, welches hier auch ausgewiesen wird. Ähm…

Am Hof

linnek_wien30Auf dem Weihnachtsmarkt „Am Hof“ geht es weiter mit der Aufforderung zum romantischen Verhalten.

Wien Mitte

linnek_wien50Der süße Walter lädt zum Lebkuchenkonsum. Das hat mich einmal mehr daran erinnert, dass man seinem süßen Schatz solch ein Lebkuchenherz mal selber machen könnte. Nebenbei: ich habe keinen „süassen Walter“ gesehen.

Museumsquartier

linnek_raum66collageIm Museumsquartier befindet sich unter anderem diese Galerie. Die „Komischen Künste“, also das Büro für komische Künste in Wien, stellt Cartoons aus, es gibt einen Shop und man kann dem Club beitreten. Wenn ihr euch einmal so richtig auslachen wollt, müsst ihr diesen Ort besuchen. Das ist kostenlos, auf dem roten Pfeil steht im trockenen Humor: „Leider bleiben oftmals Leute im Raum 66 stecken und wir müssen dann die Wand aufstemmen und neu verputzen. Das kostet viel Geld, deshalb würden wir uns über eine kleine Spende sehr freuen““

Palais Ferstel an der Freyung

linnek_wien31Im Innenhof des Palais Ferstel (oder gilt das schon als daneben?) gibt es einen Designerladen, dessen dargebotenes Design sich wahrscheinlich Niemand von uns jemals wird leisten können. Aber warum nicht selber machen? Nun wissen wir alle: unser altes Besteck ist noch immer wertvoll, wir müssen es lediglich in die richtige Form bringen.

MQ Point

linnek_mqpointATIm Haupteingang des Museumsquartier findet ihr den MQ Point, einen Shop mit originellen, top designten Produkten für wirklich jeden Geldbeutel, der ausserdem jede Menge Inspiration und Anregung bietet, einiges davon selbst umzusetzen. Hier habe ich z.B. eine Handvoll Bleistifte mit der Aufschrift „Werkzeug eines Genies“ als Mitbringsel für meine örtlichen Freunde mitgebracht, wovon alle sehr angetan waren.

Dorotheergasse Jüdisches Museum

Zum Ende dieser augenzwinkernden Sicht auf Wien hin möchte ich euch doch noch auf eine eher nachdenklich stimmende Entdeckung aufmerksam machen:

linnek_wien12Am Jüdischen Museum in der Dorotheergasse findet ihr in etwas größerer Höhe als man gemeinhin schaut die Leuchtschrift „Fremde überall“. Eine wahre Aussage, deren tiefere Bedeutung gerade dieser Tage leider eine erneute Aktualität erhalten hat.

Mit neuen Blick durch die Straßen und Geschäfte gehen und nach etwas Ausschau halten, was man für gewöhntlich übersehen würde, es kann so wundervoll sein.

Vor lauter Freude über unsere Entdeckungen haben Petra und ich uns dann noch selbst kleine Bären aufgebunden, die wir auf diesem winzig-winzigen Innenhof-Weihnachtsmarkt in der Nähe der Dorotheergasse erworben haben. Wir hatten den Eindruck, dass dort wirklich nur Waren aus 100% Handarbeit der Gemeindemitglieder angeboten wurden.

linnek_dorotheergasseMit diesem Gruß und der Aufforderung „schaut auch mal neben die üblichen Attraktionen“ möchte ich euch ein frohes neues Jahr wünschen. Bleibt kreativ und den Kreativtestern gewogen und vielen Dank für eure Treue!

Liebe Grüße Heike